Streuselkuchen mit Pudding: Omas Sonntagskuchen vom Blech!
Es gibt Kuchen, die schmeckt man schon, bevor sie auf dem Tisch stehen. Bei mir ist das der Streuselkuchen mit Pudding vom Blech. Sonntagmorgen, das Radio lief leise in der Küche, und während der Kuchen im Ofen stand, zog dieser warme Butterduft durchs ganze Haus. Meine Kinder kamen dann angeschlichen und fragten, ob die Streusel nicht vielleicht schon fertig seien. Waren sie nie, aber genascht wurde trotzdem.
Das Schöne an diesem Kuchen: Er braucht keine Kunststücke. Ein einfacher Rührteig als Boden, eine dicke Schicht selbst gekochter Vanillepudding und obendrauf grobe Butterstreusel, die im Ofen goldbraun werden. Du brauchst keine Springform, kein Ausrollen, kein Blindbacken. Ein Blech, drei Schichten, und du bekommst genug Kuchen für eine ganze Kaffeetafel. Und am nächsten Tag schmeckt er, ehrlich gesagt, fast noch besser.
Zutaten
- 300 g Mehl (Type 405) für den Boden
- 150 g weiche Butter für den Boden
- 130 g Zucker für den Boden
- 2 Eier (Größe M)
- 1 Päckchen Backpulver (15 g)
- 4 EL Milch
- 1 Prise Salz
- 1 l Milch für den Pudding
- 2 Päckchen Vanillepuddingpulver (je 37 g)
- 80 g Zucker für den Pudding
- 1 TL Vanillezucker
- 350 g Mehl für die Streusel
- 180 g kalte Butter für die Streusel
- 150 g Zucker für die Streusel
- 1 TL gemahlener Zimt (optional)
- 1 EL Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung
Schritt 1: Den Pudding vorkochen
Rühre das Puddingpulver mit 80 g Zucker, dem Vanillezucker und etwa 150 ml der kalten Milch glatt an, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Die restliche Milch bringst du in einem großen Topf zum Kochen. Nimm den Topf vom Herd, rühre die angerührte Masse zügig ein, stelle ihn zurück und lasse alles unter ständigem Rühren einmal richtig aufwallen. Gieße den Pudding in eine Schüssel und lege Frischhaltefolie direkt auf die Oberfläche, sonst bildet sich Haut.
Schritt 2: Den Boden anrühren
Heize den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vor und lege dein Blech mit Backpapier aus. Schlage die weiche Butter mit 130 g Zucker und der Prise Salz hell und cremig auf, das dauert gut drei Minuten. Gib die Eier einzeln dazu und rühre jedes vollständig unter. Mische 300 g Mehl mit dem Backpulver, siebe es darüber und rühre zusammen mit der Milch kurz zu einem weichen, zäh vom Löffel reißenden Teig.
Schritt 3: Die Streusel kneten
Für die Streusel gibst du 350 g Mehl, 150 g Zucker und bei Lust den Zimt in eine Schüssel. Schneide die kalte Butter in kleine Würfel darüber. Reibe alles mit den Fingerspitzen zügig zusammen, bis grobe Krümel entstehen. Arbeite nicht zu lange, sonst wird die Butter warm und du bekommst einen Teigklumpen statt Streusel. Schön sind sie, wenn haselnussgroße und ganz feine Brösel gemischt nebeneinanderliegen.
Schritt 4: Schichten aufbauen
Streiche den Rührteig mit einer Winkelpalette gleichmäßig auf dem Blech aus, bis in die Ecken. Rühre den inzwischen lauwarmen Pudding noch einmal glatt und verteile ihn vorsichtig löffelweise darauf. Setze die Löffel dicht nebeneinander und ziehe sie erst dann glatt, so mischt sich der Pudding nicht mit dem Teig. Zum Schluss streust du die Streusel locker und großzügig über die gesamte Fläche.
Schritt 5: Backen und auskühlen
Schiebe das Blech auf die mittlere Schiene und backe den Kuchen 40 Minuten, bis die Streusel goldbraun sind und der Rand sich leicht vom Papier löst. Falls die Streusel nach 30 Minuten schon sehr dunkel werden, lege lose Alufolie darüber. Lass den Kuchen mindestens 2 Stunden auf dem Blech auskühlen, erst dann ist der Pudding fest genug zum Schneiden. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.
Omas Tipps
- Pudding lauwarm auftragen. Heißer Pudding sackt in den weichen Rührteig ein und macht den Boden speckig. Lass ihn auf Handwärme abkühlen, dann bleibt er als eigene Schicht liegen und du siehst später im Anschnitt drei saubere Streifen.
- Streusel im Kühlschrank zwischenlagern. Wenn deine Küche warm ist, stelle die fertigen Streusel 15 Minuten kalt, bevor sie aufs Blech kommen. Kalte Butter schmilzt im Ofen langsamer, die Krümel behalten ihre Form und werden knusprig statt flach.
- Mehr Streusel als du denkst. Beim Backen fallen die Streusel etwas zusammen. Deshalb sind hier 350 g Mehl für die Streusel angesetzt und nur 300 g für den Boden, das Verhältnis macht den typischen hohen Streuselrücken vom Blechkuchen aus.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Wegen der Puddingschicht gehört dieser Kuchen in den Kühlschrank. Dort hält er sich 3 Tage. Decke ihn nicht luftdicht mit Folie ab, sondern stülpe eine Kuchenhaube darüber oder lege ein sauberes Küchentuch auf, sonst ziehen die Streusel Feuchtigkeit und werden weich. Nimm die Stücke etwa 20 Minuten vor dem Kaffee aus der Kälte, dann kommt das Vanillearoma wieder durch.
Einfrieren würde ich hier nicht empfehlen. Der gekochte Pudding trennt sich beim Auftauen, wird wässrig und läuft unter den Streuseln heraus. Wenn du vorarbeiten willst, backe den Kuchen lieber am Vortag, gekühlt schmeckt er am zweiten Tag ohnehin runder.
Häufige Fragen
- Kann ich fertigen Pudding aus dem Kühlregal nehmen?
- Besser nicht. Fertigpudding ist deutlich weicher eingestellt und bleibt im Ofen flüssig, dann läuft er beim Anschneiden aus. Selbst gekochter Pudding aus 1 l Milch und 2 Päckchen Pulver wird fest genug, um die Streusel zu tragen.
- Mein Blech ist kleiner als 30 x 40 cm, was nun?
- Auf einem kleineren Blech werden die Schichten höher und der Kuchen braucht etwa 8 bis 10 Minuten länger. Prüfe mit einem Holzstäbchen am Rand, ob der Boden durchgebacken ist, und decke die Streusel notfalls mit Alufolie ab.
- Warum sind meine Streusel zu einem Teigfladen geworden?
- Dann war die Butter zu weich oder du hast zu lange geknetet. Nimm die Butter direkt aus dem Kühlschrank, würfle sie klein und reibe sie nur so lange mit den Fingerspitzen ein, bis Krümel entstehen. Ein Esslöffel Mehl extra rettet eine Masse, die schon zu klebrig geworden ist.

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