Kartoffel-Erbsen-Curry mit Joghurt: Indisch, in 35 Minuten!
Meine Nachbarin hat jahrelang neben einer indischen Familie gewohnt und mir irgendwann erzählt, wie dort mit Kartoffeln umgegangen wird: nicht als Beilage, sondern als Hauptdarsteller in einer Sauce voller Gewürze. Ich war skeptisch, ich bin schließlich mit Salzkartoffeln und Petersilie großgeworden. Dann habe ich es probiert, und seitdem koche ich dieses Curry mindestens zweimal im Monat. Es ist warm, sättigend und braucht nichts als Vorratsschrank und Kühlschrank.
Einfach wird es dadurch, dass alles in einem Topf passiert und die Kartoffeln klein genug geschnitten sind, um in zwanzig Minuten weich zu werden. Der Joghurt macht aus der Gewürzbrühe eine sämige Sauce, ohne dass du Sahne brauchst. Wichtig ist nur, dass er am Schluss bei kleiner Hitze hineinkommt – dazu sage ich unten noch etwas. In fünfunddreißig Minuten von der ersten Zwiebel bis zum gedeckten Tisch, das schaffst du auch nach einem langen Tag.
Zutaten
- 800 g festkochende Kartoffeln, geschält und in 2 cm große Würfel geschnitten
- 250 g Erbsen (TK, nicht aufgetaut)
- 250 g Naturjoghurt mit 3,5 % Fett, zimmerwarm
- 2 Zwiebeln, fein gewürfelt
- 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 20 g frischer Ingwer, fein gerieben
- 3 EL neutrales Öl
- 1 TL ganzer Kreuzkümmel
- 2 TL gemahlener Koriander
- 1 TL Kurkuma
- 1/2 TL Chiliflocken
- 1 TL Garam Masala
- 400 ml Gemüsebrühe
- 1 TL Salz
- 1 Handvoll frischer Koriander, grob gehackt
Zubereitung
Schritt 1: Gewürze wecken
Erhitze das Öl in einem weiten Topf bei mittlerer Hitze und gib den ganzen Kreuzkümmel hinein. Nach etwa dreißig Sekunden fangen die Samen an zu knistern und duften nussig – das ist dein Signal. Gib sofort die Zwiebelwürfel dazu und brate sie sechs bis sieben Minuten, bis sie weich und an den Rändern goldbraun sind. Rühre zwischendurch um, damit nichts am Boden ansetzt.
Schritt 2: Knoblauch, Ingwer und Pulvergewürze
Rühre Knoblauch und Ingwer unter und brate sie eine Minute mit, bis der scharfe Rohgeruch verschwunden ist. Streue dann Koriander, Kurkuma und Chiliflocken darüber und rühre sie dreißig Sekunden im heißen Öl. Die Masse wird tiefgelb und riecht kräftig. Länger als eine halbe Minute darfst du die Pulver nicht braten, sonst werden sie bitter.
Schritt 3: Kartoffeln angehen lassen
Gib die Kartoffelwürfel in den Topf und wende sie, bis jeder Würfel gelb überzogen ist. Gieße die Gemüsebrühe an, salze mit dem Teelöffel Salz und bringe alles einmal zum Kochen. Stelle die Hitze dann klein und lass das Curry mit leicht schrägem Deckel achtzehn Minuten leise köcheln.
Schritt 4: Erbsen dazu
Prüfe mit der Messerspitze, ob die Kartoffeln fast weich sind – sie sollen noch minimal Widerstand geben. Streue die gefrorenen Erbsen direkt aus der Packung darüber und koche sie vier Minuten mit. Sie brauchen nicht länger, und so bleiben sie grün statt grau. Rühre nur vorsichtig, damit die Kartoffelwürfel heil bleiben.
Schritt 5: Joghurt einrühren
Nimm den Topf vom Herd und lass ihn eine Minute stehen. Verrühre den zimmerwarmen Joghurt in einer Schüssel glatt, gib zwei Schöpflöffel der heißen Sauce nach und nach unter Rühren dazu und gieße diese angeglichene Mischung zurück in den Topf. Stelle ihn auf kleinste Hitze und rühre eine Minute, bis die Sauce cremig und gleichmäßig gelb ist. Sie darf jetzt nicht mehr kochen.
Schritt 6: Abschmecken und servieren
Rühre das Garam Masala erst jetzt unter, damit sein Aroma frisch bleibt, und schmecke mit Salz ab. Streue den gehackten frischen Koriander darüber und gib bei jedem Teller noch einen Löffel Joghurt in die Mitte. Dazu passen Reis oder Fladenbrot, und beides nimmt die Sauce gut auf.
Omas Tipps
- Joghurt immer angleichen. Kalter Joghurt gerinnt in heißer Brühe sofort und hinterlässt Flöckchen. Wenn du erst zwei Löffel heiße Sauce in den Joghurt rührst und ihn dann zurückgibst, steigt seine Temperatur langsam und die Sauce bleibt glatt. Magerjoghurt gerinnt schneller, nimm darum die 3,5-Prozent-Variante.
- Kreuzkümmel ganz statt gemahlen. Die ganzen Samen geben im heißen Öl ein rauchiges Aroma ab, das gemahlener Kreuzkümmel nicht erreicht. Hast du nur gemahlenen, gib ihn zusammen mit Koriander und Kurkuma dazu und nicht an den Anfang, sonst verbrennt er in den sieben Zwiebelminuten.
- Gleich große Würfel. Zwei Zentimeter sind hier kein Zufall: kleiner zerfallen die Kartoffeln in der Sauce, größer sind sie nach achtzehn Minuten innen noch hart und das Curry wäre nicht in fünfunddreißig Minuten fertig. Miss beim ersten Mal ruhig einen Würfel ab.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im Kühlschrank hält sich das Curry in einer verschlossenen Dose drei Tage, und am zweiten Tag schmeckt es sogar runder, weil die Kartoffeln die Gewürze aufgenommen haben. Lass es vor dem Kühlen auf Zimmertemperatur abkühlen und decke es dann fest ab, sonst nimmt der Joghurt Kühlschrankgerüche an. Zum Aufwärmen nimmst du kleine Hitze und rührst einen Schluck Wasser unter – bei sprudelndem Kochen trennt sich die Joghurtsauce.
Einfrieren funktioniert nur eingeschränkt. Der Joghurt flockt beim Auftauen aus und die Sauce wird körnig. Wenn du auf Vorrat kochen möchtest, friere das Curry nach Schritt 4 ein, also ohne Joghurt und ohne Garam Masala, und ergänze beides frisch nach dem Auftauen. So gefroren hält es drei Monate.
Häufige Fragen
- Kann ich frische Erbsen nehmen?
- Ja, frische Erbsen aus der Schote passen sehr gut, brauchen aber etwas länger. Gib sie dann schon sechs bis sieben Minuten vor Ende der Kartoffelgarzeit dazu und probiere eine, bevor du den Joghurt einrührst. Tiefgekühlte Erbsen kommen dagegen ungetaut direkt in den Topf.
- Wird das Curry sehr scharf?
- Mit einem halben Teelöffel Chiliflocken ist es mild-würzig, Kinder essen es bei uns mit. Der Joghurt dämpft die Schärfe zusätzlich spürbar. Magst du es kräftiger, nimm einen ganzen Teelöffel oder gib eine aufgeschlitzte grüne Chili in Schritt 3 mit in die Brühe.
- Welche Kartoffeln eignen sich am besten?
- Festkochende Sorten, denn sie behalten in der Sauce ihre Würfelform. Mehligkochende zerfallen nach den achtzehn Minuten und binden die Sauce zu stark ab, sodass sie nach dem Joghurt fast breiig wird. Wenn du nur mehligkochende hast, verkürze die Köchelzeit auf zwölf Minuten.

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