Rote-Paprika-Dip mit Walnüssen: 350 g, cremig und kräftig!
Rote Paprika und Walnuss sind ein Paar, das man viel zu selten zusammen denkt. Die Schote wird im Ofen weich und süß, die Nuss bringt Tiefe und ein bisschen Herbe dazu, und was dabei herauskommt, ist ein Dip von so kräftiger Farbe, dass die Schale auf dem Tisch sofort auffällt. Bei mir gibt es ihn, wenn Besuch kommt und ich etwas vorbereiten will, das im Kühlschrank ruhig wartet.
Aufwendig ist daran nichts. Die Paprika kommen halbiert aufs Blech, der Ofen erledigt die Arbeit, die Walnüsse werden nebenbei in der trockenen Pfanne geröstet. Danach bleibt nur noch grobes Pürieren, und zwar wirklich grob: Der Dip soll Struktur haben und nicht glatt wie Ketchup sein. Am Ende stehen 350 g in der Schale, genug für eine Runde Fladenbrot und noch ein Brot am nächsten Morgen.
Zutaten
- 3 große rote Paprikaschoten (ca. 600 g, gebacken ca. 350 g)
- 70 g Walnusskerne
- 2 Knoblauchzehen
- 3 EL Olivenöl
- 1 EL Zitronensaft
- 1 TL edelsüßes Paprikapulver
- 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
- 2 EL Semmelbrösel
- 1/2 TL Salz
- 1 Prise Chiliflocken
- 2 EL glatte Petersilie, gehackt
Zubereitung
Schritt 1: Paprika im Ofen backen
Heize den Ofen auf 220 Grad Ober- und Unterhitze vor. Halbiere die Paprikaschoten, entferne Kerngehäuse und weiße Trennwände und lege die Hälften mit der Haut nach oben auf ein mit Backpapier belegtes Blech. Backe sie 30 Minuten, bis die Haut dunkle Blasen wirft und stellenweise schwarz ist. Diese dunklen Stellen sind gewollt, sie geben dem Dip den röstigen Grundton.
Schritt 2: Haut abziehen
Nimm das Blech heraus und lege die heißen Hälften sofort in eine Schüssel, die du mit einem Teller abdeckst. Durch den eigenen Dampf löst sich die Haut in 10 Minuten fast von allein. Zieh sie danach mit den Fingern ab, sie kommt meist in großen Stücken mit. Fang den Saft in der Schüssel auf und hebe ihn auf, er bringt später Geschmack.
Schritt 3: Walnüsse rösten
Erhitze eine Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze und gib die Walnusskerne hinein. Schwenke sie 3 bis 4 Minuten, bis sie duften und an den Kanten leicht bräunen. Nimm sie sofort vom Herd und schütte sie auf einen Teller, denn in der heißen Pfanne rösten sie weiter und werden schnell bitter. Lege eine Handvoll grob gehackte Kerne für die Deko beiseite.
Schritt 4: Grob pürieren
Gib die gehäutete Paprika mit ihrem Saft, die gerösteten Walnüsse, die geschälten Knoblauchzehen, Olivenöl, Zitronensaft, Paprikapulver, Kreuzkümmel, Salz und Chiliflocken in einen Mixbecher. Puriere in kurzen Stößen, bis eine dicke, noch leicht krümelige Masse entsteht. Lass ruhig kleine Nussstückchen sichtbar, das macht den Biss aus. Ein glatter Dip würde wie Sauce wirken.
Schritt 5: Binden und abschmecken
Rühre die Semmelbrösel mit dem Löffel unter und lass den Dip fünf Minuten stehen. Sie saugen überschüssige Flüssigkeit auf und machen die Masse streichfähig. Schmecke jetzt mit Salz, Zitrone und einer weiteren Prise Chili ab. Fülle den Dip in eine Schale, ziehe eine Mulde hinein, träufle etwas Olivenöl darüber und streue die beiseitegelegten Walnussstuecke und die Petersilie darauf. Es sind rund 350 g.
Omas Tipps
- Dunkle Haut heißt Geschmack. Trau dich, die Paprikahaut richtig schwarz blasen zu lassen. Solange das Fruchtfleisch darunter weich und rot bleibt, gibt die verbrannte Haut nur Röstaroma ab und wandert anschließend in den Müll. Blasse Paprika ergibt einen flachen, leicht säuerlichen Dip.
- Walnüsse erst am Schluss mahlen. Geröstete Nüsse geben beim längeren Mixen Oel ab und der Dip wird schmierig. Puriere darum nur in kurzen Stößen und stoppe, sobald noch Stückchen zu sehen sind. Wer keinen Mixer hat, hackt die Nüsse mit dem Messer und zerdrückt die Paprika mit der Gabel.
- Servieren mit Kontrast. Der Dip ist kräftig und leicht süß, deshalb passt etwas Salziges oder Säuerliches dazu: Schafskaesewuerfel, eingelegte Zwiebelringe oder ein Klecks Joghurt mitten hinein. Auf warmem Fladenbrot oder als Beilage zu gebratenem Huhn kommt er am besten zur Geltung.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im Schraubglas oder in einer gut abgedeckten Schale hält sich der Dip 4 Tage im Kühlschrank. Gieße einen dünnen Film Olivenöl auf die Oberfläche, bevor du das Glas verschließt, dann bleibt die Farbe leuchtend rot und der Rand trocknet nicht aus. Die Petersilie streust du immer erst kurz vor dem Servieren darauf, sonst wird sie dunkel und fällt in sich zusammen.
Einfrieren funktioniert hier gut, anders als bei Joghurtdips. Fülle den Dip ohne Deko in kleine Dosen und lass oben zwei Finger breit Platz, dann hält er 2 Monate. Lass ihn über Nacht im Kühlschrank auftauen und rühre ihn kräftig durch, weil sich etwas Flüssigkeit absetzt. Danach eventuell mit einem Löffel Semmelbröseln wieder binden.
Häufige Fragen
- Kann ich Paprika aus dem Glas nehmen?
- Ja, dann brauchst du etwa 350 g abgetropfte, eingelegte Paprika und sparst die 30 Minuten Backzeit. Tupfe sie gut trocken und spüle sie kurz ab, wenn sie stark nach Essig schmecken. Weil das Röstaroma fehlt, gib einen halben Teelöffel geräuchertes Paprikapulver dazu.
- Womit ersetze ich die Walnüsse?
- Haselnüsse passen am besten, sie sind milder und etwas süßer, also nimm einen Teelöffel Zitronensaft mehr. Auch geröstete Mandeln funktionieren, machen den Dip aber deutlich fester, sodass du einen Esslaeffel Wasser unterrühren solltest. Die Menge von 70 g bleibt in beiden Fällen gleich.
- Warum schmeckt der Dip bitter?
- Fast immer sind die Walnüsse zu dunkel geröstet oder zu lange mitpuriert worden. Nimm sie schon aus der Pfanne, wenn sie gerade zu duften beginnen, und mixe nur in kurzen Stößen. Auch angebrannte Paprikahaut, die versehentlich im Mixer landet, bringt Bitterkeit mit, zieh sie deshalb sorgfältig ab.

Schreibe einen Kommentar