Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

Rezepte der Oma
Pudding, Grieß & Milchreis

Milchmädchen-Pudding mit 3 Zutaten: Cremiger als jeder Tütenpudding!

Milchmädchen-Pudding mit 3 Zutaten: Cremiger als jeder Tütenpudding!
Portionen 4 Gläser
Vorbereitung 5 Minuten
Garzeit 10 Minuten
Gesamt 15 Minuten

Es gibt diesen Moment am Sonntagnachmittag, wenn die Enkel fragen, ob es noch etwas Süßes gibt, und der Vorratsschrank nichts mehr hergibt außer einer Dose gezuckerter Kondensmilch, die seit Weihnachten ganz hinten steht. Genau daraus mache ich seit Jahrzehnten Pudding. Ohne Tüte, ohne Ei, ohne dass ich noch einmal zum Laden müsste.

Das Schöne daran: Du brauchst wirklich nur drei Dinge, nämlich die Dose Milchmädchen, Milch und Speisestärke. Die gezuckerte Kondensmilch bringt Süße, einen feinen Karamellton und die Cremigkeit gleich mit, deshalb schmeckt dieser Pudding runder und voller als jede Fertigmischung. Ein Topf, ein Schneebesen, zehn Minuten am Herd, den Rest erledigt der Kühlschrank ganz allein.

Zutaten

  • 1 Dose gezuckerte Kondensmilch (397 g, „Milchmädchen“)
  • 500 ml Vollmilch
  • 40 g Speisestärke

Zubereitung

Schritt 1: Die Stärke kalt anrühren

Nimm 100 ml der kalten Milch ab und rühre die 40 g Speisestärke darin an, bis keine einzige Flocke mehr am Glasboden sitzt. Das dauert keine Minute, entscheidet aber über den ganzen Pudding: Stärke, die in warme Flüssigkeit fällt, verklumpt sofort. Stell die Schüssel griffbereit neben den Herd, du brauchst sie gleich schnell.

Schritt 2: Milch und Kondensmilch erwärmen

Gib die restlichen 400 ml Milch und die ganze Dose Kondensmilch in einen dickwandigen Topf. Spüle die Dose mit einem Schluck der Milch aus, damit nichts von der dicken Masse am Blech kleben bleibt. Erhitze alles bei mittlerer Hitze und rühre dabei ständig mit dem Schneebesen, bis die Mischung dampft, aber noch nicht kocht.

Schritt 3: Den Pudding binden

Rühre die angerührte Stärke noch einmal kurz durch und gieße sie in einem dünnen Strahl in den Topf, während du weiterrührst. Nach etwa zwei Minuten zieht die Masse sichtbar an und beginnt zu blubbern. Lass sie genau eine Minute leise kochen und rühre dabei auch in den Topfecken, bis der Pudding schwer vom Schneebesen tropft.

Schritt 4: In Gläser füllen

Nimm den Topf vom Herd und verteile den heißen Pudding sofort auf vier Gläser oder Schälchen. Arbeite zügig, denn die Masse wird beim Abkühlen rasch fester und lässt sich dann nur noch schlecht glattstreichen. Wenn du keine Haut magst, legst du Frischhaltefolie direkt auf die Oberfläche, sodass sie überall aufliegt.

Schritt 5: Kalt stellen

Lass die Gläser etwa zwanzig Minuten auf der Arbeitsplatte stehen, bis sie nur noch handwarm sind, und stelle sie dann für mindestens drei Stunden in den Kühlschrank. Über Nacht wird der Pudding noch dichter und schnittfester. Vor dem Servieren rührst du ihn einmal kräftig mit dem Löffel durch, dann glänzt er wieder samtig.

Omas Tipps

  • Der Topf entscheidet über den Geschmack. Gezuckerte Kondensmilch enthält viel Zucker und setzt sich in einem dünnen Topf blitzschnell am Boden an. Nimm einen schweren Topf, bleib bei mittlerer Hitze und fahre beim Rühren immer die Bodenkante entlang. Sobald es nach Karamell riecht, ist es schon eine Spur zu spät.
  • Spüle die Dose mit der Milch aus. In einer Dose Milchmädchen bleiben locker zwei Esslöffel an den Wänden hängen, und das ist genau die Süße, die dem Pudding sonst fehlt. Gieße einen Schluck der abgemessenen Milch hinein, schwenke sie durch und kippe alles in den Topf. So bleibt es bei drei Zutaten und trotzdem beim vollen Geschmack.
  • Die Festigkeit steuerst du über die Stärke. Mit 40 g bekommst du einen Pudding, der auf dem Löffel stehen bleibt und sich trotzdem cremig anfühlt. Magst du ihn löffelweich wie aus dem Becher, nimmst du 35 g. Willst du ihn stürzen und in Scheiben schneiden, gehst du auf 45 g hoch.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Im Kühlschrank hält sich der Pudding abgedeckt drei Tage und schmeckt am zweiten Tag fast noch besser, weil der Karamellton der Kondensmilch dann deutlicher hervortritt. Decke die Gläser mit Frischhaltefolie direkt auf der Oberfläche ab oder stülpe eine Untertasse darüber. Beides verhindert, dass sich eine zähe Haut bildet und der Pudding den Geruch von Zwiebeln oder Käse aus dem Kühlschrank annimmt.

Einfrieren solltest du ihn nicht. Die Bindung stammt allein aus der Speisestärke, und die überlebt das Auftauen nicht: Das Wasser trennt sich von der Masse, der Pudding wird wässrig und bekommt eine grießige Struktur, die sich auch durch Rühren nicht mehr retten lässt. Koche lieber eine frische Portion, sie ist ja in einer Viertelstunde fertig.

Häufige Fragen

Kann ich statt Vollmilch auch fettarme Milch nehmen?
Ja, das funktioniert, der Pudding wird aber merklich leichter und weniger samtig, weil das Fett der Vollmilch den Karamellton trägt. Wenn du Milch mit 1,5 Prozent nimmst, gib 5 g Speisestärke mehr dazu, dann stimmt die Konsistenz wieder. H-Milch geht genauso gut wie frische.
Warum ist mein Pudding klumpig geworden?
Fast immer wurde die Stärke in warme statt in kalte Milch gerührt oder beim Angießen nicht weitergerührt. Streiche den Pudding in diesem Fall noch heiß durch ein feines Sieb, dann bekommst du ihn meistens wieder glatt. Kalt und fest lässt sich ein klumpiger Pudding nicht mehr retten.
Kann ich Vanille oder Kakao dazugeben?
Kannst du, dann sind es aber vier Zutaten und es ist kein Drei-Zutaten-Pudding mehr. Vanilleextrakt rührst du erst nach dem Kochen ein, damit das Aroma nicht verdampft. Für eine Schokovariante siebst du 2 EL Kakao zusammen mit der Speisestärke in die kalte Milch.
Milchmädchen-Pudding mit 3 Zutaten: Cremiger als jeder Tütenpudding!
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