Körnerbrot ohne Mehl: Glutenfrei, mit 5 Zutaten!
Es gab bei uns Wochen, da wollte einfach kein Brot mehr gelingen. Der Hefeteig ging nicht auf, der Sauerteig war beleidigt, und am Ende stand wieder ein gekaufter Laib auf dem Tisch, der nach nichts schmeckte. Genau in so einer Woche habe ich angefangen, ein Brot zu backen, das gar kein Mehl mehr braucht und bei dem nichts schiefgehen kann, weil es weder Hefe noch Gehzeit kennt.
Das hier ist so ein Brot. Fünf Zutaten, eine Schüssel, ein Löffel. Die Flohsamenschalen binden das Wasser und halten alles zusammen, die Körner geben Biss, die Haferflocken machen die Krume weich. Du rührst alles an, lässt es stehen, schiebst es in den Ofen. Es ist glutenfrei, wenn du zertifizierte Haferflocken nimmst, und es hält sich saftig, wo normales Brot längst trocken wäre.
Zutaten
- 200 g Sonnenblumenkerne
- 100 g Kürbiskerne
- 150 g geschrotete Leinsamen
- 150 g zarte Haferflocken (glutenfrei zertifiziert)
- 4 EL Flohsamenschalen (ca. 30 g)
- 1,5 TL Salz
- 500 ml lauwarmes Wasser
Zubereitung
Schritt 1: Die trockenen Zutaten mischen
Gib die Sonnenblumenkerne, die Kürbiskerne, die geschroteten Leinsamen, die Haferflocken, die Flohsamenschalen und das Salz in eine große Schüssel. Rühre alles mit einem Löffel gründlich durch, bis die Flohsamenschalen wirklich überall verteilt sind. Das ist wichtiger, als es klingt: Klumpen sie an einer Stelle zusammen, bekommst du später eine glitschige Ecke im Brot statt einer gleichmäßigen Krume.
Schritt 2: Wasser dazu und quellen lassen
Gieße die 500 ml lauwarmes Wasser darüber und rühre sofort kräftig um. Die Masse wirkt in den ersten Minuten viel zu nass, das täuscht. Rühre eine gute Minute lang, bis kein trockenes Nest mehr zu sehen ist, und decke die Schüssel dann mit einem Teller ab. Lass alles eine Stunde bei Zimmertemperatur stehen. Danach ist aus der Suppe ein fester, formbarer Teig geworden, der sich als Ganzes vom Schüsselrand löst.
Schritt 3: In die Form füllen
Lege eine Kastenform von etwa 25 cm Länge mit Backpapier aus. Fülle den Teig hinein und drücke ihn mit einem nassen Löffelrücken fest in die Ecken, damit keine Hohlräume bleiben. Streiche die Oberfläche glatt und wölbe sie leicht. Heize den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor.
Schritt 4: Backen
Schiebe die Form auf die mittlere Schiene und backe das Brot 45 Minuten. Hebe es dann am Backpapier aus der Form, stelle es direkt auf den Rost und backe es weitere 25 Minuten. So bekommt es auch unten und an den Seiten eine feste, dunkle Kruste und bleibt nicht speckig. Insgesamt sind das 70 Minuten Backzeit.
Schritt 5: Vollständig auskühlen lassen
Klopf einmal auf die Unterseite: Es muss hohl klingen. Lass das Brot danach mindestens zwei Stunden auf einem Gitter auskühlen, besser über Nacht. Schneidest du es warm an, zieht die Krume Fäden und wirkt feucht. Kalt schneidet es sich sauber in dünne Scheiben.
Omas Tipps
- Leinsamen wirklich geschrotet kaufen. Ganze Leinsamen geben ihre Schleimstoffe nicht ab und rutschen beim Schneiden aus der Krume. Wenn du nur ganze da hast, mahle sie kurz in der Kaffeemühle, aber verarbeite sie am selben Tag, weil geschrotete Leinsamen schnell ranzig werden.
- Kerne vorher anrösten. Röste die Sonnenblumen- und Kürbiskerne ohne Fett in der Pfanne an, bis sie duften, und lass sie abkühlen, bevor sie in die Schüssel kommen. Das Brot schmeckt danach deutlich nussiger. Heiß dürfen sie nicht sein, sonst quellen die Flohsamenschalen ungleichmäßig.
- Flohsamenschalen sind nicht gleich Flohsamenpulver. Gemahlenes Pulver bindet stärker und macht das Brot gummiartig. Nimm die groben Schalen und miss sie locker ab, ohne den Löffel zu pressen, sonst wird der Teig zu fest und das Brot trocken.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Das ausgekühlte Brot hält sich in ein sauberes Geschirrtuch gewickelt und in einem Brottopf oder einer Papiertüte vier bis fünf Tage. In einer Plastikdose schwitzt es, weil die Körner viel Feuchtigkeit halten, und bekommt nach zwei Tagen Stockflecken. Im Kühlschrank wird es fest, das lässt sich aber kurz im Toaster beheben.
Einfrieren klappt hier besonders gut, weil das Brot ohne Kleber auskommt und beim Auftauen nicht krümelt. Schneide es vorher komplett in Scheiben, lege Backpapier dazwischen und friere es in Portionen ein. Die gefrorenen Scheiben kommen ohne Auftauen direkt in den Toaster und schmecken danach fast wie frisch gebacken.
Häufige Fragen
- Ist das Brot wirklich glutenfrei?
- Kerne, Leinsamen und Flohsamenschalen enthalten von Natur aus kein Gluten. Der einzige kritische Punkt sind die Haferflocken, die in normalen Mühlen oft mit Weizen in Berührung kommen. Greife zu Haferflocken mit ausdrücklicher Glutenfrei-Kennzeichnung, dann ist das ganze Brot glutenfrei.
- Mein Teig war nach einer Stunde noch flüssig – was tun?
- Dann waren die Flohsamenschalen zu alt oder zu sparsam bemessen. Rühre einen weiteren Esslöffel Flohsamenschalen unter und gib dem Teig noch 20 Minuten. Er muss sich am Ende als zusammenhängende Masse vom Schüsselboden lösen lassen, sonst bleibt die Mitte beim Backen feucht.
- Kann ich die Körner austauschen?
- Ja, solange die Gesamtmenge von 300 g Kernen stimmt. Walnüsse, Haselnüsse oder Sesam passen gut, dann bleiben es weiterhin fünf Zutaten. Verzichte nur auf Chiasamen zusätzlich zu den Flohsamenschalen, weil beide Wasser binden und das Brot sonst schwer und klitschig wird.

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