Thermomix Kürbiskernbrot mit Sauerteig: Teig geknetet in 4 Minuten!
Sauerteigbrot hat bei mir jahrzehntelang bedeutet: kneten, bis der Rücken wehtut. Roggenteig ist klebrig, schwer und will sich nicht formen lassen. Seit der Mixtopf das für mich übernimmt, bleibt vom ganzen Aufwand nur noch das Warten übrig, und Warten kostet keine Kraft.
Der Teig ist nach genau 4 Minuten fertig geknetet, danach arbeitet der Sauerteig über Nacht allein weiter. Die Kürbiskerne kommen erst zum Schluss dazu, damit sie ganz bleiben und im Schnitt gut sichtbar sind. Wer eine andere Küchenmaschine mit Heizfunktion und Knetstufe hat, nutzt dieselben Zeiten.
Zutaten
- 150 g aktives Sauerteig-Anstellgut (Roggen, 4-6 Stunden vorher gefüttert)
- 350 g Weizenmehl Type 550
- 150 g Roggenmehl Type 1150
- 330 g lauwarmes Wasser (ca. 35 °C)
- 12 g Salz
- 10 g flüssiger Honig
- 120 g Kürbiskerne, davon 90 g für den Teig und 30 g für die Kruste
- Etwas Roggenmehl zum Bearbeiten
Zubereitung
Schritt 1: Kürbiskerne rösten
Gib alle 120 g Kürbiskerne in den trockenen Mixtopf und röste sie 5 Minuten bei 120 °C im Linkslauf auf Stufe 1, den Messbecher lässt du weg. Sie duften dann nussig und knacken gelegentlich. Nimm sie heraus und lass sie auf einem Teller abkühlen, heiße Kerne würden den Sauerteig bremsen. Wiege 30 g davon für die Kruste ab und stelle sie beiseite.
Schritt 2: Teig ansetzen
Gib Wasser, Anstellgut und Honig in den Mixtopf und mische 20 Sekunden auf Stufe 3, bis sich das Anstellgut vollständig gelöst hat. Die Flüssigkeit sieht danach milchig-trüb aus und riecht leicht säuerlich. Füge dann Weizenmehl, Roggenmehl und Salz hinzu. Das Salz gibst du bewusst jetzt dazu, nicht zum Anstellgut, damit es die Triebkraft nicht ausbremst.
Schritt 3: 4 Minuten kneten
Knete den Teig 4 Minuten im Teigknetmodus. Er ist weich und klebt zu Beginn deutlich am Mixtopfrand, zieht sich aber in der zweiten Hälfte zu einem zusammenhängenden Klumpen um das Messer. Das reicht vollständig aus, längeres Kneten macht den Roggenanteil eher schmierig. Gib in der letzten Minute die 90 g Kürbiskerne durch die Deckelöffnung dazu.
Schritt 4: Über Nacht gehen lassen
Fülle den Teig in eine geölte Schüssel, decke sie ab und lass sie 12 Stunden bei kühler Zimmertemperatur (18-20 °C) stehen. Der Teig soll sein Volumen etwa verdoppeln und an der Oberfläche Blasen zeigen. Ist deine Küche wärmer als 22 °C, reichen 9 bis 10 Stunden, sonst übersäuert er und fällt im Ofen zusammen.
Schritt 5: Formen und Stückgare
Stürze den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche, falte ihn von allen vier Seiten zur Mitte und forme ihn zu einer runden Kugel. Wälze die Oberseite in den restlichen 30 g Kürbiskernen und lege den Laib mit dem Schluss nach oben in ein gut bemehltes Gärkörbchen. Lass ihn zugedeckt 60 Minuten ruhen, während der Ofen vorheizt.
Schritt 6: Im Topf backen
Heize den gusseisernen Topf mit Deckel 45 Minuten bei 250 °C Ober-/Unterhitze vor. Stürze den Laib hinein, schneide ihn 1 cm tief kreuzweise ein und backe 25 Minuten mit Deckel, danach bei 210 °C weitere 20 Minuten ohne Deckel. Das Brot ist fertig, wenn es hohl klingt, wenn du von unten dagegen klopfst.
Omas Tipps
- Kerne erst in der letzten Knetminute. Gibst du sie von Anfang an dazu, zerschlagen die Messer in 4 Minuten einen Teil davon zu Mehl und der Teig wird graugrün. In der letzten Minute werden sie nur noch verteilt und bleiben ganz.
- Der Fingertest entscheidet über die Stückgare. Drücke nach 60 Minuten mit dem Finger in den Rand des Laibs. Kommt die Delle langsam zur Hälfte zurück, ist er so weit. Springt sie sofort zurück, gib 15 Minuten dazu; bleibt sie stehen, backe sofort.
- Roggenmehl statt Weizenmehl im Gärkörbchen. Roggenmehl nimmt weniger Feuchtigkeit auf und bildet eine trennende Schicht, an der dieser klebrige Teig nicht haftet. Mit Weizenmehl bleibt der Laib beim Stürzen hängen und reißt an der Seite ein.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Lass den Laib vollständig auf einem Gitter auskühlen, mindestens 3 Stunden, bevor du ihn anschneidest. Danach hält er sich mit der Schnittfläche nach unten auf einem Brett, locker in ein Leinentuch geschlagen, 4 bis 5 Tage. In einer Plastiktüte weicht die Kruste innerhalb eines Tages auf, im Kühlschrank wird die Krume trocken und altbacken.
Einfrieren gelingt gut, am besten in Scheiben und für bis zu 3 Monate. Der hohe Sauerteiganteil hält die Krume auch nach dem Auftauen saftig. Nimm die Scheiben einzeln heraus und röste sie direkt gefroren im Toaster, dann kommt die Kruste wieder.
Häufige Fragen
- Mein Anstellgut ist nicht sehr aktiv, was kann ich tun?
- Füttere es 4 bis 6 Stunden vor dem Backen im Verhältnis 1:1:1 und warte, bis es sein Volumen verdoppelt hat und im Wasserglas oben schwimmt. Ist es das nicht, verlängere die Gare über Nacht auf 15 Stunden. Zusätzliche Hefe brauchst du nicht, aber 2 g frische Hefe geben dem Teig Sicherheit.
- Warum genau 4 Minuten kneten und nicht länger?
- Der Roggenanteil hat kaum Klebergerüst, das man aufbauen könnte, und wird bei langem Kneten schmierig und klebrig. 4 Minuten reichen, um Mehl und Wasser gleichmäßig zu verbinden. Die Struktur entsteht anschließend in den 12 Stunden Gare, nicht in der Maschine.
- Geht das Brot auch ohne gusseisernen Topf?
- Ja, dann backst du auf einem vorgeheizten Backblech und gießt beim Einschießen 100 ml heißes Wasser in eine Fettpfanne auf dem Ofenboden. Nach 25 Minuten öffnest du kurz die Tür, um den Dampf abzulassen. Die Kruste wird etwas dünner, die Kürbiskerne rösten dafür kräftiger nach.

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