Veganer Streuselkuchen vom Blech: Streusel mit Margarine, saftiger Boden!
Ein Blechkuchen ist bei mir immer dann dran, wenn Besuch kommt und ich nicht weiß, wie viele es am Ende werden. Ein Blech reicht für zwanzig Stücke, und wenn doch weniger Leute am Tisch sitzen, schmeckt der Rest am nächsten Tag fast noch besser. Dieser Streuselkuchen kommt ganz ohne Butter, Ei und Milch aus — und ehrlich gesagt merkt das niemand, solange die Streusel dick genug sind.
Das Geheimnis liegt an zwei Stellen. Die Streusel knetest du aus kalter Margarine, damit sie grobe Brocken bleiben statt zu Sand zu zerfallen. Und in den Boden kommt Apfelmus: Es ersetzt das Ei, hält die Krume feucht und sorgt dafür, dass der Kuchen auch am dritten Tag noch saftig ist. Mehr Zauberei braucht es nicht.
Zutaten
- 300 g Weizenmehl Type 405 für den Boden
- 150 g Zucker für den Boden
- 1 Päckchen Backpulver (15 g)
- 1 Prise Salz
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 200 g ungesüßtes Apfelmus
- 180 ml Hafer- oder Sojadrink, zimmerwarm
- 80 ml neutrales Rapsöl
- 1 EL Apfelessig
- 250 g Weizenmehl Type 405 für die Streusel
- 130 g Zucker für die Streusel
- 150 g kalte Margarine (vegan, Würfel)
- 1 TL gemahlener Zimt (nach Geschmack)
- Etwas Margarine und Mehl für das Blech
Zubereitung
Schritt 1: Streusel zuerst
Gib 250 g Mehl, 130 g Zucker und den Zimt in eine Schüssel und verrühre alles kurz. Schneide die 150 g kalte Margarine in kleine Würfel und gib sie dazu. Reibe die Masse mit den Fingerspitzen zusammen, nicht kneten — sonst wird ein Teigklumpen daraus. Du willst grobe Brocken von Erbsen- bis Haselnussgröße. Stell die Schüssel für 20 Minuten kalt, dann bleiben die Streusel im Ofen stehen.
Schritt 2: Trockene Zutaten für den Boden
Heize den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor. Fette das Blech dünn mit Margarine ein und stäube Mehl darüber, oder lege Backpapier hinein. In einer zweiten großen Schüssel vermischst du 300 g Mehl, 150 g Zucker, das Backpulver, den Vanillezucker und die Prise Salz gründlich mit dem Schneebesen. Klümpchen im Backpulver rächen sich später mit hellen Flecken im Teig.
Schritt 3: Flüssiges dazu
Verrühre das Apfelmus, den Pflanzendrink, das Öl und den Apfelessig in einem Messbecher. Gieße alles auf einmal zu den trockenen Zutaten und rühre nur so lange, bis kein Mehl mehr zu sehen ist. Der Teig ist dickflüssig und fällt schwer vom Löffel. Rühre ihn nicht glatt wie einen Rührteig mit Butter — je kürzer du arbeitest, desto lockerer wird die Krume.
Schritt 4: Aufs Blech streichen
Verteile den Teig auf dem vorbereiteten Blech und streiche ihn mit einem Teigschaber gleichmäßig aus, bis er überall etwa einen Zentimeter hoch steht. Achte besonders auf die Ecken, dort sammelt sich sonst zu wenig. Klopfe das Blech einmal leicht auf die Arbeitsfläche, damit große Luftblasen entweichen.
Schritt 5: Streusel drauf und backen
Nimm die Streusel aus dem Kühlschrank, lockere sie mit der Gabel auf und streue sie großzügig über den ganzen Teig. Setze ruhig ein paar dickere Brocken dazwischen, die geben später den Biss. Schiebe das Blech auf die mittlere Schiene und backe den Kuchen 35 Minuten, bis die Streusel goldbraun sind und ein Holzstäbchen im Boden sauber herauskommt.
Schritt 6: Abkühlen und schneiden
Lass den Kuchen auf dem Blech vollständig auskühlen, mindestens eine Stunde. Warm zerbröseln die Streusel beim Schneiden, kalt bleiben sie sitzen. Schneide dann mit einem großen Messer erst vier Bahnen längs, dann fünf quer — so bekommst du 20 gleichmäßige Stücke.
Omas Tipps
- Margarine wirklich kalt halten. Nimm sie erst aus dem Kühlschrank, wenn Mehl und Zucker schon in der Schüssel sind. Warme Margarine bindet sofort zu einer Paste, und aus Paste werden flache Krusten statt Streuselbrocken. Wenn deine Hände warm sind, arbeite mit zwei Gabeln.
- Apfelessig ist kein Deko-Löffel. Er reagiert mit dem Backpulver und gibt dem eifreien Teig den Auftrieb, der sonst fehlt. Du schmeckst ihn im fertigen Kuchen nicht heraus. Hast du keinen da, funktioniert auch Zitronensaft in derselben Menge.
- Streusel im Verhältnis 2:1 zum Zucker. Auf 250 g Mehl kommen 130 g Zucker und 150 g Margarine — verschiebst du das zugunsten von mehr Fett, laufen die Streusel im Ofen breit. Zu wenig Fett, und sie stäuben trocken vom Kuchen. Wiege sie lieber ab, als nach Gefühl zu arbeiten.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Der Kuchen hält sich abgedeckt bei Zimmertemperatur 3 bis 4 Tage. Lege ein Geschirrtuch über das Blech oder gib die Stücke in eine Dose, in der noch etwas Luft ist — luftdicht eingepackt weichen die Streusel durch und verlieren ihren Biss. Im Kühlschrank wird die Krume schneller fest, dort würde ich ihn nur bei sehr warmer Küche lagern.
Einfrieren klappt gut, und zwar in Stücken. Wickle jedes Stück einzeln in Frischhaltefolie und gib es in einen Gefrierbeutel; so hält es sich 3 Monate. Zum Auftauen legst du es über Nacht auf einen Teller und schiebst es am nächsten Tag für 5 Minuten bei 150 °C in den Ofen, dann sind die Streusel wieder knusprig.
Häufige Fragen
- Kann ich das Apfelmus weglassen oder ersetzen?
- Weglassen nicht, es ersetzt hier das Ei und bringt Feuchtigkeit. Du kannst stattdessen 200 g zerdrückte reife Banane oder ungesüßtes Birnenmus nehmen. Banane schmeckt man deutlich heraus, Birnenmus bleibt neutral wie Apfel.
- Meine Streusel sind im Ofen zu einer Decke zusammengelaufen — woran liegt das?
- Fast immer an zu warmer Margarine oder zu langem Kneten. Die Brocken müssen beim Aufstreuen noch fest und kühl sein. Schieb die Schüssel notfalls 10 Minuten ins Gefrierfach, bevor du die Streusel auf den Teig gibst.
- Kann ich Obst zwischen Boden und Streusel legen?
- Ja, 500 g Pflaumenhälften oder Apfelscheiben passen gut auf diese Teigmenge. Streue dann einen Esslöffel Speisestärke über die Früchte, damit der austretende Saft den Boden nicht aufweicht, und verlängere die Backzeit um etwa 5 Minuten.

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