Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

Rezepte der Oma
Blechkuchen

Lauchkuchen vom Blech mit Schmand: Der Herbstklassiker für 12 Stücke!

Lauchkuchen vom Blech mit Schmand: Der Herbstklassiker für 12 Stücke!
Portionen 12 Stücke
Vorbereitung 30 Minuten
Garzeit 35 Minuten
Gesamt 2 Stunden 5 Minuten

Wenn im Herbst die ersten dicken Lauchstangen auf dem Markt liegen, weiß ich, was am Wochenende gebacken wird. Der Lauchkuchen vom Blech gehört bei uns zu den kühlen Abenden wie die Wolldecke auf dem Sofa. Er kommt heiß aus dem Ofen, wird in zwölf großzügige Stücke geschnitten, und wer hereinkommt, nimmt sich eines mit an den Tisch.

Das Besondere macht der Schmand. Er ist fester als Sahne und säuerlicher als Crème fraîche, deshalb bleibt der Belag beim Backen cremig, ohne zu zerlaufen oder zu wässern. Der Lauch wird vorher in Butter weich gedünstet, niemals roh aufgestreut, sonst bleibt er bissfest und schmeckt scharf. Dazu ein einfacher Hefeteig, der auf dem Blech noch einmal kurz nachgehen darf.

Zutaten

  • 400 g Weizenmehl Type 550
  • 1 Päckchen Trockenhefe (7 g)
  • 220 ml lauwarme Milch
  • 60 g weiche Butter für den Teig
  • 1 TL Salz für den Teig
  • 1 TL Zucker
  • 1,2 kg Lauch (etwa 4 dicke Stangen)
  • 40 g Butter zum Dünsten
  • 150 g durchwachsener Speck, gewürfelt
  • 400 g Schmand
  • 3 Eier (Größe M)
  • 2 EL Speisestärke
  • Salz, Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 Handvoll glatte Petersilie, gehackt

Zubereitung

Schritt 1: Hefeteig ansetzen

Vermische Mehl, Trockenhefe, Salz und Zucker in einer großen Schüssel. Gieße die lauwarme Milch dazu und gib die weiche Butter in Flöckchen obenauf. Knete alles fünf Minuten kräftig durch, bis der Teig glatt ist und sich vom Schüsselrand löst. Decke ihn mit einem Tuch ab und lasse ihn an einem warmen Ort fünfundvierzig Minuten gehen, bis er sein Volumen etwa verdoppelt hat.

Schritt 2: Lauch putzen und dünsten

Schneide die Wurzelenden und das dunkelste Grün ab, halbiere die Stangen längs und wasche sie unter fließendem Wasser gründlich zwischen den Schichten aus, dort sitzt der Sand. Schneide sie in fingerbreite Ringe. Lasse die 40 g Butter in einem großen Topf zergehen und dünste den Lauch zehn Minuten bei mittlerer Hitze, bis er zusammenfällt und glasig ist. Salze leicht und lasse ihn abkühlen.

Schritt 3: Speck und Guss

Brate die Speckwürfel in einer Pfanne ohne Fett knusprig aus und lasse sie auf Küchenpapier abtropfen. Verrühre in einer Schüssel den Schmand mit den drei Eiern und der Speisestärke glatt. Die Stärke bindet später die Flüssigkeit, die der Lauch noch abgibt. Würze mit Pfeffer, viel Muskat und wenig Salz. Hebe den abgekühlten Lauch und zwei Drittel des Specks unter.

Schritt 4: Blech belegen

Heize den Ofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vor. Rolle den Hefeteig auf einem mit Backpapier belegten Blech aus und ziehe ihn mit den Händen bis in die Ecken, mit einem kleinen Rand ringsum. Lasse ihn abgedeckt noch fünfzehn Minuten stehen. Verteile dann die Lauchmasse gleichmäßig darauf und streiche sie glatt, damit die Stücke später alle gleich dick belegt sind.

Schritt 5: Backen und schneiden

Streue den restlichen Speck obenauf und backe den Kuchen fünfunddreißig Minuten auf der mittleren Schiene. Er ist fertig, wenn der Guss in der Mitte fest ist und der Teigrand goldbraun. Lasse ihn zehn Minuten auf dem Blech ruhen, sonst reißt der Belag beim Schneiden. Schneide ihn längs in drei und quer in vier Bahnen: Das ergibt genau zwölf Stücke. Streue Petersilie darüber.

Omas Tipps

  • Lauch immer vorgaren. Roh aufgestreuter Lauch zieht im Ofen sein Wasser und gibt es in den Schmandguss ab, der dadurch dünn und grau wird. Die zehn Minuten im Topf verdampfen das meiste davon und machen den Geschmack zugleich milder und süßlicher.
  • Zwei Löffel Stärke retten den Guss. Schmand allein gerinnt bei 200 °C gerne und bildet kleine Körnchen. Die Speisestärke stabilisiert ihn, sodass er cremig bleibt und beim Anschneiden eine glatte Kante zeigt statt auseinanderzulaufen.
  • Ein Drittel Speck für obendrauf. Was im Guss versinkt, wird wieder weich. Deshalb hebe ich immer ein Drittel der hundertfünfzig Gramm auf und streue es erst zum Schluss über den Belag, damit auf jedem der zwölf Stücke ein paar knusprige Würfel liegen.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Im Kühlschrank hält sich der Lauchkuchen drei Tage. Lasse ihn erst ganz auskühlen und lege die Stücke dann nebeneinander in eine flache Dose, mit Backpapier zwischen den Lagen. Decke ihn nicht heiß mit Folie ab, sonst sammelt sich Wasser auf dem Guss. Zum Aufwärmen nimmst du den Ofen bei 170 °C für zwölf Minuten; in der Mikrowelle wird der Hefeboden zäh und der Schmand wässrig.

Einfrieren empfehle ich bei diesem Kuchen nur mit Einschränkung. Der Schmandguss trennt sich beim Auftauen leicht, und der Lauch verliert Struktur. Wenn es sein muss, friere die Stücke einzeln bis zu zwei Monate ein und backe sie gefroren bei 180 °C etwa zwanzig Minuten auf, ohne sie vorher auftauen zu lassen. Frisch gebacken ist er aber deutlich besser.

Häufige Fragen

Kann ich den Kuchen ohne Speck machen?
Ja, dann wird er vegetarisch. Dünste in dem Fall eine gewürfelte Zwiebel mit dem Lauch mit und gib einen Teelöffel geräuchertes Paprikapulver in den Guss, damit die rauchige Note nicht ganz fehlt. Da das Speckfett wegfällt, nimm fünfzig statt vierzig Gramm Butter zum Dünsten.
Reicht ein Blech wirklich für 12 Stücke?
Ein normales Backblech von etwa 38 mal 32 Zentimetern lässt sich gut in drei mal vier Felder teilen. Jedes Stück ist dann etwa zehn Zentimeter lang und acht breit, mit dem dicken Belag also eine ordentliche Portion. Mit Salat dazu wird eine ganze Mahlzeit daraus.
Kann ich den Hefeteig am Vorabend vorbereiten?
Das geht sehr gut. Knete ihn wie beschrieben, decke die Schüssel ab und stelle sie über Nacht in den Kühlschrank. Nimm ihn dann eine Stunde vor dem Backen heraus, damit er Zimmertemperatur annimmt, und rolle ihn erst danach aus. Der Geschmack wird durch die lange kalte Führung sogar noch etwas aromatischer.
Lauchkuchen vom Blech mit Schmand: Der Herbstklassiker für 12 Stücke!
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