Cashew-Aufstrich mit Hefeflocken: 300 g, käsig ohne Milchprodukte!
Es gibt Tage, da steht das Brot schon auf dem Tisch und im Kühlschrank liegt einfach nichts Rechtes. Genau für solche Tage habe ich mir diesen Cashew-Aufstrich angewöhnt. Er schmeckt herzhaft und ein bisschen käsig, obwohl kein einziges Milchprodukt darin steckt, und er ist in der Zeit fertig, in der der Kaffee durchläuft. Bei mir kommt er ins kleine Schraubglas, und aus dem Glas wandert er dann tagelang aufs Brot.
Das Geheimnis sind zwei Dinge: eingeweichte Cashewkerne, die sich im Mixer in eine samtige Creme verwandeln, und Hefeflocken, die diesen kräftigen, leicht salzigen Ton mitbringen, den man sonst von gereiftem Käse kennt. Ein Löffel Senf und etwas Zitronensaft bringen die Säure dazu, und schon hat man einen Aufstrich, der nicht nach Verzicht schmeckt, sondern nach etwas Eigenem. 300 g kommen dabei heraus, genau ein hübsches Glas voll.
Zutaten
- 150 g Cashewkerne, naturbelassen und ungesalzen
- 100 ml kaltes Wasser (zum Mixen)
- 25 g Hefeflocken
- 2 EL Zitronensaft, frisch gepresst
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 1 kleine Knoblauchzehe
- 1 TL Apfelessig
- 3/4 TL Salz
- 1/2 TL Zwiebelpulver
- 1 Prise gemahlener schwarzer Pfeffer
- 1 EL Rapsöl
- Reichlich Wasser zum Einweichen
Zubereitung
Schritt 1: Cashewkerne einweichen
Gib die 150 g Cashewkerne in eine Schüssel und bedecke sie gut zwei Finger hoch mit kaltem Wasser. Lass sie mindestens 4 Stunden stehen, gern auch über Nacht im Kühlschrank. Die Kerne saugen sich voll, werden hell und lassen sich mit dem Fingernagel leicht eindrücken. Genau das brauchst du, damit der Aufstrich später samtig und nicht sandig wird. Hast du es eilig, übergieße die Kerne mit kochendem Wasser und warte 30 Minuten.
Schritt 2: Abgießen und abspülen
Schütte das Einweichwasser weg und spüle die Cashewkerne in einem Sieb unter kaltem Wasser ab, bis das Wasser klar abläuft. Lass sie kurz abtropfen. Das Einweichwasser schmeckt leicht bitter und würde den Aufstrich trüb im Geschmack machen, deshalb kommt es nicht mit ins Glas. Schäle in der Zwischenzeit die Knoblauchzehe und schneide sie einmal längs durch, damit der Mixer sie später sauber erwischt.
Schritt 3: Alles in den Mixer
Gib die abgetropften Kerne mit 100 ml kaltem Wasser, 25 g Hefeflocken, 2 EL Zitronensaft, dem Senf, dem Knoblauch, dem Apfelessig, Salz, Zwiebelpulver, Pfeffer und dem Esslöffel Rapsöl in den Mixbecher. Beginne auf niedriger Stufe, damit sich alles setzt, und schalte dann hoch. Nach etwa 2 Minuten ist die Masse cremig. Schiebe zwischendurch mit dem Teigschaber ab, was am Rand klebt.
Schritt 4: Konsistenz einstellen
Nimm einen Teelöffel voll heraus und streiche ihn auf den Handrücken. Er soll weich stehen bleiben und nicht davonlaufen. Ist die Creme zu fest, gib esslöffelweise Wasser dazu und mixe jeweils 20 Sekunden nach. Ist sie zu weich, hilft ein zusätzlicher Löffel Hefeflocken. Schmecke jetzt in Ruhe ab: Meist fehlt noch eine kleine Prise Salz oder ein Spritzer Zitrone.
Schritt 5: Ins Glas füllen und durchziehen lassen
Fülle den Aufstrich mit einem Löffel in ein sauberes 300-g-Schraubglas und klopfe es einmal leicht auf die Arbeitsfläche, damit sich Luftblasen lösen. Streiche die Oberfläche glatt und verschließe das Glas. Nach 2 Stunden im Kühlschrank ist der Geschmack runder, der Knoblauch tritt zurück und die Creme wird etwas fester. Vor dem Servieren kurz durchrühren.
Omas Tipps
- Hefeflocken sind nicht gleich Hefeflocken. Feine, fast pudrige Flocken lösen sich vollständig auf und geben eine glatte Creme, grobe Blättchen bleiben leicht körnig. Nimm die feinen, wenn du es samtig magst, und taste dich beim Abschmecken in Teelöffelschritten an die Menge heran, denn die Salzigkeit schwankt je nach Marke.
- Ein Löffel warm für Aufläufe. Rühre 2 EL dieses Aufstrichs in gekochte Nudeln oder über heißen Blumenkohl, dann wird daraus eine schnelle Soße. Werde sie aber nicht kochen lassen, sonst flockt die Cashewcreme leicht aus. Ein Schuss Nudelwasser hält sie geschmeidig.
- Die Variante mit Paprika. Ein halber Teelöffel geräuchertes Paprikapulver und ein Stück eingelegte rote Paprika aus dem Glas verwandeln den Aufstrich in eine tieforange Creme, die gut zu kräftigem Roggenbrot passt. Mixe die Paprika erst zum Schluss unter, dann bleiben kleine rote Sprenkel sichtbar.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im gut verschlossenen Schraubglas hält sich der Aufstrich 5 Tage im Kühlschrank. Nimm immer einen sauberen Löffel, Brotkrümel im Glas verkürzen die Haltbarkeit deutlich. Ein dünner Film Rapsöl auf der Oberfläche schützt die Creme vor dem Austrocknen und lässt sich vor dem Streichen einfach unterrühren. Wenn der Aufstrich im Kühlschrank fest geworden ist, lass ihn 10 Minuten stehen oder rühre einen Teelöffel Wasser ein.
Einfrieren geht, ist aber nur zweite Wahl: Nach dem Auftauen wirkt die Creme leicht griesig, weil sich Wasser und Fett trennen. Falls du doch einfrieren möchtest, portioniere sie in kleine Dosen, taue sie über Nacht im Kühlschrank auf und mixe sie danach mit einem Löffel Wasser noch einmal kurz mit dem Stabmixer glatt. Zum Kochen ist sie dann immer noch prima, zum Aufs-Brot-Streichen schmeckt die frische Variante klar besser.
Häufige Fragen
- Kann ich die Cashewkerne durch Mandeln ersetzen?
- Geschälte Mandeln funktionieren, ergeben aber einen deutlich festeren und leicht körnigen Aufstrich, weil Mandeln weniger Fett abgeben. Rechne dann mit 30 bis 40 ml mehr Wasser und einer längeren Mixzeit. Sonnenblumenkerne gehen ebenfalls, bringen jedoch einen eigenen, etwas erdigen Ton mit, der die Hefeflocken überdeckt.
- Warum bleibt mein Aufstrich körnig?
- Meist waren die Kerne nicht lange genug eingeweicht oder der Mixer hat zu wenig Kraft für die kleine Menge. Gib 2 EL Wasser dazu, damit sich ein Strudel bildet, und mixe in 30-Sekunden-Intervallen weiter. Ein hoher, schmaler Becher hilft mehr als eine breite Schüssel, weil die Masse immer wieder zum Messer zurückfällt.
- Schmeckt der Aufstrich wirklich nach Käse?
- Er erinnert an einen milden, gereiften Hartkäse, kopiert ihn aber nicht. Die Hefeflocken liefern den herzhaften Ton, Senf und Zitrone die Frische. Wer es kräftiger mag, gibt einen weiteren Esslöffel Hefeflocken und eine Prise Senfpulver dazu, dann wird das Aroma deutlich markanter.

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