Pellkartoffeln mit Leinöl und Quark: Omas Abendessen mit 4 Zutaten!
Es gibt Gerichte, die so schlicht sind, dass man fast vergisst, wie gut sie schmecken. Pellkartoffeln mit Leinöl und Quark gehören für mich dazu. Bei uns kam das früher an den Abenden auf den Tisch, an denen niemand mehr Lust auf großes Kochen hatte – und trotzdem sind alle satt und zufrieden vom Tisch aufgestanden.
Das Besondere ist das Leinöl. Es ist grün-golden, schmeckt leicht nussig und zieht sich in kleinen Inseln über den weißen Quark. Mehr als vier Zutaten braucht es nicht: Kartoffeln, Quark, Leinöl und Schnittlauch. Salz und Wasser zähle ich nicht mit, die stehen ohnehin in jeder Küche.
Zutaten
- 1 kg festkochende Kartoffeln, mittelgroß
- 500 g Speisequark, 20 % Fett i. Tr.
- 6 EL Leinöl
- 2 Bund Schnittlauch
- Salz für das Kochwasser und zum Abschmecken
- Wasser zum Kochen
Zubereitung
Schritt 1: Kartoffeln waschen und aufsetzen
Bürste die Kartoffeln unter fließendem Wasser gründlich ab, die Schale bleibt dran. Wähle möglichst gleich große Knollen, damit sie zur selben Zeit gar sind. Setze sie in einem Topf mit kaltem Wasser auf, sodass sie knapp bedeckt sind, und gib einen gehäuften Teelöffel Salz dazu. Bring alles bei großer Hitze zum Kochen.
Schritt 2: Sanft garen
Sobald das Wasser sprudelt, drehst du die Hitze herunter, bis es nur noch leicht wallt. Kochen die Kartoffeln zu stark, platzt die Schale auf und sie saugen sich mit Wasser voll. Lass sie 25 Minuten ziehen und prüfe dann mit einem spitzen Messer: Es soll ohne Widerstand bis zur Mitte gleiten. Gieß das Wasser ab und lass die Kartoffeln kurz im Topf ausdampfen.
Schritt 3: Quark anrühren
Gib den Quark in eine Schüssel und rühre ihn mit einer Gabel kurz glatt. Ist er sehr fest, kannst du zwei Esslöffel vom heißen Kartoffelwasser unterrühren – das bleibt bei den vier Zutaten. Schmecke ihn mit Salz ab und probiere zwischendurch, Quark braucht mehr Salz, als man denkt.
Schritt 4: Schnittlauch und Leinöl
Schneide den Schnittlauch in feine Röllchen und hebe zwei Drittel davon unter den Quark. Gieße vier Esslöffel Leinöl in kleinen Kreisen über die Oberfläche und rühre nur zweimal durch, damit grüne Ölbahnen sichtbar bleiben. Verteile den restlichen Schnittlauch und die letzten zwei Esslöffel Öl obenauf.
Schritt 5: Warm servieren
Bring die Kartoffeln in einer Schüssel mit einem Tuch darüber auf den Tisch, damit sie warm bleiben. Jeder pellt sich seine Knollen selbst – die Schale löst sich vom Rand her fast von allein. Drück die heiße Kartoffel auf dem Teller leicht auf und gib einen Löffel Quark darauf, sodass das Öl in die dampfende Mitte läuft.
Omas Tipps
- Leinöl niemals erhitzen. Es verträgt keine Hitze und wird in der Pfanne sofort bitter. Deshalb kommt es erst zum kalten Quark, direkt vor dem Essen – die Wärme der Kartoffel reicht völlig, um das nussige Aroma zu lösen.
- Kartoffeln nicht abschrecken. Kaltes Wasser lässt die Schale zwar leichter abziehen, macht die Knollen aber innen glasig und kühlt sie zu schnell aus. Ausdampfen im offenen Topf trocknet sie stattdessen mehlig-locker ab.
- Quark mit 20 Prozent wählen. Magerquark wird neben dem Leinöl sauer und wirkt kreidig am Gaumen. Die 20 Prozent Fett tragen das Öl und machen die Creme streichfähig, ohne dass du Sahne oder Milch dazugeben musst.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Den angerührten Leinölquark hältst du im Kühlschrank höchstens einen Tag. Fülle ihn in ein Glas mit Schraubdeckel und drücke die Oberfläche glatt, damit möglichst wenig Luft daran kommt. Leinöl wird schnell ranzig und schmeckt dann kratzig-bitter – rühre den Quark deshalb lieber immer frisch an. Gekochte Pellkartoffeln bleiben ungepellt und locker abgedeckt drei Tage frisch und lassen sich am nächsten Tag als Bratkartoffeln verwenden.
Einfrieren kommt hier nicht infrage. Quark trennt sich beim Auftauen in Molke und Körner, und die gekochten Kartoffeln werden innen mehlig-wässrig und süßlich. Dieses Gericht lebt davon, dass die Kartoffeln dampfend heiß auf den kühlen Quark treffen, und genau das lässt sich nicht konservieren.
Häufige Fragen
- Woran erkenne ich frisches Leinöl?
- Frisches Leinöl riecht nach Heu und Nüssen und schmeckt mild, fast leicht süßlich. Kratzt es im Hals oder erinnert der Geruch an alte Ölfarbe, ist es verdorben. Kaufe es in kleinen dunklen Flaschen und bewahre es nach dem Öffnen im Kühlschrank auf, dort hält es etwa vier Wochen.
- Kann ich mehligkochende Kartoffeln nehmen?
- Besser nicht, sie platzen beim Kochen auf und zerfallen, sobald du sie pellst. Festkochende Sorten behalten ihre Form, und die Schale lässt sich in einem Stück abziehen. Vorwiegend festkochende sind ein guter Kompromiss, wenn du es lockerer magst.
- Warum sind es wirklich nur vier Zutaten?
- Kartoffeln, Quark, Leinöl und Schnittlauch – mehr steht nicht in der Schüssel. Salz und Wasser rechne ich nicht mit, weil sie zur Grundausstattung gehören und das Gericht nicht prägen. Wer mag, ersetzt den Schnittlauch durch Petersilie, dann bleibt die Zahl gleich.

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