Low Carb Tomatensuppe mit Sahne und Basilikum: Ohne Zucker, ohne Mehl!
Es gibt Tage, an denen der Kühlschrank fast leer ist und trotzdem etwas Warmes auf den Tisch soll. Dann greife ich zu zwei Dosen stückigen Tomaten, einer Zwiebel und dem Rest Sahne, der noch im Kühlschrank steht. In einer halben Stunde steht eine Tomatensuppe auf dem Tisch, die tief nach Tomate schmeckt und so sämig ist, dass der Löffel fast darin stehen bleibt.
Das Besondere: Hier kommt weder Zucker noch Mehl hinein. Viele Tomatensuppen werden mit einer Mehlschwitze angedickt und mit einem Löffel Zucker gegen die Säure abgeschmeckt. Beides brauchst du nicht. Die Sahne macht die Suppe sämig, langsam angeschwitzte Zwiebeln bringen die nötige Süße mit, und ein winziger Spritzer Weißweinessig nimmt der Tomate die scharfe Kante. Das Basilikum kommt erst ganz zum Schluss dazu, damit es frisch bleibt.
Zutaten
- 800 g stückige Tomaten (2 Dosen à 400 g)
- 1 große Zwiebel (ca. 120 g)
- 2 Knoblauchzehen
- 2 EL Olivenöl
- 1 EL Tomatenmark
- 300 ml Gemüsebrühe
- 200 ml Schlagsahne
- 1 TL Weißweinessig
- 1 TL getrockneter Oregano
- 1 Bund frisches Basilikum (ca. 20 g)
- Salz
- Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Zubereitung
Schritt 1: Zwiebel und Knoblauch anschwitzen
Schäle die Zwiebel und schneide sie in feine Würfel, den Knoblauch hackst du klein. Erhitze das Olivenöl in einem weiten Topf bei mittlerer Hitze und gib die Zwiebelwürfel hinein. Lass sie sechs bis sieben Minuten unter gelegentlichem Rühren weich werden. Sie sollen glasig und am Rand höchstens hellgolden sein, keinesfalls braun. Diese langsam gegarten Zwiebeln liefern später die milde Süße, für die andere Rezepte Zucker brauchen. Den Knoblauch gibst du erst in der letzten Minute dazu.
Schritt 2: Tomatenmark rösten
Schiebe die Zwiebeln an den Topfrand und gib das Tomatenmark in die freie Mitte. Lass es eine gute Minute unter Rühren anrösten, bis es eine Nuance dunkler wird und angenehm herzhaft duftet. Dieser kurze Schritt macht aus einem säuerlichen Mark eine runde, tiefe Basis. Achte darauf, dass nichts am Boden festbrennt, sonst wird die ganze Suppe bitter. Rühre danach alles zusammen und streue den Oregano darüber.
Schritt 3: Tomaten und Brühe zugeben
Gieße die stückigen Tomaten mit dem Saft aus beiden Dosen in den Topf und rühre die Gemüsebrühe unter. Kratze mit dem Löffel den Topfboden ab, damit sich alle Röstaromen lösen. Bring die Suppe einmal zum Kochen, dann stelle die Hitze auf kleine Stufe zurück. Lass sie fünfzehn Minuten leise köcheln, halb abgedeckt, damit etwas Flüssigkeit verdampft und der Geschmack konzentrierter wird. Rühre zwischendurch einmal um.
Schritt 4: Fein pürieren
Nimm den Topf von der Platte und püriere die Suppe mit dem Stabmixer, bis keine Stückchen mehr zu sehen sind. Arbeite ruhig eine volle Minute: Je feiner das Püree, desto samtiger wirkt die Suppe später am Gaumen, ganz ohne Bindemittel. Halte den Mixstab dabei immer unter der Oberfläche, sonst spritzt die heiße Tomate. Wer es besonders fein mag, streicht die Suppe anschließend durch ein grobes Sieb.
Schritt 5: Sahne unterrühren und abschmecken
Stelle den Topf zurück auf kleine Hitze und rühre die Sahne ein. Die Suppe darf jetzt nur noch ziehen, nicht mehr sprudelnd kochen, sonst kann die Sahne flocken. Schmecke mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer ab und gib den Teelöffel Weißweinessig dazu. Probiere danach noch einmal: Der Essig soll nicht herausschmecken, er hebt nur die Tomate an und nimmt ihr die spitze Säure.
Schritt 6: Basilikum und servieren
Zupfe die Basilikumblätter von den Stielen. Ein Drittel schneidest du in feine Streifen und rührst sie in die Suppe, die restlichen Blätter bleiben ganz. Fülle die Suppe in vorgewärmte Teller, ziehe mit einem Löffel Sahne einen Wirbel auf die Oberfläche und verteile die ganzen Blätter darauf. Sofort servieren, solange das Basilikum noch dunkelgrün und duftend ist.
Omas Tipps
- Der Essig ersetzt den Zucker. Klingt verkehrt, funktioniert aber: Ein Teelöffel Weißweinessig lässt die Tomate voller schmecken, sodass die fehlende Süße gar nicht auffällt. Gib ihn immer erst ganz zum Schluss dazu und schmecke nach jedem halben Teelöffel ab.
- Basilikumstiele mitkochen. Wirf die abgezupften Stiele nicht weg, sondern lege sie beim Köcheln in Schritt 3 mit in den Topf und fische sie vor dem Pürieren wieder heraus. Sie geben ein tieferes, würzigeres Basilikumaroma ab, als die zarten Blätter es je könnten.
- Sahne nie kochen lassen. Sobald die 200 ml Sahne im Topf sind, bleibt die Platte auf kleinster Stufe. Kocht die Suppe danach noch einmal sprudelnd auf, gerinnt das Eiweiß der Sahne an den sauren Tomaten und du bekommst kleine weiße Flöckchen, die sich nicht mehr wegrühren lassen.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Die Suppe hält sich im Kühlschrank drei Tage. Lass sie erst vollständig abkühlen, fülle sie dann in ein Schraubglas oder eine Schüssel mit dicht schließendem Deckel. Das Basilikum aus der Garnitur nimmst du vorher heraus, es wird über Nacht dunkel und schmeckt streng. Zum Aufwärmen die Suppe langsam bei kleiner Hitze erhitzen und nur bis kurz unter den Siedepunkt bringen, damit die Sahne nicht ausflockt. Frisches Basilikum kommt erst wieder auf den Teller.
Einfrieren empfehle ich hier nicht. Die Sahne trennt sich beim Auftauen von der Tomate, die Suppe wirkt dann grieselig und lässt sich auch mit dem Stabmixer nur mühsam wieder zusammenbringen. Willst du trotzdem vorarbeiten, friere die Suppe nach Schritt 4 ohne Sahne portionsweise ein. Sie hält so drei Monate, und du rührst die Sahne erst nach dem Auftauen im Topf unter.
Häufige Fragen
- Kann ich frische Tomaten statt Dosentomaten nehmen?
- Ja, du brauchst dann etwa 1 kg vollreife Fleischtomaten, weil beim Häuten und Entkernen einiges verloren geht. Überbrühe sie kurz, ziehe die Haut ab und koche sie fünf Minuten länger als im Rezept. Achte darauf, dass die Tomaten wirklich reif sind, sonst bleibt die Suppe ohne den zugesetzten Zucker zu sauer.
- Womit kann ich die Sahne ersetzen?
- Crème fraîche oder Schmand funktionieren gut, nimm davon 150 g statt der 200 ml Sahne und rühre sie löffelweise ein. Beide sind säuerlicher, also brauchst du dann vermutlich keinen Essig mehr. Kokosmilch passt geschmacklich nicht zum Basilikum und verschiebt den Charakter der Suppe zu stark.
- Die Suppe ist mir zu dünn geworden, was tun?
- Lass sie vor dem Einrühren der Sahne einfach zehn Minuten länger offen köcheln, damit Wasser verdampft. Mehl oder Speisestärke kommen hier nicht in Frage, du kannst aber ein Stück gegarte Zucchini oder eine kleine Handvoll geriebenen Parmesan mitpürieren. Beides bindet, ohne den Kohlenhydratanteil merklich zu erhöhen.

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