Blätterteigschnecken herzhaft: Fingerfood mit 4 Zutaten!
Manchmal kommt der Besuch schneller, als man einkaufen kann. Dann greife ich zu der Rolle Blätterteig, die bei mir immer im Kühlschrank liegt, und mache diese Schnecken. Vier Zutaten, mehr steht nicht auf dem Zettel: Blätterteig, Frischkäse, Schinken und Käse. Damit bekomme ich ein Blech voll Fingerfood hin, das aussieht, als hätte ich mir Mühe gegeben – dabei ist die ganze Arbeit ein Aufstreichen und ein Aufrollen.
Was diese Schnecken so verlässlich macht, ist der Frischkäse. Er hält Schinken und Käse an Ort und Stelle, sodass beim Aufrollen nichts herausrutscht, und er sorgt dafür, dass die Schnecken innen saftig bleiben, während der Blätterteig außen blättrig aufgeht. Meine Enkel stehen dabei immer am Ofen und zählen mit, wie die Spiralen aufgehen. Kalt schmecken sie übrigens fast so gut wie warm, was sie für jedes Buffet brauchbar macht.
Zutaten
- 1 Rolle Blätterteig aus dem Kühlregal (275 g, rechteckig ausgerollt)
- 150 g Doppelrahm-Frischkäse
- 100 g gekochter Schinken in dünnen Scheiben
- 100 g Emmentaler, fein gerieben
Zubereitung
Schritt 1: Teig ausrollen und bestreichen
Nimm den Blätterteig aus dem Kühlschrank und rolle ihn samt Backpapier auf der Arbeitsfläche aus. Lass ihn zwei bis drei Minuten liegen, damit er geschmeidig wird, aber nicht warm. Streiche den Frischkäse mit einem Messerrücken gleichmäßig auf, dabei rundherum einen Rand von etwa zwei Zentimetern frei lassen – dort klebt die Rolle später zusammen.
Schritt 2: Belegen
Lege die Schinkenscheiben lückenlos auf den Frischkäse, sie dürfen sich leicht überlappen. Streue den geriebenen Emmentaler darüber und drücke ihn mit der flachen Hand ganz leicht an. Halte den freien Rand an der langen Seite, die du zuletzt einrollst, wirklich frei von Belag, sonst hält die Naht nicht.
Schritt 3: Aufrollen und kühlen
Rolle den Teig von der langen Seite her straff, aber ohne Gewalt auf, sodass eine gleichmäßige Rolle entsteht. Drücke die Naht mit den Fingern fest und lege die Rolle für 15 Minuten in den Kühlschrank. Dieser Schritt ist der Unterschied zwischen schönen Spiralen und zerdrückten Fladen: Kalter Teig lässt sich sauber schneiden.
Schritt 4: Schneiden und aufs Blech setzen
Schneide die gekühlte Rolle mit einem scharfen, glatten Messer in etwa 20 Scheiben von rund anderthalb Zentimetern Dicke. Setze sie mit der Schnittfläche nach oben auf ein mit Backpapier belegtes Blech und lass zwischen ihnen gut drei Zentimeter Platz, denn sie gehen deutlich in die Breite. Heize den Ofen dabei auf 200 °C Ober- und Unterhitze vor.
Schritt 5: Backen
Backe die Schnecken 18 Minuten auf mittlerer Schiene, bis der Blätterteig kräftig goldbraun ist und der Käse an den Rändern Blasen wirft. Die Unterseite sollte trocken und fest sein – hebe eine Schnecke vorsichtig mit dem Pfannenwender an und schau nach. Lass sie fünf Minuten auf dem Blech stehen, dann sind sie fest genug zum Anfassen.
Omas Tipps
- Frischkäse nicht kalt aus dem Kühlschrank verstreichen. Er reißt dann den dünnen Blätterteig ein. Rühre ihn vorher eine halbe Minute mit der Gabel glatt, dann gleitet er ohne Druck über den Teig.
- Mit dem Messer ziehen, nicht drücken. Ein glattes, scharfes Messer in langen Zügen durch die Rolle führen hält die Spirale rund. Ein Sägemesser oder Druck von oben quetscht die Rolle flach und die Füllung quillt seitlich heraus.
- Die Endstücke nicht wegwerfen. Die beiden äußeren Scheiben sehen unordentlich aus, weil dort weniger Füllung sitzt. Drücke sie mit dem Daumen zu kleinen Nestern zusammen und backe sie mit – sie werden besonders knusprig und sind das Vorkosterstück für den Koch.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im Kühlschrank halten die Schnecken in einer Dose zwei Tage. Decke sie nicht luftdicht ab, solange sie noch handwarm sind, sonst schlägt sich Feuchtigkeit nieder und der Blätterteig wird zäh. Am nächsten Tag bekommst du sie wieder knusprig, indem du sie acht Minuten bei 180 °C ohne Abdeckung in den Ofen legst; in der Mikrowelle werden sie leider labberig.
Einfrieren empfehle ich nur ungebacken. Lege die geschnittenen Scheiben nebeneinander auf ein Brett, friere sie zwei Stunden an und packe sie dann in einen Beutel; so halten sie zwei Monate. Gefroren kommen sie direkt auf das Blech und backen bei 200 °C etwa 24 Minuten. Gebacken eingefroren verliert der Blätterteig dagegen seine Blättrigkeit und wird beim Auftauen bröselig.
Häufige Fragen
- Kann ich die Schnecken am Vorabend vorbereiten?
- Ja, und das ist sogar praktisch. Rolle die Rolle fertig auf, wickle sie in Frischhaltefolie und lege sie über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Tag schneidest du sie direkt auf und backst sie – die längere Kühlzeit macht die Scheiben nur noch sauberer.
- Welcher Käse passt statt Emmentaler?
- Gouda oder Bergkäse funktionieren genauso, weil beide gut schmelzen, ohne zu stark auszulaufen. Von Mozzarella rate ich ab: Er gibt beim Backen viel Wasser ab, das den Blätterteig von innen aufweicht. Bei sehr würzigem Bergkäse reichen 80 g statt 100 g.
- Warum sind meine Schnecken aufgegangen, aber innen roh?
- Dann war das Blech zu voll oder der Ofen nicht vorgeheizt. Blätterteig braucht von Anfang an volle Hitze, damit die Schichten aufgehen und gleichzeitig durchbacken. Backe lieber zwei Bleche nacheinander als eines mit 20 dicht an dicht sitzenden Schnecken.

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