Kartoffeltaler aus Kartoffelpüree: Aus Resten, 16 Stück in 20 Minuten!
In meiner Küche wird nichts weggeworfen, und Kartoffelpüree schon gar nicht. Meist bleibt vom Sonntagsbraten eine Schüssel übrig, die dann im Kühlschrank fest wird und am nächsten Tag niemanden mehr begeistert. Genau dann kommen die Kartoffeltaler ins Spiel: kalt gewordenes Püree ist für sie sogar der bessere Ausgangspunkt, weil es sich viel leichter formen lässt als frisch gestampftes.
Du brauchst dafür nichts weiter als ein Ei, etwas Mehl und eine Pfanne. In 20 Minuten stehen 16 goldbraune Taler auf dem Tisch – außen mit einer feinen Kruste, innen weich und kartoffelig. Bei uns gibt es sie mit Kräuterquark und einem Salat als Abendessen, aber die Kinder haben sie mir auch schon lauwarm direkt aus der Pfanne weggenascht.
Zutaten
- 600 g kaltes Kartoffelpüree vom Vortag
- 1 Ei (Größe M)
- 60 g Mehl Type 405
- 2 EL Speisestärke
- 1 Bund Schnittlauch (etwa 15 g)
- 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
- Salz und Pfeffer
- 4 EL Rapsöl zum Braten
- 2 EL Semmelbrösel, falls die Masse zu weich ist
Zubereitung
Schritt 1: Masse anrühren
Gib das kalte Püree in eine große Schüssel und drücke es mit der Gabel einmal locker auf, damit keine festen Klumpen bleiben. Schneide den Schnittlauch in feine Röllchen und gib ihn zusammen mit Ei, Mehl, Speisestärke, Muskat, Salz und Pfeffer dazu. Rühre alles mit der Gabel zusammen, bis eine gleichmäßige Masse entsteht – nicht kneten, sonst wird sie klebrig und zäh.
Schritt 2: Konsistenz prüfen
Nimm einen Löffel der Masse und forme ihn zwischen den Handflächen zu einem kleinen Fladen. Hält er seine Form und fällt nicht auseinander, passt alles. Klebt er stark an den Händen, arbeitest du die Semmelbrösel unter und wartest zwei Minuten, bis sie Feuchtigkeit gezogen haben. War dein Püree sehr sahnig, kann ein weiterer Esslöffel Mehl nötig sein.
Schritt 3: 16 Taler formen
Teile die Masse mit dem Löffel grob in vier Viertel und aus jedem Viertel vier gleich große Portionen – so kommst du sicher auf 16 Stück. Rolle jede Portion mit leicht feuchten Händen zur Kugel und drücke sie dann auf etwa 6 cm Durchmesser und einen guten Zentimeter Dicke flach. Lege die Taler nebeneinander auf ein Brett, sie dürfen sich nicht berühren.
Schritt 4: Braten
Erhitze die Hälfte des Öls in einer großen Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze. Das Öl ist heiß genug, wenn ein Bröselchen sofort zischt. Lege acht Taler hinein, ohne sie zu drängen, und brate sie 3 Minuten, bis der Rand goldbraun wird. Erst dann wenden – zu frühes Wenden reißt die Kruste auf. Die zweite Seite braucht ebenfalls 3 Minuten.
Schritt 5: Zweite Fuhre und servieren
Lege die fertigen Taler auf Küchenpapier und halte sie im auf 80 °C vorgeheizten Ofen warm. Gib das restliche Öl in die Pfanne, lass es kurz heiß werden und brate die zweiten acht Taler genauso. Streue zum Schluss noch etwas Schnittlauch darüber und serviere sie sofort mit Kräuterquark – eine Kruste wartet nicht gern.
Omas Tipps
- Nur kaltes Püree verwenden. Frisch gestampftes, warmes Püree ist zu feucht und die Taler zerlaufen in der Pfanne. Über Nacht im Kühlschrank verfestigt sich die Stärke und die Masse lässt sich sauber formen. Hast du nur warmes Püree, stelle es mindestens zwei Stunden kalt.
- Speisestärke neben dem Mehl. Mehl allein macht die Taler innen brotig. Die zwei Esslöffel Stärke sorgen dafür, dass die Außenseite knuspriger wird und der Kern weich bleibt. Kartoffelstärke funktioniert genauso gut wie Maisstärke.
- Pfanne nicht überfüllen. Mehr als acht Taler gleichzeitig kühlen die Pfanne aus, dann ziehen sie Öl statt eine Kruste zu bilden. Lieber in zwei Fuhren arbeiten und die erste im Ofen warmhalten. Zwischen den Fuhren das Öl erneuern, sonst verbrennen die zurückgebliebenen Bröseln.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Gebratene Taler halten sich im Kühlschrank 2 Tage. Lass sie vollständig auskühlen und schichte sie mit Backpapier dazwischen in eine Dose, sonst kleben sie aneinander und weichen durch. Deck sie nicht mit Folie direkt auf der Oberfläche ab. Zum Aufwärmen niemals die Mikrowelle nehmen – die macht sie gummiartig. Zwei Minuten pro Seite in der trockenen Pfanne oder 6 Minuten bei 180 °C im Ofen bringen die Kruste zurück.
Einfrieren geht, und zwar am besten gebraten und einzeln vorgefroren auf einem Blech, danach in den Gefrierbeutel. So kleben sie nicht zusammen und du kannst einzeln entnehmen. Haltbar sind sie 2 Monate. Sie kommen gefroren direkt in den Ofen, 12 Minuten bei 200 °C. Die rohe Masse solltest du dagegen nicht einfrieren, weil das Ei beim Auftauen Wasser zieht und die Taler dann zerfallen.
Häufige Fragen
- Wie viel Püree brauche ich für genau 16 Taler?
- 600 g kaltes Püree ergeben zusammen mit Ei und Mehl 16 Taler von etwa 6 cm Durchmesser. Hast du weniger übrig, rechne einfach herunter: 300 g reichen für 8 Taler mit einem halben Ei, das du verquirlst und abmisst. Mehr als 700 g solltest du auf zwei Portionen aufteilen, sonst wird die Masse beim Rühren zu weich.
- Mein Püree enthält viel Milch und Butter – funktioniert das trotzdem?
- Ja, du musst nur die Mehlmenge anpassen. Ein sehr sahniges Püree braucht meist 20 g Mehl mehr oder die zwei Esslöffel Semmelbrösel aus der Zutatenliste. Mach unbedingt den Probe-Taler aus Schritt 2, bevor du alles formst.
- Kann ich die Taler im Ofen statt in der Pfanne machen?
- Das geht, dauert aber länger und die Kruste bleibt blasser. Lege sie auf ein mit Backpapier belegtes Blech, pinsle beide Seiten mit Öl ein und backe sie 20 Minuten bei 200 °C Ober-/Unterhitze, nach 12 Minuten einmal wenden. Die 20-Minuten-Gesamtzeit dieses Rezepts gilt dann allerdings nicht mehr.

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