Vegane Reispfanne mit Gemüse und Erdnusssoße: Ein Wok, 20 Minuten!
Es gibt Abende, an denen der Kühlschrank halb leer ist, aber eine Schüssel gekochter Reis vom Vortag noch dasteht. Aus genau dieser Situation ist diese Pfanne entstanden: ein Wok, ein bisschen Gemüse, und eine Erdnusssoße, die aus vier Zutaten in der Tasse zusammengerührt wird, während das Öl heiß wird. Zwanzig Minuten später steht das Essen auf dem Tisch, und niemand fragt, wo das Fleisch bleibt.
Das Besondere ist die Reihenfolge. Das Gemüse kommt nach Garzeit gestaffelt in den Wok, der Reis wird erst zum Schluss dazugegeben und darf kurz ansetzen, und die Soße gießt du über die heiße Pfanne, nicht in den kalten Wok. So bleibt die Karotte bissfest, der Reis löst sich in einzelne Körner, und die Erdnusssoße legt sich als glänzender Film darüber statt zu verklumpen. Alles ohne tierische Zutaten.
Zutaten
- 450 g gekochter Langkornreis (vom Vortag, kalt)
- 2 Karotten (ca. 180 g, in feine Stifte geschnitten)
- 250 g Brokkoli (in kleine Röschen zerteilt)
- 1 rote Paprika (ca. 180 g, in Streifen)
- 3 Frühlingszwiebeln (in Ringe geschnitten, Grün getrennt)
- 2 Knoblauchzehen (fein gehackt)
- 15 g frischer Ingwer (gerieben)
- 3 EL neutrales Öl
- 4 EL Erdnussmus (ungesüßt)
- 3 EL Sojasoße
- 2 EL Limettensaft
- 1 TL Ahornsirup
- 100 ml Wasser
- 1/2 TL Chiliflocken
- 30 g geröstete Erdnüsse (grob gehackt)
Zubereitung
Schritt 1: Soße anrühren
Rühre in einer Tasse das Erdnussmus mit Sojasoße, Limettensaft, Ahornsirup und den Chiliflocken glatt. Gieße das Wasser in zwei Schüben dazu und rühre jedes Mal durch — gießt du alles auf einmal hinein, flockt das Mus und du bekommst Klümpchen. Die fertige Soße soll die Konsistenz von flüssiger Sahne haben und ohne Widerstand vom Löffel laufen. Stell sie griffbereit neben den Herd.
Schritt 2: Gemüse vorbereiten
Schneide die Karotten in dünne Stifte von etwa fünf Zentimetern Länge, den Brokkoli in Röschen, die nicht größer als ein Daumennagel sind, und die Paprika in schmale Streifen. Trenne beim Schnittlauchgrün der Frühlingszwiebeln das dunkle Grün ab und lege es zur Seite. Im Wok geht später alles sehr schnell, deshalb muss vorher wirklich alles geschnitten in Schälchen bereitstehen.
Schritt 3: Anbraten nach Garzeit
Erhitze 2 EL Öl im Wok, bis es leicht raucht. Gib zuerst die Karottenstifte hinein und wende sie 2 Minuten, dann folgt der Brokkoli für weitere 2 Minuten. Zum Schluss kommen Paprika, die weißen Zwiebelringe, Knoblauch und Ingwer dazu und braten 1 Minute mit, bis es duftet. Das Gemüse soll Farbe bekommen, aber noch spürbar Biss haben.
Schritt 4: Reis dazugeben
Schiebe das Gemüse an den Rand des Woks, gib das letzte Öl in die Mitte und den kalten Reis hinein. Drücke ihn flach und lass ihn eine Minute ungestört liegen, damit die Körner unten leicht ansetzen und Röstaromen bilden. Erst dann hebst du alles um und brätst zwei weitere Minuten, bis der Reis heiß ist und sich in einzelne Körner gelöst hat.
Schritt 5: Soße angießen und abschmecken
Gieße die Erdnusssoße über die heiße Pfanne und wende alles zügig, bis jedes Korn glänzt. Nach etwa einer Minute hat die Soße angezogen und überzieht Reis und Gemüse als dünner Film — ist sie zu dick, gib löffelweise heißes Wasser dazu. Schmecke mit Sojasoße und Limette ab, streue die gehackten Erdnüsse und das Zwiebelgrün darüber und serviere sofort.
Omas Tipps
- Reis vom Vortag ist Pflicht. Frisch gekochter, warmer Reis gibt im Wok Dampf ab und klebt zu einem Klumpen zusammen. Über Nacht im Kühlschrank trocknen die Körner an der Oberfläche ab und bleiben beim Braten einzeln. Hast du keinen übrig, koche ihn morgens und breite ihn auf einem Blech aus.
- Erdnussmus vorher in der Tasse verdünnen. Kippst du das dicke Mus direkt in den Wok, brennt es an den heißen Stellen sofort an und wird bitter. Die 100 ml Wasser geben ihm die Gießfähigkeit, die es braucht, um sich in Sekunden zu verteilen. Rühre das Glas vorher gut durch, wenn sich Öl abgesetzt hat.
- Wok wirklich heiß werden lassen. Die kurze Garzeit funktioniert nur bei voller Hitze: Das Gemüse soll braten, nicht dünsten. Erkennen kannst du das daran, dass die Karotten beim Hineingeben hörbar zischen. Bleibt es still, nimm das Gemüse heraus und heize nach, sonst wird die Pfanne wässrig.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Reste hältst du im Kühlschrank 2 Tage, in einer flachen, gut verschlossenen Dose. Flach deshalb, weil ein hoher Berg Reis in der Mitte lange warm bleibt und dort Feuchtigkeit zieht. Zum Aufwärmen nimmst du wieder die Pfanne, ein Spritzer Wasser genügt, damit die Erdnusssoße wieder cremig wird.
Einfrieren empfehle ich hier nicht. Brokkoli und Paprika verlieren beim Auftauen ihren Biss und geben Wasser ab, das die Soße verdünnt — aus der knackigen Pfanne wird ein weicher Auflauf. Wenn du vorkochen willst, friere nur den blanken Reis ein und brate die frische Pfanne später darauf.
Häufige Fragen
- Kann ich Erdnussmus durch Erdnussbutter ersetzen?
- Ja, aber nimm eine ungesüßte Sorte ohne Palmfett, sonst wird die Soße süßlich und legt sich schwer auf den Reis. Ist deine Erdnussbutter bereits gesalzen, lass den Ahornsirup weg und reduziere die Sojasoße auf 2 EL. Probiere die Soße vor dem Angießen einmal ab.
- Welches Gemüse passt sonst noch in den Wok?
- Zuckerschoten, Champignons und Weißkohlstreifen funktionieren gut, weil sie ähnlich kurz garen. Halte dich an die Gesamtmenge von etwa 600 g Gemüse, sonst reicht die Soße nicht zum Überziehen. Härteres wie Kohlrabi schneidest du dünner und gibst es zusammen mit den Karotten in den Wok.
- Was mache ich, wenn der Reis am Wok festklebt?
- Das passiert fast immer, wenn zu wenig Öl in der Mitte war oder du zu früh gerührt hast. Lass die Schicht eine Minute liegen — sobald sich die Kruste gebildet hat, löst sie sich von selbst vom Metall. Schabe nicht mit Gewalt, sondern schiebe den Wender flach darunter.

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