Apfel-Streusel-Torte mit Vanillepudding: Der Herbstklassiker!
Wenn im Herbst die ersten Boskop im Korb liegen und der Garten nichts mehr hergibt außer Laub, dann wird bei mir Apfel-Streusel-Torte gebacken. Der Duft nach Butter, Zimt und gekochten Äpfeln zieht durchs ganze Haus, lange bevor die Torte fertig ist. Bei uns hieß sie nie Torte, sondern einfach „der Apfelkuchen mit Pudding“, und es gab ihn zu jedem Geburtstag im Oktober und November.
Was diese Version besonders macht, ist die Reihenfolge: Erst kommt ein mürber Boden, dann eine dicke Schicht selbst gekochter Vanillepudding, darauf die Apfelspalten und ganz oben grobe Butterstreusel. Der Pudding wird vorher auf dem Herd gekocht und abgekühlt, deshalb verläuft er beim Backen nicht und bleibt als klare Schicht sichtbar. Genau das macht den Unterschied zu den Apfelkuchen, bei denen am Ende alles ineinanderläuft.
Zutaten
Für den Boden:
- 200 g Mehl (Type 405)
- 75 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 120 g kalte Butter in Würfeln
- 1 Ei (Größe M)
- 1 Prise Salz
Für den Vanillepudding:
- 600 ml Vollmilch
- 1 Päckchen Vanillepuddingpulver (für 500 ml)
- 60 g Zucker
- 1 Vanilleschote, Mark ausgekratzt
- 20 g Butter
Für Äpfel und Streusel:
- 900 g säuerliche Äpfel (z. B. Boskop), etwa 5 große
- 2 EL Zitronensaft
- 1 TL gemahlener Zimt
- 250 g Mehl (Type 405)
- 150 g Zucker
- 150 g weiche Butter
- 1 EL Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung
Schritt 1: Mürbeteig kneten und kühlen
Gib 200 g Mehl, 75 g Zucker, Vanillezucker und das Salz in eine Schüssel und verteile die kalten Butterwürfel darauf. Arbeite alles mit den Fingerspitzen zu Krümeln, gib das Ei dazu und knete rasch einen glatten Teig. Forme eine flache Scheibe, wickle sie in Folie und lege sie für 30 Minuten in den Kühlschrank. Zu langes Kneten macht den Boden später zäh statt mürbe.
Schritt 2: Vanillepudding kochen
Rühre das Puddingpulver mit 6 EL der abgemessenen Milch und den 60 g Zucker glatt. Koche die restliche Milch mit dem Vanillemark auf, nimm den Topf vom Herd und rühre das angerührte Pulver mit dem Schneebesen ein. Lass den Pudding unter Rühren eine Minute sprudelnd kochen, ziehe ihn vom Herd und rühre die 20 g Butter unter. Decke ihn direkt mit Folie ab, damit sich keine Haut bildet, und lass ihn lauwarm abkühlen.
Schritt 3: Äpfel vorbereiten und Streusel reiben
Schäle die 900 g Äpfel, viertele sie, entferne das Kerngehäuse und schneide sie in etwa 5 mm dicke Spalten. Mische sie mit dem Zitronensaft und dem Zimt, damit sie nicht braun werden. Für die Streusel verknetest du 250 g Mehl, 150 g Zucker und 150 g weiche Butter kurz mit den Händen zu groben Bröseln, manche davon dürfen haselnussgroß sein. Stelle die Streusel bis zum Belegen kalt.
Schritt 4: Boden ausrollen und vorbacken
Heize den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor. Rolle den Mürbeteig auf der bemehlten Arbeitsfläche aus, lege ihn in die gefettete Springform mit 26 cm Durchmesser und ziehe einen 3 cm hohen Rand hoch. Stich den Boden mehrfach mit der Gabel ein und backe ihn 12 Minuten blind vor, bis er hell gefestigt ist. So bleibt er unter dem Pudding trocken.
Schritt 5: Schichten aufbauen
Rühre den abgekühlten Pudding noch einmal glatt und streiche ihn auf den vorgebackenen Boden. Lege die Apfelspalten dachziegelartig in Kreisen darauf, von außen nach innen, und drücke sie sanft in die Creme. Verteile zum Schluss die Streusel gleichmäßig über die gesamte Fläche, ohne sie festzudrücken. Sie sollen locker liegen, dann werden sie knusprig.
Schritt 6: Backen und auskühlen
Backe die Torte 55 Minuten auf der unteren Schiene, bis die Streusel goldbraun sind. Werden sie nach 40 Minuten schon zu dunkel, legst du locker ein Stück Alufolie auf. Lass die Torte eine Stunde in der Form auskühlen, bevor du den Rand löst, sonst bricht der weiche Boden. Vor dem Servieren mit dem Esslöffel Puderzucker bestäuben.
Omas Tipps
- Säuerliche Äpfel sind hier Pflicht. Boskop, Elstar oder Jonagold behalten beim Backen Form und Säure und stehen gegen die Süße von Pudding und Streuseln. Süße Sorten wie Gala zerfallen und machen die Puddingschicht wässrig.
- Den Pudding mit 600 ml Milch kochen, nicht mit 500 ml. Das Päckchen ist für 500 ml gedacht, doch mit 100 ml mehr wird die Schicht beim Backen nicht so fest und schneidet sich später cremig statt gummiartig.
- Streuselbutter nur weich, nie geschmolzen. Geschmolzene Butter bindet das Mehl sofort zu einem Teigfladen, der auf der Torte zu einer Decke verbäckt. Weiche Butter aus dem Zimmer gibt dir die groben Brösel, die beim Anschneiden herunterrieseln.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Wegen der Puddingschicht gehört die Torte nach dem vollständigen Auskühlen in den Kühlschrank und hält sich dort 3 Tage. Decke sie mit einer Tortenhaube ab, nicht mit Folie direkt auf den Streuseln, sonst ziehen diese Feuchtigkeit und werden weich. Am zweiten Tag schmeckt sie sogar runder, weil der Apfelsaft in den Boden zieht.
Einfrieren funktioniert bei dieser Torte nur mäßig und ist nicht zu empfehlen. Der Vanillepudding trennt sich beim Auftauen und gibt Wasser ab, der mürbe Boden weicht darunter auf. Willst du vorarbeiten, friere lieber nur die rohen Streusel ein, sie lassen sich gefroren direkt auf die Torte streuen.
Häufige Fragen
- Kann ich fertigen Pudding aus dem Becher verwenden?
- Davon rate ich ab, gekaufter Pudding ist zu dünn und läuft beim Backen unter den Apfelspalten weg. Wenn es schnell gehen muss, koche das Puddingpulver wenigstens selbst, das dauert nur fünf Minuten und ergibt die feste Schicht, die die Torte braucht.
- Muss ich den Boden wirklich vorbacken?
- Ja, die 12 Minuten machen den Unterschied. Ohne Vorbacken saugt der rohe Mürbeteig Feuchtigkeit aus Pudding und Äpfeln und bleibt in der Mitte speckig. Blindbackgewichte brauchst du nicht, das Einstechen mit der Gabel genügt bei diesem Teig.
- Wie bekomme ich saubere Stücke beim Anschneiden?
- Schneide die Torte erst, wenn sie mindestens eine Stunde ausgekühlt und am besten kalt ist. Nimm ein großes Messer, tauche es vor jedem Schnitt kurz in heißes Wasser und wische es ab. Dann bleibt die Puddingschicht an Ort und Stelle statt am Messer zu kleben.

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