Kartoffelpizza auf dem Blech: Der Teig aus 500 g Kartoffeln!
Manchmal liegen im Vorratskorb noch Kartoffeln, aber kein Mehl für einen Hefeteig und schon gar keine Lust auf anderthalb Stunden Gehzeit. Bei mir wurde daraus vor Jahren die Kartoffelpizza: Der Boden besteht fast nur aus geriebenen Kartoffeln, gebunden mit etwas Mehl und einem Ei. Meine Enkel nennen sie Rösti-Pizza, und das trifft es ziemlich genau.
Genau 500 g Kartoffeln ergeben ein Blech, das für vier Leute reicht. Der Boden wird unten knusprig wie ein Reibekuchen und trägt trotzdem Sauce und Käse, ohne durchzuweichen. Der ganze Trick steckt darin, den geriebenen Kartoffeln das Wasser richtig auszudrücken. Wer das ordentlich macht, bekommt einen Boden, der beim Anheben nicht zusammenklappt.
Zutaten
- 500 g mehligkochende Kartoffeln
- 1 Ei (Größe M)
- 80 g Weizenmehl Type 405
- 2 EL Olivenöl für den Teig
- 1 TL Salz für den Teig
- 1 Prise geriebene Muskatnuss
- 150 g passierte Tomaten
- 1 TL getrockneter Oregano
- 1 Knoblauchzehe
- 1/2 TL Salz für die Sauce
- 200 g geriebener Mozzarella oder Pizzakäse
- 100 g gekochter Schinken in Streifen
- Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
- Frische Basilikumblätter zum Servieren
Zubereitung
Schritt 1: Kartoffeln reiben und ausdrücken
Schäle die 500 g Kartoffeln und reibe sie auf der groben Seite der Reibe direkt in eine Schüssel mit kaltem Wasser. Lass sie zwei Minuten liegen, gieße ab und gib die Masse portionsweise in ein sauberes Küchentuch. Drücke kräftig aus, bis kaum noch Flüssigkeit kommt. Aus 500 g Kartoffeln holst du so gut eine halbe Tasse Wasser heraus.
Schritt 2: Teig anrühren
Gib die ausgedrückten Kartoffelraspel in eine trockene Schüssel. Ei, Mehl, Olivenöl, 1 TL Salz und die Prise Muskat dazu. Mische alles mit der Gabel, bis kein Mehlnest mehr zu sehen ist. Die Masse soll feucht, aber formbar sein. Klebt sie zu stark an den Fingern, rühre noch einen Esslöffel Mehl unter.
Schritt 3: Boden ausstreichen und vorbacken
Heize den Ofen auf 220 °C Ober- und Unterhitze vor. Lege ein Blech mit Backpapier aus und streiche es dünn mit Öl ein. Verteile die Kartoffelmasse mit feuchten Händen zu einem Rechteck von etwa 25 mal 35 Zentimetern, gleichmäßig knapp einen halben Zentimeter dick. Backe den Boden 20 Minuten vor, bis die Ränder goldbraun werden.
Schritt 4: Sauce anrühren
Während der Boden vorbackt, presst du die Knoblauchzehe in die passierten Tomaten. Oregano und einen halben Teelöffel Salz dazu, gut verrühren. Nicht kochen, die Sauce gart auf der Pizza mit. Halte sie eher dickflüssig, notfalls lässt du ein bis zwei Esslöffel Flüssigkeit im Glas zurück.
Schritt 5: Belegen und fertig backen
Nimm den vorgebackenen Boden heraus und streiche die Sauce darauf, aber lass einen Zentimeter Rand frei. Streue den Käse darüber und verteile die Schinkenstreifen. Schiebe das Blech zurück und backe die Pizza weitere 15 Minuten, bis der Käse geschmolzen ist und an den Rändern kleine braune Flecken bekommt.
Schritt 6: Schneiden und servieren
Zieh das Blech heraus und lass die Pizza drei Minuten ruhen, sonst zieht der Käse Fäden bis zum Tisch. Schneide sie mit einem großen Messer in Quadrate, mahle Pfeffer darüber und verteile die Basilikumblätter erst jetzt, damit sie grün bleiben. Am besten schmeckt sie direkt, solange der Boden unten noch knackt.
Omas Tipps
- Mehligkochend ist hier Pflicht. Die Stärke aus mehligkochenden Kartoffeln bindet den Boden zusammen. Festkochende Sorten bleiben trotz Ei und Mehl bröselig, und beim Schneiden fällt dir die Pizza auseinander.
- Das Wasserbad gegen graue Raspel. Kartoffelraspel verfärben sich an der Luft innerhalb von Minuten. Das kurze kalte Wasserbad verhindert das und spült gleichzeitig überschüssige Stärke ab, die den Boden sonst gummiartig machen würde.
- Vorbacken nicht überspringen. Legst du den rohen Boden gleich mit Sauce aus, zieht die Feuchtigkeit nach unten und du bekommst einen weichen Fladen. Die 20 Minuten allein im Ofen bilden erst die Kruste, die später alles trägt.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Übrig gebliebene Stücke halten sich zwei Tage im Kühlschrank. Lass sie zuerst komplett auskühlen und stapele sie dann mit Backpapier dazwischen in einer Dose, sonst klebt der Käse alles zusammen. Zum Aufwärmen nimmst du am besten eine trockene Pfanne mit Deckel bei mittlerer Hitze für fünf Minuten, so wird der Kartoffelboden unten wieder knusprig.
Zum Einfrieren eignet sich die fertig belegte Pizza schlecht, der Kartoffelboden wird nach dem Auftauen weich und wässrig. Wenn du vorarbeiten willst, friere lieber nur den vorgebackenen Boden ein: eingewickelt in Backpapier und Folie hält er sechs Wochen und kann gefroren direkt belegt und bei 220 °C fertig gebacken werden.
Häufige Fragen
- Kann ich den Boden ohne Ei binden?
- Ja, ersetze das Ei durch 2 EL Kartoffelstärke und 3 EL Wasser. Der Boden wird dann etwas mürber und du solltest ihn fünf Minuten länger vorbacken. Zum Schneiden lässt du ihn dann besser fünf statt drei Minuten ruhen.
- Warum bleibt mein Boden in der Mitte weich?
- Fast immer wurde das Kartoffelwasser nicht gründlich genug ausgedrückt, oder die Masse wurde in der Mitte dicker ausgestrichen als am Rand. Streiche mit feuchten Händen bewusst von der Mitte nach außen und kontrolliere die Dicke mit dem Fingernagel.
- Welcher Belag passt noch dazu?
- Alles, was nicht viel Wasser zieht: Salami, Zwiebelringe, Oliven oder Speckwürfel. Frische Tomatenscheiben, Pilze und Zucchini würde ich vorher kurz in der Pfanne abbraten, sonst laufen sie auf dem Kartoffelboden aus und weichen ihn durch.

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