Grillkartoffeln in Alufolie: Mit Kräuterbutter, in 40 Minuten gar!
Wenn bei uns im Garten der Grill angeworfen wird, lege ich als Erstes die Kartoffeln auf. Noch bevor die Würstchen oder das Fleisch an die Reihe kommen, wandern die Päckchen aus Alufolie an den Rand des Rostes, wo die Glut nicht ganz so heftig ist. So haben sie in Ruhe Zeit, während wir schon am Tisch sitzen und reden. Mein Mann hat sich früher immer gewundert, warum ich das so früh mache. Heute fragt er selbst danach.
Das Schöne daran: Du brauchst keinen Topf, kein Wasser, keine Aufsicht. Die Kartoffel gart im eigenen Dampf, wird dabei mehlig und weich, und die Kräuterbutter zieht beim Öffnen langsam in das heiße Fleisch ein. Nach 40 Minuten ist alles gar. Die Butter rührst du in fünf Minuten vorher zusammen, mehr Arbeit ist es wirklich nicht.
Zutaten
- 8 mittelgroße, vorwiegend festkochende Kartoffeln (je etwa 150 g)
- 125 g weiche Butter
- 1 Bund glatte Petersilie
- 1 Bund Schnittlauch
- 2 Knoblauchzehen
- 1 kleine Schalotte
- 1 TL Zitronensaft
- 1 TL Salz für die Butter
- 1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 2 EL Öl zum Einreiben der Kartoffeln
- grobes Meersalz zum Bestreuen
- Alufolie, 8 Stücke von je etwa 30 cm
Zubereitung
Schritt 1: Die Kräuterbutter rühren
Nimm die Butter rechtzeitig aus dem Kühlschrank, sie muss richtig weich sein, sonst bekommst du Klümpchen. Hacke Petersilie und Schnittlauch sehr fein, reibe den Knoblauch und die Schalotte dazu. Rühre alles mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft in die Butter, bis eine gleichmäßig grüne Masse entsteht. Stell sie kühl, bis die Kartoffeln fertig sind.
Schritt 2: Die Kartoffeln vorbereiten
Wasche die Kartoffeln gründlich mit einer Bürste unter fließendem Wasser, die Schale bleibt dran. Trockne sie gut ab, denn auf nasser Schale hält das Öl nicht. Reibe jede Kartoffel rundherum mit etwas Öl ein und streue grobes Meersalz darüber. Steche sie nicht ein, sie sollen den Dampf behalten.
Schritt 3: In Alufolie einpacken
Lege jede Kartoffel auf ein Stück Alufolie, die glänzende Seite nach innen. Schlage die Folie erst über der Kartoffel zusammen, dann drehe die beiden Enden fest zu, wie ein Bonbonpapier. Das Päckchen muss dicht sein, sonst entweicht der Dampf und die Kartoffel wird ledrig statt mehlig.
Schritt 4: Auf den Grill legen
Die Kohle soll mit einer feinen weißen Ascheschicht überzogen sein, keine offenen Flammen mehr. Lege die Päckchen an den Rand des Rostes, nicht mitten in die stärkste Hitze. Nach 20 Minuten drehst du sie einmal mit der Grillzange um. Insgesamt brauchen sie 40 Minuten.
Schritt 5: Garprobe und Servieren
Stich mit einem Holzspieß durch die Folie in die Kartoffel. Rutscht er ohne Widerstand bis zur Mitte, ist sie gar. Öffne die Päckchen vorsichtig, der Dampf ist heiß. Schneide die Kartoffeln kreuzweise ein, drücke sie an den Seiten leicht zusammen, bis sie aufgeht, und setze einen großzügigen Löffel Kräuterbutter hinein.
Omas Tipps
- Gleich große Kartoffeln wählen. Liegen 100-g- und 250-g-Knollen zusammen auf dem Rost, sind die kleinen matschig, wenn die großen erst halb gar sind. Sortiere beim Einkauf und nimm nur Kartoffeln, die etwa gleich schwer in der Hand liegen.
- Kräuterbutter am Vortag rühren. Knoblauch und Schalotte brauchen ein paar Stunden, bis sie ihr Aroma an die Butter abgegeben haben. Forme sie zu einer Rolle in Backpapier und schneide am Grillabend nur noch Scheiben ab.
- Kein Grill zur Hand? Der Backofen tut es auch. Bei 200 Grad Ober- und Unterhitze brauchen die Päckchen auf mittlerer Schiene ebenfalls 40 Minuten. Der rauchige Ton fehlt dann, die Konsistenz ist aber genau dieselbe.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Übrig gebliebene Grillkartoffeln nimmst du am besten aus der Folie, lässt sie ganz auskühlen und legst sie in eine verschlossene Dose in den Kühlschrank. Dort halten sie sich 2 bis 3 Tage. In der Folie schwitzen sie nach und schmecken am nächsten Tag metallisch. Die Kräuterbutter hält sich, gut in Backpapier gewickelt, im Kühlschrank etwa 1 Woche.
Einfrieren würde ich die gegarten Kartoffeln nicht: Beim Auftauen zerfällt das Innere zu einer wässrigen Masse, weil die Stärkezellen aufplatzen. Die Kräuterbutter dagegen lässt sich hervorragend einfrieren. Als Rolle geschnitten und portionsweise in Folie gewickelt hält sie 3 Monate und lässt sich gefroren in Scheiben schneiden.
Häufige Fragen
- Muss ich die Kartoffeln vorkochen?
- Nein, bei 150 g pro Knolle sind 40 Minuten in der Glut völlig ausreichend. Vorgekochte Kartoffeln verlieren im Päckchen ihre Struktur und werden am Rand glasig. Wenn du deutlich größere Kartoffeln erwischt hast, rechne lieber 50 Minuten und prüfe mit dem Holzspieß.
- Kann ich die Kartoffeln schälen?
- Besser nicht. Die Schale hält den Dampf im Inneren und verhindert, dass die Kartoffel direkt an der heißen Folie anbrennt. Ohne Schale bekommst du außen eine zähe, dunkle Schicht. Wer die Schale nicht mag, löffelt das Innere nach dem Aufschneiden einfach heraus.
- Welche Kräuter passen statt Petersilie und Schnittlauch?
- Kerbel und Dill machen die Butter feiner und passen gut zu Fisch vom Grill. Mit Thymian und Rosmarin wird sie kräftiger, dann nimm aber nur die Hälfte der Menge, weil diese Kräuter sehr dominant sind. Frische Kräuter sind hier den getrockneten deutlich überlegen.

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