Mon-Chéri-Likör: Kirsch-Schoko-Likör zum Verschenken!
Es gibt so ein paar Geschmäcker, die man nie vergisst. Bei mir ist es diese kleine rote Schachtel, die früher zu Weihnachten auf dem Buffet stand und in der jede Praline einzeln in Goldfolie eingewickelt war. Kirsche, Kirschwasser, dunkle Schokolade – und immer der Streit, wer die letzte bekommt. Irgendwann habe ich mich gefragt, ob ich diesen Geschmack nicht in eine Flasche bekomme. Die Antwort: ja, und zwar erstaunlich einfach.
Dieser Likör wird auf dem Herd gerührt, nicht angesetzt – du musst also keine sechs Wochen warten. Kirschsaft, Sahne, dunkle Schokolade und ein ordentlicher Schluck Kirschwasser, mehr braucht es nicht. Nach dem Abkühlen füllst du ihn in hübsche Flaschen, bindest ein Band drum, und schon hast du ein Geschenk, das viel persönlicher wirkt als alles aus dem Regal. Und falls eine Flasche zufällig bei dir stehenbleibt: völlig in Ordnung.
Zutaten
- 300 ml Sauerkirschsaft (naturtrüb, ohne Zuckerzusatz)
- 200 g Zartbitterschokolade (mind. 60 % Kakao), fein gehackt
- 250 ml Sahne
- 200 g gezuckerte Kondensmilch
- 150 ml Kirschwasser (38 % vol.)
- 50 ml brauner Rum
- 1 EL Kakaopulver, stark entölt
- 1 Prise Salz
Zubereitung
Schritt 1: Kirschsaft einkochen
Gib den Sauerkirschsaft in einen kleinen Topf und lass ihn bei mittlerer Hitze offen köcheln, bis nur noch etwa die Hälfte übrig ist – das dauert rund 6 Minuten. Der Saft wird dabei dunkler und riecht deutlich intensiver nach Kirsche. Diese Reduktion ist der ganze Trick: Ohne sie schmeckt der Likör später wässrig und die Kirsche verschwindet hinter der Schokolade.
Schritt 2: Sahne und Schokolade verbinden
Nimm den Topf kurz von der Platte, gieße die Sahne zum reduzierten Saft und rühre um. Stelle alles zurück auf kleine Hitze und erwärme die Mischung, bis am Rand feine Bläschen aufsteigen – sie darf auf keinen Fall sprudelnd kochen, sonst flockt die Sahne durch die Säure der Kirschen aus. Ziehe den Topf jetzt komplett vom Herd.
Schritt 3: Schokolade schmelzen
Streue die fein gehackte Zartbitterschokolade in die heiße Flüssigkeit und warte eine Minute, ohne zu rühren. Dann rührst du mit einem Schneebesen von der Mitte aus, bis die Masse glatt, glänzend und gleichmäßig dunkelbraun ist. Rühre das Kakaopulver und die Prise Salz unter – der Kakao gibt Tiefe, das Salz hebt die Kirsche hervor.
Schritt 4: Kondensmilch unterrühren
Gib die gezuckerte Kondensmilch dazu und rühre sie vollständig ein. Sie sorgt für die samtige Bindung, die den Likör auch nach Tagen im Kühlschrank cremig hält, und übernimmt gleichzeitig das Süßen – zusätzlichen Zucker brauchst du nicht. Lass die Masse nun auf handwarm abkühlen, etwa 20 bis 30 Minuten.
Schritt 5: Alkohol zugeben
Erst wenn die Masse nur noch lauwarm ist, rührst du Kirschwasser und Rum ein. Gießt du sie in die heiße Flüssigkeit, verfliegt ein Teil des Aromas und der Likör schmeckt flach. Rühre gründlich durch, bis alles homogen ist und keine Fettaugen mehr obenauf schwimmen.
Schritt 6: Abfüllen
Fülle den Likör durch einen Trichter in zwei saubere, ausgekochte Flaschen à 500 ml. Verschließe sie fest und lass sie mindestens zwei Stunden vollständig auskühlen, bevor sie in den Kühlschrank wandern. Vor dem Verschenken einen Anhänger mit Datum und dem Hinweis „gut schütteln, kühl lagern“ dranbinden.
Omas Tipps
- Sauerkirschsaft statt Süßkirschsaft. Süßkirschsaft geht im Schokoladenaroma unter, weil ihm die Säure fehlt. Sauerkirschsaft dagegen setzt sich durch und erzeugt genau diesen Praliniengeschmack. Wenn du nur Süßkirschsaft bekommst, gib einen Teelöffel Zitronensaft in die Reduktion.
- Schokolade wirklich fein hacken. Grobe Stücke schmelzen in der nur handwarmen Sahne nicht restlos und setzen sich später als körnige Schicht am Flaschenboden ab. Ein gezacktes Brotmesser und ein Brett sind dafür besser als jede Reibe. Notfalls die Masse kurz mit dem Stabmixer aufmixen.
- Flaschen mit weiter Öffnung wählen. Der Likör ist dickflüssiger als Eierlikör und läuft durch enge Bügelflaschenhälse nur widerwillig heraus. Flaschen mit Schraubverschluss und weitem Hals lassen sich außerdem viel leichter reinigen, wenn du sie zurückbekommst.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Weil Sahne im Spiel ist, gehört dieser Likör ausschließlich in den Kühlschrank – dort hält er sich etwa drei Wochen. Die Flaschen müssen fest verschlossen sein, damit er keinen Kühlschrankgeruch annimmt. Vor jedem Einschenken kräftig schütteln, denn Kakaoanteile setzen sich mit der Zeit unten ab; das ist kein Fehler, sondern normal. Schreibe das Abfülldatum auf den Anhänger, dann weiß auch der Beschenkte Bescheid.
Einfrieren würde ich nicht empfehlen: Der Alkoholanteil verhindert, dass die Masse richtig durchfriert, und beim Auftauen trennt sich die Sahne von der Schokolade. Zurück bekommst du sie nicht mehr, auch nicht durch Schütteln. Lieber halbe Menge ansetzen und dafür öfter frisch kochen.
Häufige Fragen
- Kann ich statt Kirschwasser einen anderen Schnaps nehmen?
- Kirschwasser gibt dem Likör den typischen Praliniencharakter, es ist hier die Leitnote. Ersatzweise funktioniert Cherry Brandy, dann aber nur 100 ml und zusätzlich 50 ml Wodka, weil Cherry Brandy deutlich süßer und schwächer ist. Wodka allein macht den Likör schokoladig, aber austauschbar.
- Warum ist meine Masse körnig geworden?
- Dann war die Sahne-Saft-Mischung zu heiß, als die Schokolade hineinkam, oder sie hat gekocht und ist an der Kirschsäure geronnen. Ein Stabmixer rettet die Sache meistens: 20 Sekunden auf niedriger Stufe pürieren, bis alles wieder glatt ist. Beim nächsten Mal den Topf vor dem Einstreuen vom Herd ziehen.
- Wie lange muss der Likör vor dem Verschenken durchziehen?
- Trinkbar ist er sofort nach dem Auskühlen, aber am zweiten Tag ist er deutlich runder, weil sich Kirschwasser und Kakao verbunden haben. Setze ihn also idealerweise ein bis zwei Tage vor der Übergabe an. Länger als eine Woche vorher solltest du wegen der Sahne nicht abfüllen.

Schreibe einen Kommentar