Chili con Carne wie bei Oma: Deftig, für 8 Personen und am 2. Tag noch besser!
Wenn bei uns viele Leute kommen, stelle ich keinen Braten in den Ofen. Ich stelle den größten Topf auf den Herd und mache Chili con Carne. Acht Teller lassen sich damit füllen, ohne dass ich mich am Herd abhetzen muss, und wer noch Hunger hat, nimmt einfach nach. Es braucht nur Zeit – und die arbeitet hier für dich.
Das Beste kommt ohnehin erst am nächsten Tag. Über Nacht ziehen Kreuzkümmel, Paprika und Chili in das Fleisch, die Bohnen werden weich und die Sauce sämig. Ich koche deshalb grundsätzlich einen Tag vorher und wärme am Festtag nur noch auf. Wer einmal beide Versionen probiert hat, macht es nie wieder anders.
Zutaten
- 1,2 kg Rinderhackfleisch
- 3 große Zwiebeln, gewürfelt
- 4 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 2 rote Paprikaschoten, gewürfelt
- 2 Dosen stückige Tomaten (je 400 g)
- 3 EL Tomatenmark
- 2 Dosen Kidneybohnen (je 400 g, Abtropfgewicht 240 g)
- 1 Dose Mais (285 g, abgetropft)
- 500 ml Rinderbrühe
- 2 EL edelsüßes Paprikapulver
- 2 TL gemahlener Kreuzkümmel
- 1 TL getrockneter Oregano
- 1/2 bis 1 TL Chiliflocken, je nach Schärfe
- 2 TL brauner Zucker
- 1 EL Rotweinessig
- 3 EL Öl zum Anbraten
- Salz und frisch gemahlener Pfeffer
- 200 g Schmand zum Servieren
- 1 Bund frischer Koriander, grob gezupft
Zubereitung
Schritt 1: Hackfleisch kräftig anbraten
Erhitze zwei Esslöffel Öl in einem großen Topf, bis es leicht raucht. Gib das Hackfleisch portionsweise hinein – füllst du alles auf einmal ein, zieht es Wasser und kocht statt zu braten. Lass jede Portion zwei Minuten unberührt liegen, bis sich eine braune Kruste bildet, zerteile sie dann grob. Nimm das Fleisch heraus und stelle es beiseite.
Schritt 2: Gemüse und Gewürze rösten
Gib das restliche Öl in den Topf und brate Zwiebeln und Paprikawürfel bei mittlerer Hitze sechs bis acht Minuten, bis die Zwiebeln glasig sind und die Ränder Farbe nehmen. Rühre Knoblauch, Tomatenmark, Paprikapulver, Kreuzkümmel, Oregano und Chiliflocken ein und röste alles eine Minute mit. Das Tomatenmark soll dunkler werden und duften – das ist die Grundlage der Tiefe.
Schritt 3: Ablöschen und aufsetzen
Gieße die Brühe an und kratze mit dem Holzlöffel den Bodensatz los, darin steckt der meiste Geschmack. Gib die stückigen Tomaten, das gebratene Hackfleisch, den braunen Zucker und den Rotweinessig dazu. Bringe alles einmal zum Kochen, reduziere dann auf kleine Hitze, sodass es nur noch leise blubbert, und lege den Deckel schräg auf.
Schritt 4: Eine Stunde köcheln lassen
Lass das Chili 60 Minuten ziehen und rühre alle 15 Minuten um, damit nichts ansetzt. Die Sauce wird dunkler und dickt sichtbar ein, an der Oberfläche steht ein rötlicher Ölfilm – das ist richtig so. Wird es zu trocken, gieße 100 ml Wasser nach. Schmecke jetzt zum ersten Mal mit Salz und Pfeffer ab.
Schritt 5: Bohnen und Mais zum Schluss
Spüle die Kidneybohnen unter kaltem Wasser ab, bis kein Schaum mehr kommt, und gib sie mit dem abgetropften Mais in den Topf. Lass alles offen weitere 30 Minuten leise köcheln, damit die Sauce sämig wird und die Bohnen die Würze aufnehmen. Schmecke ein letztes Mal ab – oft braucht es jetzt noch etwas Salz und eine Prise Zucker.
Schritt 6: Servieren oder über Nacht ziehen lassen
Bringe den Topf mit einem Löffel Schmand und frischem Koriander auf jedem Teller auf den Tisch. Wenn du einen Tag Zeit hast, stelle ihn abgekühlt über Nacht in den Kühlschrank und wärme ihn am nächsten Tag bei mittlerer Hitze 15 Minuten unter Rühren auf. Der Unterschied ist deutlich zu schmecken.
Omas Tipps
- Der Löffel Essig ist der Schlüssel. Rotweinessig hebt bei so großen Mengen Hackfleisch und Tomaten den Geschmack an und verhindert, dass alles nur dumpf-schwer schmeckt. Gib ihn früh dazu, damit er mitkochen kann – am Ende zugefügt schmeckt er nur sauer.
- Bohnen nie mitköcheln von Anfang an. Nach 90 Minuten im Topf zerfallen Kidneybohnen zu Brei und trüben die Sauce. Die letzten 30 Minuten reichen völlig, damit sie Würze ziehen und trotzdem ihre Form behalten.
- Schärfe portionsweise nachlegen. Bei acht Personen sitzen fast immer Kinder oder empfindliche Mägen mit am Tisch. Koche mit einem halben Teelöffel Chiliflocken und stelle scharfe Sauce separat dazu – so nimmt sich jeder, was er verträgt.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im Kühlschrank hält sich das Chili in einem verschlossenen Behälter drei bis vier Tage und wird dabei jeden Tag ein wenig runder im Geschmack. Fülle es erst um, wenn es handwarm ist, und decke es dicht ab, damit sich keine Haut bildet. Beim Aufwärmen im Topf gibst du einen Schuss Wasser oder Brühe dazu, weil es über Nacht spürbar nachdickt.
Einfrieren funktioniert hier hervorragend – das ist einer der Vorteile der großen Menge. Portioniere es in Dosen zu je zwei Tellern, dann hält es drei Monate. Der Mais wird beim Auftauen eine Spur weicher, die Bohnen und das Fleisch überstehen es ohne Verlust. Über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen und langsam erhitzen.
Häufige Fragen
- Reicht die Menge wirklich für 8 Personen?
- Ja, mit 1,2 kg Hackfleisch plus Bohnen und Mais kommst du auf acht ordentliche Teller. Wenn du Reis, Baguette oder Ofenkartoffeln dazu reichst, werden daraus sogar zehn Portionen. Ohne Beilage plane für sehr hungrige Esser lieber 200 g Hackfleisch mehr ein.
- Warum schmeckt es am zweiten Tag besser?
- Kreuzkümmel, Paprika und Chili geben ihre fettlöslichen Aromen über Stunden an das Fett des Hackfleischs ab, und die Stärke der Bohnen bindet die Sauce weiter. Was am ersten Tag noch nebeneinander steht, ist am zweiten zu einem Geschmack verschmolzen.
- Kann ich das Chili im Backofen fertig garen?
- Das geht gut, wenn du den Herd freihalten willst. Nach dem Ablöschen stellst du den Topf mit geschlossenem Deckel bei 160 °C für 75 Minuten in den Ofen, rührst einmal in der Mitte um und gibst Bohnen und Mais dann für die letzten 30 Minuten ohne Deckel dazu.

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