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Veganer Kartoffelgratin mit Hafersahne: 1 kg Kartoffeln, goldene Kruste!

Veganer Kartoffelgratin mit Hafersahne: 1 kg Kartoffeln, goldene Kruste!
Portionen 4 als Hauptgericht, 6 als Beilage
Vorbereitung 20 Minuten
Garzeit 55 Minuten
Gesamt 1 Stunde 15 Minuten

Es gibt Tage, da steht der Topf mit Kartoffeln schon auf dem Herd, bevor du überhaupt weißt, was daraus werden soll. Bei mir endet das oft in einer flachen Auflaufform: Kartoffelscheiben, eine sämige Sauce, ab in den Ofen. Früher kam da Sahne hinein und eine dicke Lage Käse obendrauf. Heute mache ich den Gratin rein pflanzlich, und ehrlich gesagt vermisse ich nichts – die Hafersahne bindet genauso schön, schmeckt eine Spur milder und lässt die Kartoffel endlich selbst zu Wort kommen.

Das Schöne an diesem Gratin ist, wie wenig er verlangt. Ein Kilo Kartoffeln, eine Packung Hafersahne, Knoblauch, Muskat, etwas Margarine. Keine Béchamel anrühren, kein Vorkochen, kein Blindbacken. Du hobelst, schichtest, gießt auf und lässt den Ofen die Arbeit machen. Die goldene Kruste entsteht ganz von allein aus Hefeflocken, Semmelbröseln und kleinen Margarineflöckchen, die oben aufschmelzen und alles zusammenbacken.

Zutaten

  • 1 kg festkochende Kartoffeln
  • 400 ml Hafersahne (Hafer-Kochcreme)
  • 150 ml Gemüsebrühe
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 gute Prise frisch geriebene Muskatnuss
  • 3 EL Hefeflocken
  • 2 EL Semmelbrösel
  • 30 g pflanzliche Margarine
  • 1 EL Margarine zum Einfetten der Form
  • 2 EL glatte Petersilie, fein gehackt

Zubereitung

Schritt 1: Ofen und Form vorbereiten

Heize den Ofen auf 190 °C Ober- und Unterhitze vor. Fette eine flache Auflaufform von etwa 30 mal 20 Zentimetern großzügig mit einem Esslöffel Margarine aus, auch an den Rändern – dort setzt der Gratin am liebsten an. Schäle die Knoblauchzehen, halbiere eine davon und reibe damit den Boden der Form aus. Das gibt einen feinen Grundton, der später durch alle Schichten zieht.

Schritt 2: Kartoffeln hobeln

Schäle das ganze Kilo Kartoffeln und hobele sie in etwa zwei Millimeter dünne Scheiben. Mit dem Gemüsehobel geht das am gleichmäßigsten, mit einem scharfen Messer aber genauso. Wasche die Scheiben nicht ab: Die Stärke an der Oberfläche brauchst du, sie bindet die Sauce im Ofen. Lege die Scheiben in eine Schüssel und salze sie mit einem halben Teelöffel Salz, dann kurz durchmischen.

Schritt 3: Die Hafersahne-Sauce anrühren

Presse den restlichen Knoblauch in einen Messbecher. Gib 400 ml Hafersahne, 150 ml Gemüsebrühe, den Senf, das restliche Salz, den Pfeffer und die Muskatnuss dazu und verrühre alles kräftig mit dem Schneebesen. Der Senf ist hier kein Geschmacksträger im Vordergrund, er hält die Sauce zusammen und verhindert, dass sie beim Backen flockt. Die Mischung soll dünnflüssig wie Kaffeesahne sein.

Schritt 4: Schichten und aufgießen

Lege die Kartoffelscheiben dachziegelartig in die Form, in zwei bis drei Lagen leicht überlappend. Streue zwischen die Lagen jeweils einen Esslöffel Hefeflocken. Gieße die Sauce langsam darüber und drücke die Kartoffeln mit dem Handrücken nach unten, bis die Flüssigkeit fast bündig steht. Die oberste Lage darf knapp herausschauen, nur so wird sie später wirklich knusprig.

Schritt 5: Backen

Decke die Form mit Backpapier oder einem Deckel ab und backe den Gratin 35 Minuten auf der mittleren Schiene. Nimm dann die Abdeckung ab, streue die Semmelbrösel und den letzten Esslöffel Hefeflocken darüber und verteile die 30 g Margarine in kleinen Flöckchen auf der Oberfläche. Weitere 20 Minuten offen backen, bis die Kruste tief goldbraun ist und die Sauce an den Rändern blubbert.

Schritt 6: Ruhen lassen und servieren

Stell die Form auf ein Brett und lass den Gratin 10 Minuten stehen. In dieser Zeit zieht die Sauce nach und der Gratin lässt sich in saubere Stücke schneiden statt auseinanderzulaufen. Prüfe mit der Messerspitze: Sie soll ohne Widerstand durch alle Lagen gleiten. Zum Schluss die gehackte Petersilie darüberstreuen und direkt aus der Form auf die Teller heben.

Omas Tipps

  • Festkochend ist Pflicht. Mehligkochende Kartoffeln zerfallen in der Hafersahne zu Brei, und der Gratin lässt sich nicht mehr schneiden. Sorten wie Annabelle, Linda oder Sieglinde behalten ihre Scheibenform und saugen die Sauce trotzdem auf.
  • Hefeflocken statt Käse, aber verteilt. Wenn du alle Hefeflocken nur obenauf gibst, schmeckt die Kruste kräftig und das Innere fad. Verteilst du sie zwischen den Lagen, bekommt jede Kartoffelscheibe den herzhaften Ton, den sonst der Käse liefert.
  • Die Sauce ruhig dünner ansetzen. Hafersahne bindet im Ofen deutlich nach. Was beim Aufgießen fast wässrig wirkt, ist nach 55 Minuten sämig. Wer die Sauce vorher andickt, holt am Ende einen trockenen, klebrigen Gratin heraus.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Im Kühlschrank hält sich der Gratin 3 Tage. Lass ihn zuerst vollständig auskühlen, sonst schwitzt er unter der Abdeckung und die Kruste weicht auf. Dann die Form mit einem Teller oder einem Bienenwachs-freien Wachstuch abdecken oder einzelne Stücke in eine Dose umsetzen. Zum Aufwärmen bei 170 °C für 15 Minuten in den Ofen – in der Mikrowelle wird die Oberfläche zäh.

Einfrieren würde ich hier nicht empfehlen. Gekochte Kartoffelscheiben werden beim Auftauen glasig und geben Wasser ab, die Hafersahne trennt sich dabei sichtbar von der Stärke. Der Gratin schmeckt dann wässrig und sieht grau aus. Besser: gleich die halbe Menge in einer kleineren Form backen, wenn ihr nur zu zweit seid.

Häufige Fragen

Kann ich statt Hafersahne eine andere Pflanzensahne nehmen?
Ja, Sojasahne und Dinkelsahne funktionieren genauso gut, beide binden zuverlässig. Bei Kokossahne bekommst du einen deutlichen Eigengeschmack, der zum Knoblauch nicht recht passt. Achte darauf, eine Variante mit dem Hinweis „zum Kochen“ zu nehmen, ungesüßte Barista-Sorten flocken eher aus.
Warum ist mein Gratin nach 55 Minuten noch hart?
Fast immer sind die Scheiben zu dick geraten. Bei drei bis vier Millimetern brauchen sie 15 bis 20 Minuten länger. Prüfe die Mitte des Gratins, nicht den Rand, und decke ihn bei Bedarf wieder ab, damit die Kruste nicht zu dunkel wird, während das Innere gart.
Kann ich den Gratin vorbereiten und später backen?
Du kannst die Kartoffeln bis zu vier Stunden vorher schichten und die Sauce aufgießen, dann abgedeckt in den Kühlschrank stellen. Die Kartoffeln ziehen dabei schon etwas Salz und Sauce. Rechne beim Backen aus dem kalten Zustand rund 10 Minuten zusätzlich, und gib Brösel und Margarine wirklich erst kurz vor der offenen Backphase darauf.
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