Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

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Vollkornbrot ohne Gehzeit: 5 Minuten rühren, ab in den Ofen!

Vollkornbrot ohne Gehzeit: 5 Minuten rühren, ab in den Ofen!
Portionen 1 Kastenbrot (etwa 16 Scheiben)
Vorbereitung 5 Minuten
Garzeit 60 Minuten
Gesamt 1 Stunde 5 Minuten

Es gibt Tage, an denen das Brot alle ist und niemand Lust hat, loszufahren. Genau für solche Tage habe ich dieses Vollkornbrot im Kopf behalten: Du rührst alles in einer Schüssel zusammen, kippst es in die Kastenform und schiebst es in den Ofen. Kein Kneten, kein Abgedeckt-Stehenlassen, kein besorgtes Schauen, ob die Hefe denn nun endlich arbeitet.

Möglich macht das Backpulver statt Hefe, zusammen mit Buttermilch, deren Säure das Triebmittel sofort in Gang setzt. Deshalb muss der Teig auch tatsächlich direkt in den vorgeheizten Ofen – jede Minute Warten geht vom Trieb ab. Heraus kommt ein dunkles, saftiges Brot mit Kernen, das dichter ist als ein Hefebrot, dafür aber tagelang frisch bleibt und wunderbar kräftig schmeckt.

Zutaten

  • 400 g Weizenvollkornmehl
  • 100 g Roggenvollkornmehl
  • 1 Päckchen Backpulver (15 g)
  • 2 gestrichene TL Salz
  • 500 ml Buttermilch
  • 2 EL Rübensirup oder Honig
  • 80 g Sonnenblumenkerne
  • 40 g Leinsamen
  • 2 EL Haferflocken zum Bestreuen
  • 1 EL Butter für die Form

Zubereitung

Schritt 1: Ofen und Form vorbereiten

Heize den Ofen zuerst auf 200 °C Ober- und Unterhitze vor, bevor du überhaupt die Schüssel holst – der Teig darf später keine Sekunde warten. Fette eine Kastenform von 30 cm Länge gründlich mit der Butter aus, auch in den Ecken. Wer mag, legt zusätzlich einen Streifen Backpapier längs hinein, dann lässt sich das Brot später mühelos herausheben. Stell die Form griffbereit neben die Schüssel.

Schritt 2: Trockene Zutaten mischen

Gib beide Mehlsorten, das Backpulver und das Salz in eine große Schüssel und verrühre alles mit dem Schneebesen gründlich. Diese halbe Minute ist wichtig: Backpulvernester schmecken seifig und sorgen für ungleichmäßigen Trieb. Rühre danach die Sonnenblumenkerne und die Leinsamen unter, sodass sie gleichmäßig im Mehl verteilt sind. Jetzt hast du alles beisammen, was ohne Eile wartet.

Schritt 3: Buttermilch dazu und fünf Minuten rühren

Gieß die Buttermilch zusammen mit dem Rübensirup über die Mehlmischung. Rühre alles mit einem stabilen Holzlöffel zügig zusammen, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist – das dauert kaum zwei Minuten. Der Teig ist zäh und klebrig, fast wie ein dicker Rührteig, und genau so soll er sein. Rühr nicht länger als nötig, sonst wird das Brot zäh.

Schritt 4: Einfüllen und sofort backen

Kipp den Teig in die vorbereitete Form und streich ihn mit einem nassen Löffelrücken glatt, damit die Oberfläche nicht rissig aufreißt. Streu die Haferflocken darüber und drück sie leicht an. Schieb die Form ohne Pause auf die zweite Schiene von unten. Backe das Brot 60 Minuten; nach 40 Minuten legst du Alufolie darüber, falls die Kruste schon sehr dunkel wird.

Schritt 5: Probe und Auskühlen

Stich mit einem Holzspieß in die Mitte des Brotes – bleibt kein feuchter Teig hängen, ist es durch. Sicherer geht es mit dem Thermometer: Im Kern soll das Brot 96 °C erreicht haben. Stürze es sofort aus der Form auf ein Gitter, sonst schwitzt es und die Kruste wird weich. Lass es mindestens zwei Stunden auskühlen, bevor du die erste Scheibe schneidest.

Omas Tipps

  • Der Ofen muss vor dem Teig fertig sein. Backpulver und Buttermilchsäure reagieren sofort, und ein Teig, der zehn Minuten auf der Arbeitsplatte steht, hat seinen Trieb schon halb verschenkt. Heize also wirklich zuerst vor und rühre erst dann.
  • Keine Buttermilch im Haus? Nimm 500 ml Milch und rühre 2 EL Zitronensaft hinein, dann lass sie fünf Minuten stehen, bis sie ausflockt. Die Säure ist nötig, damit das Backpulver voll arbeitet – mit reiner Milch bleibt das Brot deutlich flacher.
  • Kerne kurz anrösten. Röstest du die Sonnenblumenkerne vorher drei Minuten trocken in der Pfanne, schmeckt das ganze Brot nussiger. Lass sie vor dem Unterrühren abkühlen, sonst geben sie ihre Hitze an das Backpulver ab.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Durch den hohen Vollkornanteil und die Buttermilch bleibt dieses Brot vier bis fünf Tage saftig. Bewahre es angeschnitten mit der Schnittfläche nach unten auf einem Brett im Brotkasten auf oder wickle es in ein sauberes Leinentuch. Plastikbeutel sind hier der Feind: Das Brot zieht Feuchtigkeit und schimmelt dann schon nach drei Tagen an den Kernen.

Einfrieren klappt sehr gut, am besten in Scheiben geschnitten. So nimmst du morgens genau so viele Scheiben heraus, wie du brauchst, und legst sie gefroren direkt in den Toaster. Im Gefrierfach hält sich das Brot drei Monate ohne Einbußen beim Geschmack.

Häufige Fragen

Warum ist mein Brot innen feucht geblieben?
Meist wurde es zu früh angeschnitten – ein Backpulverbrot gart beim Auskühlen nach und braucht die vollen zwei Stunden auf dem Gitter. Prüfe im Zweifel mit dem Thermometer auf 96 °C im Kern. Zu große Formen als die angegebenen 30 cm machen den Teig zudem flacher und ungleichmäßig.
Kann ich die Kerne austauschen?
Ja, Kürbiskerne, Sesam oder gehackte Walnüsse passen genauso gut, halte dich nur an die Gesamtmenge von 120 g. Leinsamen quellen allerdings und binden Flüssigkeit – lässt du sie weg, nimm 30 ml Buttermilch weniger. Ganze Körner wie Dinkelkorn solltest du vorher einweichen.
Geht das Rezept auch ohne Rübensirup?
Der Sirup ist nicht als Süßung gedacht, sondern für die dunkle Farbe und den malzigen Ton. Honig funktioniert genauso, Zuckerrübensirup schmeckt kräftiger. Lässt du ihn ganz weg, wird das Brot heller und etwas herber, backt aber genauso gut.
Vollkornbrot ohne Gehzeit: 5 Minuten rühren, ab in den Ofen!
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