Gnocchi selber machen aus 500 g Kartoffeln: Ohne Fertigteig!
Wenn ich als junge Frau nicht wusste, was ich abends auf den Tisch bringen soll, habe ich Kartoffeln gekocht. Immer. Kartoffeln lagen bei uns im Keller in einer Holzkiste, und aus ihnen liess sich alles machen: Suppe, Puffer, Salat – und eben Gnocchi. Damals gab es noch keine Packungen mit fertigem Teig im Kühlregal, man hat den Teig selbst geknetet, und ehrlich gesagt schmeckt er so bis heute am besten.
Das Schöne daran: Du brauchst nur 500 g Kartoffeln, etwas Mehl, ein Ei und ein bisschen Geduld. Kein Fertigteig, keine seltsamen Zusätze. Der ganze Trick liegt darin, den Teig nicht zu lange zu kneten und nicht zu viel Mehl zu nehmen. Dann werden die Gnocchi locker und leicht statt gummiartig – und du wirst merken, wie schnell das nach zwei, drei Mal von der Hand geht.
Zutaten
- 500 g mehligkochende Kartoffeln
- 130 g Weizenmehl Type 405, plus etwas zum Arbeiten
- 1 Ei (Größe M)
- 30 g Hartkäse, fein gerieben
- 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
- 1 TL Salz für den Teig
- 40 g Butter zum Schwenken
- 2 EL glatte Petersilie, fein gehackt
- Salz für das Kochwasser
Zubereitung
Schritt 1: Kartoffeln garen
Wasche die 500 g mehligkochenden Kartoffeln gründlich und koche sie mit Schale in reichlich Salzwasser. Je nach Größe brauchen sie 25 bis 30 Minuten. Sie sind gar, wenn ein Messer ohne Widerstand hineingleitet und beim Herausziehen nicht an der Kartoffel hängen bleibt. Giesse das Wasser ab und lass die Kartoffeln kurz ausdampfen – je trockener sie sind, desto weniger Mehl brauchst du später.
Schritt 2: Pellen und pressen
Pelle die Kartoffeln noch heiss, am besten mit einem Küchentuch in der Hand, und drücke sie sofort durch die Kartoffelpresse auf ein Brett oder die Arbeitsfläche. Verteile die Masse locker, damit der Dampf entweicht, und lass sie etwa 15 Minuten abkühlen, bis sie nur noch handwarm ist. Warm zerdrückt ergibt die feinste Masse, aber das Ei darf nicht stocken.
Schritt 3: Teig zusammenfügen
Streue 130 g Mehl, 30 g geriebenen Hartkäse, 1 TL Salz und die Prise Muskat über die Kartoffeln und gib das Ei in die Mitte. Arbeite alles mit den Händen nur so lange zusammen, bis ein weicher, leicht klebriger Teig entsteht – höchstens eine halbe Minute. Kneten macht den Teig zäh, weil die Stärke sich verbindet. Klebt er stark, streue löffelweise Mehl nach, aber sparsam.
Schritt 4: Rollen und formen
Teile den Teig in vier Stücke und rolle jedes auf der bemehlten Fläche zu einer Rolle von etwa 2 cm Durchmesser. Schneide mit einem Messer Stücke von rund 2 cm ab. Drücke jedes Stück leicht über die Rückseite einer Gabel und rolle es ab, so bekommt es die typischen Rillen. Lege die Gnocchi nebeneinander auf ein bemehltes Brett, ohne dass sie sich berühren.
Schritt 5: Im Wasser ziehen lassen
Bringe einen weiten Topf Salzwasser zum Kochen und reduziere die Hitze, bis das Wasser nur noch leicht simmert. Gib die Gnocchi portionsweise hinein. Sie brauchen zwei bis drei Minuten: Sobald sie an der Oberfläche schwimmen, lass sie noch dreissig Sekunden ziehen und hebe sie dann mit der Schaumkelle heraus. Sprudelndes Wasser würde sie zerreissen.
Schritt 6: In Butter schwenken
Lass 40 g Butter in einer weiten Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen, bis sie hellbraun wird und nussig riecht. Gib die abgetropften Gnocchi hinein und schwenke sie ein bis zwei Minuten, bis sie an den Rillen leicht Farbe nehmen. Streue die gehackte Petersilie darüber und bringe sie sofort auf den Tisch.
Omas Tipps
- Kartoffeln vom Vortag sind Gold wert. Gekochte Kartoffeln, die über Nacht im Kühlschrank standen, haben Feuchtigkeit verloren. Der Teig braucht dann spürbar weniger Mehl und die Gnocchi bleiben luftiger. Presse sie einfach kalt durch und gib das Ei dazu.
- Mach immer einen Probe-Gnocchi. Wirf ein einzelnes Stück ins simmernde Wasser, bevor du den ganzen Teig formst. Zerfällt es, knete noch einen Esslöffel Mehl unter. Bleibt es fest und kompakt, hast du bereits zu viel Mehl – dann forme etwas grössere Stücke.
- Nicht auf einen Haufen legen. Frisch geformte Gnocchi kleben zusammen, wenn sie sich berühren, und lassen sich dann nicht mehr trennen. Ein gut bemehltes Brett mit Abstand zwischen den Stücken rettet die ganze Arbeit, besonders wenn du in mehreren Portionen kochst.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Gekochte Gnocchi halten sich im Kühlschrank 2 Tage. Schwenke sie vorher in etwas Butter oder Öl, damit sie nicht verkleben, und decke die Schüssel mit einem Teller oder Frischhaltefolie ab. Zum Aufwärmen gibst du sie am besten direkt in eine Pfanne mit Butter und brätst sie 3 bis 4 Minuten – in der Mikrowelle werden sie weich und matschig. Roher Teig lässt sich dagegen nicht lagern, er zieht Wasser und wird grau.
Einfrieren funktioniert sehr gut, aber nur roh und ungekocht. Lege die geformten Gnocchi mit Abstand auf ein bemehltes Blech, friere sie zwei Stunden vor und fülle sie dann in einen Gefrierbeutel. So kleben sie nicht zusammen und halten drei Monate. Gefroren kommen sie ohne Auftauen ins simmernde Wasser und brauchen etwa eine Minute länger.
Häufige Fragen
- Warum zerfallen meine Gnocchi im Wasser?
- Meist war das Wasser zu stark am Kochen oder die Kartoffeln zu nass. Lass das Wasser nur simmern, so dass gerade kleine Bläschen aufsteigen. Hilft das nicht, knete einen weiteren Esslöffel Mehl unter den restlichen Teig.
- Kann ich das Ei weglassen?
- Ja, dann brauchst du aber sehr trockene, mehlige Kartoffeln und etwa 20 g mehr Mehl. Die Gnocchi werden zarter, aber empfindlicher beim Kochen. Für den ersten Versuch würde ich beim Ei bleiben, es gibt dem Teig Halt.
- Gehen auch festkochende Kartoffeln?
- Sie funktionieren, geben aber eine feuchtere, klebrigere Masse, die mehr Mehl schluckt. Das Ergebnis ist fester und weniger fluffig. Wenn du nur festkochende im Haus hast, koche sie und lass sie vor dem Pressen vollständig auskühlen.

Schreibe einen Kommentar