Salatdressing mit Essig und Öl: Omas Grundrezept mit 5 Zutaten!
Bei meiner Mutter stand immer ein kleines Schraubglas neben dem Herd, halb voll mit einer trüben, goldenen Flüssigkeit. Das war das Dressing, und es wurde nie abgemessen, sondern nach Gefühl geschüttelt, bevor der Salat auf den Tisch kam. Als ich zum ersten Mal allein kochte, habe ich gemerkt, dass genau dieses Glas mir fehlte: Ich hatte Salat, ich hatte Essig und Öl, aber es schmeckte jedes Mal anders und meistens zu scharf.
Also habe ich es mir irgendwann einmal richtig aufgeschrieben, mit Löffeln statt mit Gefühl. Fünf Zutaten, mehr braucht es nicht: Essig, Öl, ein Löffel Senf, Salz und Pfeffer. Der Senf ist dabei kein Gewürz, sondern der kleine Trick, der Essig und Öl zusammenhält, damit sich das Dressing nicht sofort wieder trennt. Du brauchst keinen Mixer, kein Sieb und keinen Schneebesen, wenn du ein Schraubglas hast.
Zutaten
- 3 EL Weißweinessig
- 6 EL mildes Sonnenblumenöl
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 1/2 TL Salz
- 1/4 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Zubereitung
Schritt 1: Das Glas vorbereiten
Nimm ein sauberes Schraubglas von etwa 200 ml Inhalt, zum Beispiel ein leeres Senf- oder Marmeladenglas. Es muss vollkommen trocken sein, sonst verdünnst du das Dressing mit Wasser und es schmeckt flau. Prüfe, ob der Deckel wirklich dicht schließt, indem du ihn einmal fest zudrehst und das leere Glas kurz schüttelst. Ein Glas ist besser als eine Schüssel, weil das Schütteln die Arbeit des Schneebesens übernimmt.
Schritt 2: Essig, Senf und Gewürze verrühren
Gib zuerst die 3 EL Weißweinessig ins Glas, dann den Teelöffel Senf, das halbe Teelöffelchen Salz und den Pfeffer. Rühre mit einer Gabel, bis der Senf sich vollständig aufgelöst hat und keine gelben Klümpchen mehr am Glasboden kleben. Das Salz soll sich jetzt lösen, im Öl würde es das nicht mehr tun und du hättest später salzige Körnchen zwischen den Blättern. Die Mischung sieht trüb und hellbeige aus, das ist richtig so.
Schritt 3: Das Öl dazugeben und schütteln
Nun kommen die 6 EL Sonnenblumenöl dazu, alles auf einmal, du musst hier nichts tropfenweise einrühren. Deckel fest zudrehen und das Glas kräftig schütteln, etwa zwanzig bis dreißig Sekunden lang. Danach ist aus den zwei getrennten Schichten eine gleichmäßige, leicht cremige Soße geworden, die am Glas einen dünnen Film hinterlässt. Bleiben noch klare Ölaugen an der Oberfläche, schüttele einfach noch zehn Sekunden weiter.
Schritt 4: Abschmecken
Tauche ein Salatblatt hinein und probiere, nicht den Löffel: Pur schmeckt jedes Dressing zu sauer. Ist es dir zu scharf, gib noch einen Esslöffel Öl dazu; ist es zu mild, einen Teelöffel Essig. Das Verhältnis von einem Teil Essig zu zwei Teilen Öl ist die Grundlage, an der du dich immer wieder orientieren kannst.
Schritt 5: Über den Salat geben
Schüttele das Glas kurz vor dem Servieren noch einmal auf, denn nach ein paar Minuten setzt es sich wieder leicht ab. Gieße das Dressing erst unmittelbar vor dem Essen über die Blätter und hebe alles mit zwei großen Löffeln locker durch. Wartet der angemachte Salat zu lange, fällt er zusammen und wird wässrig.
Omas Tipps
- Der Senf ist der Kitt. Ohne ihn trennen sich Essig und Öl schon nach einer halben Minute wieder. Der Senf umhüllt die Öltröpfchen und hält sie in der Schwebe, deshalb nimm mittelscharfen und keinen süßen, der würde das Verhältnis aus dem Gleichgewicht bringen.
- Erst salzen, dann ölen. Salz löst sich nur in der wässrigen Essigphase. Wenn du es zum Schluss über das fertige Dressing streust, bleibt es körnig und verteilt sich ungleichmäßig auf dem Salat.
- Doppelte Menge lohnt sich immer. Rühre ruhig 6 EL Essig und 12 EL Öl an, das Glas ist genauso schnell geschüttelt. So hast du am nächsten Abend schon fertiges Dressing im Kühlschrank stehen und der Salat ist in zwei Minuten fertig.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im geschlossenen Schraubglas hält sich das Dressing im Kühlschrank etwa 10 Tage. Der Deckel muss dicht sein, sonst nimmt das Öl die Gerüche aus dem Kühlschrank an. Das Öl wird in der Kälte trüb und dickflüssig, das ist völlig normal: Stelle das Glas zehn Minuten vor dem Essen auf die Arbeitsplatte und schüttele es dann kräftig auf, dann ist es wieder gießfähig.
Einfrieren brauchst du dieses Dressing nicht und solltest es auch nicht. Beim Auftauen bricht die Bindung zwischen Essig und Öl endgültig, und die Konsistenz wird flockig statt cremig. Da es in fünf Minuten neu angerührt ist, lohnt der Aufwand ohnehin nicht.
Häufige Fragen
- Kann ich statt Weißweinessig auch Apfelessig nehmen?
- Ja, ohne Änderung der Menge, 3 EL bleiben 3 EL. Apfelessig schmeckt etwas fruchtiger und milder, er passt besonders gut zu Kopfsalat und Feldsalat. Von reinem Branntweinessig rate ich ab, der ist sehr scharf und bringt keinen eigenen Geschmack mit.
- Warum trennt sich mein Dressing trotzdem wieder?
- Das ist normal, jede Vinaigrette setzt sich nach einigen Minuten ab, denn Essig und Öl verbinden sich nicht dauerhaft. Der Senf verlangsamt es nur. Ein kurzes Aufschütteln direkt vor dem Übergießen genügt, dann ist die Soße wieder gleichmäßig.
- Welches Öl passt am besten?
- Mildes Sonnenblumenöl ist die neutrale Grundlage, an der sich nichts überlagert. Olivenöl kannst du nehmen, wenn du den kräftigen, leicht bitteren Ton magst, dann passt Weißweinessig besonders gut dazu. Bei Rapsöl achte auf ein raffiniertes, kaltgepresstes schmeckt vielen zu stark nach Kohl.

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