Eierlikör-Gugelhupf: Saftig, cremig und mit 250 ml Eierlikör!
Es gibt Kuchen, die stehen auf jeder Familienfeier, ohne dass jemand sie ausdrücklich bestellt hätte. Der Eierlikör-Gugelhupf ist so einer. Bei uns kam er aus der alten Steingutform, die meine Tante seit den Siebzigern hütet, und niemand ging nach Hause, ohne ein Stück in Butterbrotpapier eingewickelt zu bekommen. Der Duft, wenn die Form nach einer Stunde aus dem Ofen kommt, ist unverwechselbar: süß, ein bisschen nach Vanille, ein bisschen nach Weihnachten.
Das Rezept ist ein klassischer Rührteig, nur dass ein guter Teil der Flüssigkeit durch 250 ml Eierlikör ersetzt wird. Der bringt Eigelb, Zucker und Alkohol mit — und genau diese Mischung macht die Krume so cremig und dicht, dass sie tagelang nicht trocken wird. Du brauchst keine Erfahrung mit komplizierten Teigen, nur eine gut gefettete Form und die Geduld, den Kuchen vor dem Stürzen kurz ruhen zu lassen.
Zutaten
- 250 ml Eierlikör
- 250 g weiche Butter
- 200 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker (8 g)
- 5 Eier (Größe M), zimmerwarm
- 300 g Weizenmehl Type 405
- 50 g Speisestärke
- 1 Päckchen Backpulver (15 g)
- 1 Prise Salz
- 100 ml neutrales Öl
- Butter und Semmelbrösel für die Form
- 100 g Puderzucker für die Glasur
- 2 EL Eierlikör für die Glasur
Zubereitung
Schritt 1: Die Form vorbereiten
Fette die Gugelhupfform mit weicher Butter gründlich aus und vergiss dabei keine Rille — gerade am Mittelrohr bleibt der Teig sonst hängen. Streue anschließend Semmelbrösel hinein, drehe die Form und klopfe den Überschuss heraus. Heize den Ofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vor. Diese fünf Minuten Vorarbeit entscheiden darüber, ob der Kuchen später in einem Stück auf dem Gitter landet.
Schritt 2: Butter und Zucker schaumig rühren
Schlage die weiche Butter mit Zucker und Vanillezucker mindestens fünf Minuten auf höchster Stufe. Die Masse muss deutlich heller, fast weiß, und sichtbar voluminöser werden. Dieses Luftpolster trägt den schweren Teig später im Ofen. Ist die Butter zu kalt, bleibt alles grießig — dann lass sie lieber noch eine halbe Stunde stehen.
Schritt 3: Eier und Eierlikör einarbeiten
Gib die Eier einzeln dazu und rühre jedes etwa eine halbe Minute unter, bevor das nächste folgt. Gieße danach das Öl ein und anschließend die 250 ml Eierlikör in einem dünnen Strahl. Rühre dabei auf mittlerer Stufe weiter, bis die Masse wieder glatt und hellgelb ist. Falls sie kurz flockig aussieht, ist das nur die Temperatur — sie fängt sich, sobald das Mehl dazukommt.
Schritt 4: Mehl unterheben
Mische Mehl, Speisestärke, Backpulver und Salz in einer Schüssel und siebe sie in zwei Portionen über den Teig. Rühre auf kleinster Stufe nur so lange, bis keine hellen Mehlnester mehr zu sehen sind. Die Stärke ist hier kein Sparmittel, sondern sorgt für die zarte, kurze Krume, die man von einem guten Gugelhupf erwartet.
Schritt 5: Backen
Fülle den Teig in die vorbereitete Form, streiche ihn glatt und klopfe die Form zweimal auf die Arbeitsfläche, damit große Luftblasen entweichen. Backe den Gugelhupf 55 Minuten auf der unteren Schiene. Ab Minute 45 prüfst du mit einem langen Holzspieß an der dicksten Stelle. Wird die Oberfläche vorher schon kräftig braun, lege lose ein Stück Alufolie darüber.
Schritt 6: Stürzen und glasieren
Lass den Kuchen genau 15 Minuten in der Form ruhen, fahre dann mit einem Messerrücken am Rand entlang und stürze ihn auf ein Kuchengitter. Nach einer Stunde ist er kalt. Verrühre den Puderzucker mit zwei Esslöffeln Eierlikör zu einer zähflüssigen Glasur und lass sie über die Rillen laufen, sodass sie an den Kanten in Tropfen stehen bleibt.
Omas Tipps
- Selbstgemachter Eierlikör lohnt sich hier. Er ist dicker und eigelbreicher als die Flaschenware und gibt dem Kuchen eine kräftigere gelbe Farbe. Ist dein Likör sehr dickflüssig, gib zwei Esslöffel Milch mehr in den Teig, damit er beim Einfüllen noch von selbst in die Rillen fließt.
- Semmelbrösel statt Mehl in der Form. Mehl bildet an der fettigen Oberfläche dieses Teigs leicht eine klebrige Schicht, Brösel dagegen lösen sich sauber und geben dem Gugelhupf eine feine, leicht knusprige Außenhaut. Gemahlene Mandeln funktionieren genauso gut.
- Der Alkohol verfliegt nicht ganz. Nach 55 Minuten bei 175 °C bleibt ein spürbarer Rest im Kuchen, deshalb ist er für Kinder nicht ideal. Willst du eine Variante ohne, ersetze den Eierlikör durch 250 ml Vanillepudding aus dem Kühlregal und erhöhe den Zucker um 20 g.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Unter einer Kuchenhaube bei Zimmertemperatur bleibt der Eierlikör-Gugelhupf vier Tage saftig. Der Alkohol und das Öl halten die Krume feucht, du musst also nichts weiter tun, als den Kuchen vor Zugluft zu schützen. Wenn du ihn angeschnitten hast, lege ein Stück Frischhaltefolie direkt auf die Schnittfläche — nur dort trocknet er aus. Im Kühlschrank wird die Butter im Teig fest und der Kuchen schmeckt stumpf; wenn es dort trotzdem sein muss, nimm ihn mindestens eine Stunde vor dem Servieren heraus. Die Glasur bleibt nach einem Tag fest und klebt nicht mehr, dann kannst du Stücke auch stapeln.
Einfrieren geht gut, allerdings am besten ohne Glasur. Friere den ganzen ausgekühlten Kuchen in Frischhaltefolie und einem Gefrierbeutel ein oder portioniere ihn gleich in Stücke. Bis zu drei Monate hält er seine Qualität. Zum Auftauen stellst du ihn verpackt über Nacht auf die Arbeitsplatte, denn ausgepackt schlägt sich Kondenswasser auf der Oberfläche nieder. Erst danach rührst du die Glasur frisch an — aufgetaute Glasur wird grau und läuft.
Häufige Fragen
- Mein Gugelhupf ist beim Stürzen zerbrochen — was war los?
- Meistens war die Wartezeit falsch: Zu früh gestürzt ist die Krume noch zu weich, zu spät saugt sich der Kuchen am Rand fest. Die 15 Minuten sind deshalb ziemlich genau gemeint. Hilft das nicht, stelle die Form beim nächsten Mal für 30 Sekunden auf ein feuchtes, kaltes Küchentuch, bevor du sie umdrehst.
- Kann ich die Eierlikörmenge reduzieren?
- Du kannst auf 150 ml heruntergehen, musst die fehlenden 100 ml aber durch Milch ersetzen, sonst wird der Teig zu fest und der Kuchen bleibt niedrig. Geschmacklich tritt der Eierlikör dann deutlich zurück — für den typischen Charakter sind die 250 ml aus dem Titel schon die richtige Menge.
- Warum Öl zusätzlich zur Butter?
- Butter bringt den Geschmack, bleibt aber im kalten Kuchen fest und macht die Krume trockener. Die 100 ml Öl bleiben auch bei Zimmertemperatur flüssig und sorgen dafür, dass der Gugelhupf am dritten Tag noch genauso cremig schmeckt wie am ersten. Weglassen kannst du es, dann iss den Kuchen aber innerhalb von zwei Tagen.

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