Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

Rezepte der Oma
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Quarkstollen ohne Hefe: Saftig, schnell und in 1 Stunde fertig!

Quarkstollen ohne Hefe: Saftig, schnell und in 1 Stunde fertig!
Portionen 1 Stollen (16 Scheiben)
Vorbereitung 15 Minuten
Garzeit 45 Minuten
Gesamt 1 Stunde

Ein richtiger Stollen braucht Hefe, Geduld und vier Wochen im kalten Keller, so hieß es bei uns früher immer. Nur passiert es eben jedes Jahr, dass der erste Advent da ist und man merkt: Der Stollen ist nicht gebacken. Für genau diesen Fall gibt es den Quarkstollen, und ich muss zugeben, dass er bei meinen Gästen oft besser ankommt als das wochenlang gelagerte Original.

Der Quark übernimmt hier die Arbeit der Hefe. Er macht den Teig saftig, das Backpulver sorgt für die Lockerheit, und weil nichts gehen muss, steht der Stollen nach einer Stunde fertig auf dem Tisch. Er ist heller und weicher als der Dresdner, die Rosinen und das Orangeat sind aber genau da, wo sie hingehören. Warm mit Butter und Puderzucker bestäubt ist er kaum zu bremsen.

Zutaten

  • 250 g Magerquark
  • 500 g Weizenmehl Type 405
  • 1 Päckchen Backpulver (16 g)
  • 150 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker (8 g)
  • 2 Eier (Größe M)
  • 200 g weiche Butter für den Teig
  • 150 g Rosinen
  • 75 g Orangeat, fein gewürfelt
  • 75 g gehobelte Mandeln
  • 3 EL Rum
  • abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone
  • 1 Prise Salz
  • 75 g Butter zum Bestreichen
  • 60 g Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung

Schritt 1: Rosinen einlegen

Gib die Rosinen mit dem Rum in eine kleine Schüssel, rühre einmal um und stelle sie beiseite, während du den Teig vorbereitest. Die zehn bis fünfzehn Minuten reichen aus, damit die Rosinen etwas Flüssigkeit ziehen und im Stollen nicht hart und trocken bleiben. Wer keinen Alkohol möchte, nimmt stattdessen drei Esslöffel heißen Orangensaft.

Schritt 2: Ofen und Blech vorbereiten

Heize den Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor und lege ein Backblech mit Backpapier aus. Lass den Quark in einem Sieb kurz abtropfen, falls viel Molke in der Packung steht. Zu nasser Quark macht den Teig weich, der Stollen läuft dann beim Backen breit und verliert seine typische gewölbte Form.

Schritt 3: Teig kneten

Vermische Mehl, Backpulver, Zucker, Vanillezucker und Salz in einer großen Schüssel. Gib Quark, Eier, die weiche Butter und die Zitronenschale dazu und verknete alles zuerst mit den Knethaken, dann kurz mit den Händen zu einem glatten Teig. Knete nur so lange, bis keine Mehlnester mehr zu sehen sind, etwa eine Minute. Längeres Kneten macht den Quarkteig zäh.

Schritt 4: Früchte einarbeiten

Gib die eingelegten Rosinen samt Flüssigkeit, das Orangeat und die gehobelten Mandeln auf den Teig und arbeite sie mit den Händen zügig ein. Drücke den Teig dabei flach und falte ihn über die Früchte, statt zu kneten, sonst zerbrechen die Mandelblättchen und die Rosinen färben den Teig grau.

Schritt 5: Stollen formen und backen

Forme aus dem Teig auf dem Blech ein längliches Oval von etwa 30 Zentimetern. Drücke mit dem Rollholz eine Längsrinne leicht außerhalb der Mitte hinein und klappe die schmalere Seite über die breitere, so entsteht die typische Stollenform. Backe ihn 45 Minuten auf der mittleren Schiene, bis er goldbraun ist und an einem Holzstäbchen kein feuchter Teig mehr hängt. Decke ihn nach 30 Minuten mit Backpapier ab, falls er zu dunkel wird.

Schritt 6: Buttern und zuckern

Schmilz die 75 g Butter und bestreiche den noch heißen Stollen rundum großzügig damit, am besten in zwei Durchgängen, damit sie einziehen kann. Siebe sofort die Hälfte des Puderzuckers darüber, lass den Stollen 20 Minuten abkühlen und bestäube ihn dann mit dem Rest. Die erste Schicht verbindet sich mit der Butter, die zweite bleibt weiß und pudrig.

Omas Tipps

  • Magerquark, nicht Sahnequark. Sahnequark bringt zusätzliches Fett und Wasser in den Teig, der Stollen wird dann schwer und bleibt innen klitschig. Bei Magerquark stimmt das Verhältnis zu den 200 g Butter, und die Krume wird locker.
  • Die Rinne vor dem Backen ruhig tief eindrücken. Der Teig geht durch das Backpulver kräftig auf und die Form verliert sich sonst völlig. Drücke das Rollholz fast bis auf das Blech durch, dann hat der fertige Stollen noch die erkennbare Wölbung.
  • Orangeat vorher hacken, wenn es grob ist. Große Würfel sinken beim Backen nach unten und hinterlassen zähe Stellen. Schneide sie auf etwa 4 Millimeter und wende sie in einem Teelöffel Mehl, bevor sie in den Teig kommen, dann verteilen sie sich gleichmäßig.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Wickle den vollständig ausgekühlten Quarkstollen in Alufolie und bewahre ihn an einem kühlen Ort auf, etwa im Flur oder in der Speisekammer bei 15 bis 18 Grad. Dort bleibt er sieben bis zehn Tage saftig. Anders als der Hefestollen gewinnt er durch Lagerung nichts, im Gegenteil: Am zweiten und dritten Tag schmeckt er am besten, danach trocknet er langsam. Lege die Anschnittfläche immer nach unten auf den Teller.

Einfrieren funktioniert sehr gut. Schneide den Stollen in Scheiben oder halbiere ihn, wickle die Stücke einzeln in Folie und friere sie bis zu drei Monate ein. Lass sie in der Folie bei Zimmertemperatur auftauen und bestäube sie danach mit frischem Puderzucker, denn der alte zieht beim Auftauen ein und verschwindet.

Häufige Fragen

Kann ich das Orangeat weglassen?
Ja, ersetze es einfach durch die gleiche Menge Rosinen oder gehackte getrocknete Aprikosen, damit die Teigmenge stimmt. Damit der typische Zitrusduft nicht fehlt, reibe dann zusätzlich die Schale einer halben Orange in den Teig. Zitronat wäre die andere Möglichkeit, wenn dir nur die Orangennote nicht liegt.
Warum ist mein Stollen innen noch feucht?
Meist steckt zu nasser Quark dahinter oder der Stollen wurde zu dick geformt. Halte dich an die 30 Zentimeter Länge, dann ist die Teigmasse flach genug für 45 Minuten Backzeit. Stich zur Sicherheit an der dicksten Stelle mit einem langen Holzspieß ein, er muss trocken herauskommen.
Schmeckt man den Rum im fertigen Stollen?
Nur sehr dezent, weil der Alkohol beim Backen weitgehend verfliegt und die drei Esslöffel vor allem die Rosinen weich machen. Wer die Rumnote deutlicher möchte, beträufelt den heißen Stollen vor dem Buttern mit einem weiteren Esslöffel. Für Kinder nimmst du problemlos Orangensaft, am Ergebnis ändert sich sonst nichts.
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