Scones wie in England: 4 Zutaten und in 20 Minuten aus dem Ofen!
Eine Nachbarin, die lange in England gelebt hat, hat mir dieses Rezept auf einem Zettel in die Hand gedrueckt, als ich mich einmal ueber mein missratenes Teegebaeck beklagt habe. Vier Zutaten standen darauf, mehr nicht, und ich habe ehrlich gesagt nicht daran geglaubt. Seitdem backe ich Scones, wenn am Nachmittag unangekuendigt Besuch vor der Tuer steht und der Kuchen im Schrank schon alle ist.
Was dieses Rezept so praktisch macht: Es braucht keine Ruhezeit, keine Hefe und keine Maschine. Selbstaufgehendes Mehl bringt das Backpulver bereits mit, die kalte Butter sorgt fuer die feinen Schichten, Zucker gibt die dezente Suesse, und Milch bindet alles zusammen. Zwanzig Minuten nach dem Anruehren stehen sie warm auf dem Tisch, und genau so gehoeren Scones auch gegessen.
Zutaten
- 350 g selbstaufgehendes Mehl (Self-raising flour)
- 85 g kalte Butter, in Wuerfeln
- 3 EL Zucker
- 175 ml kalte Vollmilch
Zubereitung
Schritt 1: Ofen vorheizen
Stelle den Backofen zuerst auf 220 Grad Ober- und Unterhitze und lege ein Blech mit Backpapier aus. Scones brauchen von der ersten Sekunde an grosse Hitze, damit sie schnell in die Hoehe schiessen, statt breit zu laufen. Waehrend der Ofen aufheizt, hast du genau die Zeit, die du fuer den Teig brauchst. Die Butter laesst du bis zum letzten Moment im Kuehlschrank.
Schritt 2: Butter ins Mehl reiben
Gib das Mehl in eine grosse Schuessel und verteile die kalten Butterwuerfel darin. Reibe die Butter mit den Fingerspitzen ins Mehl, indem du sie immer wieder anhebst und zerreibst, bis die Mischung aussieht wie feine Semmelbroesel. Arbeite zuegig und nur mit den Fingerspitzen, denn warme Handflaechen lassen die Butter schmelzen. Erbsengrosse Butterstueckchen duerfen ruhig zurueckbleiben, sie machen die Scones spaeter blaettriger. Ruehre danach den Zucker unter.
Schritt 3: Milch zugeben
Giesse die kalte Milch auf einmal dazu und ruehre mit einem Tafelmesser oder Holzloeffel in schneidenden Bewegungen, bis sich der Teig in grossen Klumpen zusammenfindet. Hoere auf, sobald kein loses Mehl mehr zu sehen ist. Jede zusaetzliche Minute Kneten macht die Scones zaeh statt locker. Der Teig darf ruhig etwas ungleichmaessig und klebrig aussehen.
Schritt 4: Ausstechen
Kippe den Teig auf eine gut bemehlte Arbeitsflaeche, druecke ihn mit den Haenden auf etwa vier Zentimeter Dicke und falte ihn einmal in der Mitte zusammen. Duenner ausgerollt gehen die Scones nicht hoch genug auf. Steche mit einem bemehlten runden Ausstecher von sechs Zentimetern gerade nach unten aus, ohne zu drehen, sonst verklebt der Rand und der Scone geht schief auf. Setze die Teiglinge dicht nebeneinander aufs Blech und bestreiche die Oberseiten duenn mit etwas Milch.
Schritt 5: Backen
Schiebe das Blech auf die mittlere Schiene und backe die Scones 12 Minuten, bis die Oberflaeche goldgelb glaenzt und die Seiten deutlich hell und aufgerissen sind. Oeffne die Ofentuer in den ersten acht Minuten nicht. Nimm sie heraus, sobald die Unterseite beim Anheben fest und leicht braun ist, und lass sie fuenf Minuten auf einem Gitter stehen. Reisse sie zum Essen mit den Haenden auf, statt sie zu schneiden.
Omas Tipps
- Kein selbstaufgehendes Mehl im Haus? Mische 350 g normales Weizenmehl Type 405 mit 4 gestrichenen Teeloeffeln Backpulver und einer halben Prise Salz und siebe beides zweimal zusammen. Das Sieben ist wichtig, sonst sitzen Backpulvernester im Teig und einzelne Scones schmecken bitter.
- Dicht an dicht aufs Blech setzen. Wenn sich die Teiglinge beim Aufgehen an den Seiten beruehren, stuetzen sie einander und wachsen nach oben statt in die Breite. Lass zwischen ihnen nur einen guten Zentimeter Abstand, dann bekommst du hohe Scones mit hellen, weichen Seitenraendern.
- Die Milch nicht ueber den Rand streichen. Bestreiche nur die Oberseite und wische Tropfen an der Kante ab. Milch, die an der Schnittflaeche herunterlaeuft, verklebt die Schichten und der Scone reisst beim Backen nicht sauber auf.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Scones sind ein Gebaeck fuer denselben Tag, am besten fuer dieselbe Stunde. Bis zum Abend haelst du sie in einem Leinentuch eingeschlagen in einer Blechdose frisch, nicht in Plastik, denn darin werden sie feucht und gummiartig. Am naechsten Tag sind sie merklich trockener, lassen sich aber retten: halbiere sie und toaste die Schnittflaechen zwei Minuten, oder gib sie fuenf Minuten bei 160 Grad in den Ofen. Danach schmecken sie fast wie frisch gebacken.
Einfrieren geht sehr gut und ist bei diesem Teig sogar die bessere Vorratsloesung. Du kannst die fertig gebackenen Scones ausgekuehlt einzeln in Folie wickeln und bis zu drei Monate einfrieren. Noch besser: Friere die rohen Teiglinge auf einem Blech vor, packe sie in einen Beutel und backe sie spaeter direkt gefroren bei 220 Grad, dann brauchen sie 15 statt 12 Minuten. So hast du jederzeit frische Scones ohne jede Vorbereitung.
Häufige Fragen
- Warum sind meine Scones flach geblieben?
- Meistens war der Teig zu duenn ausgerollt oder der Ausstecher wurde beim Ausstechen gedreht, wodurch der Rand verklebt. Druecke den Teig auf mindestens vier Zentimeter und steche gerade nach unten durch. Auch zu langes Kneten kostet Volumen, weil das Backpulver dabei schon Gas verliert.
- Kann ich Rosinen oder Cranberries dazugeben?
- Ja, 75 g passen gut, dann sind es allerdings fuenf Zutaten statt vier. Hebe sie erst nach dem Einreiben der Butter und vor der Milch unter, damit sie sich gleichmaessig verteilen. Trockene Fruechte ziehen Feuchtigkeit, gib deshalb einen Esslloeffel Milch mehr dazu.
- Womit serviere ich Scones am besten?
- Klassisch mit Clotted Cream und Erdbeermarmelade, ersatzweise mit sehr dick geschlagener Sahne oder Mascarpone. Streiche immer erst die Creme und dann die Marmelade auf, so rutscht nichts herunter. Ein kraeftiger schwarzer Tee dazu ist in England Pflicht.

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