Thermomix Käsespätzle mit Röstzwiebeln: Teig gemixt, Zwiebeln geröstet!
Es gibt Abende, an denen ich nichts Neues ausprobieren will. Da soll einfach das auf den Tisch, was ich seit Jahrzehnten koche und was jeder am Tisch ohne Nachfragen isst. Käsespätzle gehören dazu. Der Duft von geschmolzenem Bergkäse und geröstetem Zwiebelfett zieht durch den Flur, und plötzlich stehen alle in der Küche, obwohl vorher niemand Hunger hatte.
Das Einzige, was mich früher davon abgehalten hat, war der Teig. Rühren, bis der Arm brennt, und trotzdem Klümpchen. Mit dem Robot Cuiseur ist dieser Punkt erledigt: 30 Sekunden mixen, fertig ist ein glatter, blasiger Teig. Die Zwiebeln röste ich währenddessen in der Pfanne, ganz altmodisch, denn nur so werden sie knusprig statt weich. Das Rezept gelingt genauso in jeder anderen Küchenmaschine mit Heizfunktion und Mixmesser.
Zutaten
- 400 g Weizenmehl Type 405
- 4 Eier (Größe M)
- 150 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
- 1 gestrichener TL Salz
- 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
- 250 g Bergkäse, grob gerieben
- 100 g Emmentaler, grob gerieben
- 3 große Zwiebeln (ca. 350 g), in dünne Ringe geschnitten
- 50 g Butter
- 1 EL neutrales Öl
- 3 l Wasser zum Kochen
- 1 EL Salz für das Spätzlewasser
- 1 Bund Schnittlauch, in Röllchen
- Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Zubereitung
Schritt 1: Den Teig mixen
Gib Mehl, Eier, Mineralwasser, Salz und Muskat in den Mixtopf. Mixe alles 30 Sekunden auf Stufe 4. Öffne den Deckel, schiebe mit dem Spatel das Mehl vom Rand nach unten und mixe weitere 20 Sekunden auf Stufe 4. Der Teig soll zäh vom Spatel reißen und Blasen werfen, nicht dünn herunterlaufen. Ist er zu fest, gib löffelweise Mineralwasser dazu. Lass ihn 10 Minuten im geschlossenen Topf ruhen, damit das Mehl quillt.
Schritt 2: Die Zwiebeln rösten
Erhitze Butter und Öl in einer weiten Pfanne bei mittlerer Hitze. Gib die Zwiebelringe hinein und rühre sie alle zwei bis drei Minuten um. Nach etwa 18 bis 20 Minuten sind sie tief goldbraun, duften süßlich und werden am Rand knusprig. Schalte rechtzeitig herunter, sobald sie Farbe nehmen, denn von goldbraun zu bitter dauert es keine Minute. Hebe sie mit der Gabel auf ein Küchenpapier und lass das Fett in der Pfanne.
Schritt 3: Spätzle abschaben
Bringe 3 Liter Wasser mit 1 EL Salz in einem großen Topf zum Kochen. Streiche portionsweise etwas Teig auf ein nasses Spätzlebrett und schabe schmale Streifen ins siedende Wasser, oder drücke ihn durch eine Spätzlepresse. Arbeite in drei bis vier Durchgängen, sonst verklebt alles. Sobald die Spätzle oben schwimmen, lass sie noch 30 Sekunden ziehen und hole sie mit der Schaumkelle heraus.
Schritt 4: Schichten und schmelzen
Mische Bergkäse und Emmentaler in einer Schüssel. Gib eine Lage abgetropfter Spätzle in eine vorgewärmte Auflaufform oder eine gusseiserne Pfanne, streue eine Handvoll Käse darüber, dann die nächste Lage Spätzle. So geht es weiter, bis alles verbraucht ist. Die oberste Schicht ist Käse. Durch die Restwärme der frischen Spätzle beginnt er sofort zu ziehen.
Schritt 5: Fertigstellen
Stelle die Form für 8 bis 10 Minuten in den auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen, bis der Käse an den Rändern blubbert. Erhitze parallel das Zwiebelfett in der Pfanne kurz auf und gieße zwei Esslöffel davon über die Spätzle. Verteile die Röstzwiebeln großzügig darüber, mahle Pfeffer darauf und streue den Schnittlauch obenauf. Sofort servieren, solange der Käse Fäden zieht.
Omas Tipps
- Mineralwasser statt Milch. Die Kohlensäure macht den Spätzleteig lockerer, und die Spätzle bleiben im Käse weich statt gummiartig. Milch würde den Teig schwerer machen und beim Überbacken schneller kleben.
- Nie alle Spätzle auf einmal. Kochst du zu viele gleichzeitig, fällt die Wassertemperatur, und die Streifen zerfallen zu Fetzen. Drei bis vier Durchgänge mit sprudelndem Wasser geben feste Spätzle mit Biss.
- Käsemischung mit Absicht. Der Bergkäse bringt den kräftigen, nussigen Geschmack, der Emmentaler den Zug und die Fäden. Nimmst du nur Bergkäse, wird die Masse körnig; nur Emmentaler schmeckt flach.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Reste hältst du im Kühlschrank 2 Tage. Fülle die Käsespätzle in eine flache Dose und decke sie erst ab, wenn sie handwarm sind, sonst sammelt sich Kondenswasser auf dem Käse und weicht ihn auf. Die Röstzwiebeln bewahrst du getrennt in einem kleinen Glas auf, sonst verlieren sie über Nacht ihren Biss. Zum Aufwärmen gibst du einen Schuss Milch oder Wasser in die Pfanne und erhitzt alles zugedeckt bei schwacher Hitze 6 bis 8 Minuten.
Einfrieren empfehle ich nur für pure Spätzle ohne Käse: Die schockst du kalt ab, tropfst sie gut ab und frierst sie flach ein, bis zu 3 Monate. Fertige Käsespätzle werden beim Auftauen wässrig, weil der geschmolzene Käse sein Fett abgibt und die Spätzle sich damit vollsaugen.
Häufige Fragen
- Kann ich die Zwiebeln auch im Mixtopf rösten?
- Davon rate ich ab. Im Topf mit Linkslauf werden die Zwiebeln zwar weich und süß, aber nie knusprig, weil die Feuchtigkeit nicht entweicht. Wenn du es trotzdem versuchst, nimm 100 °C, Stufe 1, Linkslauf, 15 Minuten mit dem Messbecher schräg auf dem Deckel und brate sie danach zum Bräunen 5 Minuten in der Pfanne nach.
- Mein Teig ist zu dünn geraten, was nun?
- Gib 2 EL Mehl nach und mixe 15 Sekunden auf Stufe 4. Lass den Teig danach noch einmal 10 Minuten stehen, denn er zieht beim Quellen deutlich an. Ein zu dünner Teig löst sich im Wasser auf und gibt dir statt Spätzle nur trübe Flocken.
- Reicht ein einziger Käse, wenn ich nur einen im Haus habe?
- Ja, nimm dann 350 g von einem gut schmelzenden Schnittkäse wie Gouda mittelalt oder jungem Bergkäse. Reibe ihn grob, nicht fein, denn feine Raspel verklumpen beim Schichten. Kräftiger Hartkäse allein, etwa lange gereifter Parmesan, eignet sich nicht, weil er nur ölt statt zu ziehen.

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