Nusskuchen mit 200 g Haselnüssen: Saftig, einfach und wie bei Oma!
Ein Nusskuchen war bei uns nie ein Kuchen für besondere Anlässe. Er stand einfach da, in der Kastenform unter dem karierten Tuch, und jeder durfte sich nehmen. Wenn Besuch kam, war er in zehn Minuten halb weg, und wenn kein Besuch kam, hielt er die Woche über her. Genau dafür ist er gemacht: Er schmeckt nach Haselnuss, nach Butter und nach Kaffeenachmittag, ohne dass jemand groß Aufhebens macht.
Die 200 g gemahlene Haselnüsse sind hier kein Zufall. Weniger, und der Kuchen schmeckt nur vage nussig. Mehr, und er wird trocken, weil Nüsse anders binden als Mehl. Mit einem Schuss neutralem Öl neben der Butter bleibt die Krume auch nach zwei Tagen noch weich. Alles wandert in eine Schüssel, der Teig ist in einer Viertelstunde fertig, und den Rest erledigt der Ofen.
Zutaten
- 200 g gemahlene Haselnüsse
- 250 g Mehl (Type 405)
- 200 g weiche Butter
- 200 g Zucker
- 4 Eier (Größe M)
- 1 Päckchen Backpulver (15 g)
- 100 ml Milch
- 4 EL neutrales Öl (z. B. Rapsöl)
- 1 TL Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 1 TL Rum oder Rumaroma (optional)
- 150 g Zartbitterschokolade für den Guss
- 20 g Butter für den Guss
- 40 g Haselnusskerne, grob gehackt
Zubereitung
Schritt 1: Form und Ofen vorbereiten
Heize den Backofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vor. Fette die Kastenform gründlich mit Butter aus, auch in den Ecken, und streue sie dünn mit Mehl aus oder lege einen Streifen Backpapier hinein, der an beiden langen Seiten übersteht. Daran hebst du den fertigen Kuchen später mühelos heraus. Röste die 40 g gehackten Haselnusskerne für den Guss in einer trockenen Pfanne zwei Minuten an, bis sie duften, und stelle sie beiseite.
Schritt 2: Butter und Zucker aufschlagen
Gib die weiche Butter mit dem Zucker, dem Vanillezucker und der Prise Salz in eine große Schüssel. Schlage beides mit dem Handrührgerät vier bis fünf Minuten sehr hell und luftig auf, die Masse soll deutlich heller werden und Volumen bekommen. Das ist die einzige Stelle, an der du wirklich Geduld brauchst, denn diese Luft macht den Kuchen später locker. Rühre die Eier einzeln unter und warte jedes Mal, bis die Masse wieder glatt ist.
Schritt 3: Nüsse und Mehl unterheben
Vermenge in einer zweiten Schüssel die 200 g gemahlenen Haselnüsse, das Mehl und das Backpulver. Gib die Mischung abwechselnd mit der Milch zur Buttermasse und rühre jeweils nur kurz auf niedriger Stufe, bis alles gerade verbunden ist. Zum Schluss kommen das Öl und nach Belieben der Rum dazu. Der Teig ist jetzt schwer und fällt zäh vom Löffel, das gehört so.
Schritt 4: Backen
Fülle den Teig in die Form und streiche die Oberfläche glatt. Ziehe mit einem eingefetteten Messer eine Rille der Länge nach hinein, dann reißt der Kuchen sauber an dieser Stelle auf. Backe ihn 55 Minuten auf der unteren Schiene. Nach 35 Minuten legst du lose Alufolie auf, falls die Oberfläche schon kräftig gebräunt ist. Die Stäbchenprobe in der Mitte muss trocken herauskommen.
Schritt 5: Glasieren
Lass den Kuchen 15 Minuten in der Form stehen, stürze ihn dann auf ein Gitter und lass ihn vollständig auskühlen, etwa eine Stunde. Schmilz die Zartbitterschokolade mit den 20 g Butter über dem Wasserbad, rühre sie glatt und streiche sie über den kalten Kuchen. Streue sofort die gerösteten Haselnusskerne darüber, solange der Guss noch weich ist, sonst halten sie nicht.
Omas Tipps
- Nüsse selbst mahlen. Fertig gemahlene Haselnüsse verlieren im Regal viel Aroma. Röste ganze Kerne 8 Minuten bei 160 °C, reibe die Häutchen im Küchentuch ab und mahle sie kalt. Der Unterschied im Geschmack ist bei 200 g Nüssen deutlich zu schmecken.
- Das Öl nicht weglassen. Butter allein macht den Kuchen im Kühlen fest, gemahlene Nüsse ziehen zusätzlich Feuchtigkeit. Die 4 EL Öl bleiben auch kalt flüssig und sind der Grund, warum dieser Nusskuchen am dritten Tag noch saftig ist.
- Untere Schiene wählen. Ein hoher Kastenkuchen mit viel Nussanteil bräunt oben schnell, bevor die Mitte durch ist. Auf der unteren Schiene bekommt er Hitze von unten, geht gleichmäßig auf und bleibt innen nicht feucht.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im Kühlschrank hält sich der Nusskuchen gut 5 Tage, allerdings wird die Butter dort fest und die Krume fester. Besser ist ein kühler Raum: Schlage ihn in Alufolie ein oder lege ihn in eine Blechdose mit dicht schließendem Deckel, dann bleibt er 4 Tage saftig. Lege eine Scheibe Apfel mit in die Dose, wenn du ihn länger weich halten willst, und tausche sie täglich aus.
Einfrieren funktioniert hier ausgezeichnet, weil der Teig weder Creme noch Obst enthält. Friere ihn am besten in Scheiben ein, jede einzeln in Folie gewickelt, dann kannst du portionsweise auftauen. Bei Raumtemperatur braucht eine Scheibe etwa 40 Minuten. Den Schokoguss trägst du besser erst nach dem Auftauen auf, gefroren bekommt er matte Flecken.
Häufige Fragen
- Kann ich Walnüsse oder Mandeln statt der Haselnüsse nehmen?
- Mandeln kannst du 1:1 gegen die 200 g tauschen, der Kuchen wird dann milder und etwas heller. Walnüsse mahlen sich schlechter und bringen eine leichte Bitternote mit, deshalb würde ich sie höchstens zur Hälfte einsetzen und mit gemahlenen Haselnüssen mischen.
- Warum ist mein Kuchen in der Mitte eingefallen?
- Meist wurde die Ofentür zu früh geöffnet oder der Teig war zu lange gerührt, nachdem das Mehl dazukam. Lass den Ofen die ersten 35 Minuten geschlossen und rühre nach der Mehlzugabe nur so lange, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist.
- Geht der Teig auch in einer Springform?
- Ja, eine Springform mit 26 cm passt gut. Weil der Teig dort flacher liegt, verkürzt sich die Backzeit auf etwa 40 bis 45 Minuten. Mache die Stäbchenprobe früher und rechne mit einem niedrigeren, dafür breiteren Kuchen.

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