Low Carb Kartoffelsalat aus Kohlrabi: Schmeckt wie das Original, ohne Stärke!
Kartoffelsalat gehört bei uns zu jedem Grillabend und zu jedem Geburtstag, an dem viele Leute am Tisch sitzen. Als meine Nachbarin Helga anfing, Kohlenhydrate zu zählen, stand sie mit ihrem Teller etwas verloren neben der Schüssel. Also habe ich angefangen zu probieren – mit Blumenkohl, mit Sellerie, und irgendwann mit Kohlrabi. Der hat gewonnen, und zwar deutlich.
Kohlrabi hat genau das, was Blumenkohl fehlt: einen leicht süßlichen, milden Geschmack und eine feste Würfelform, die im Dressing nicht zerfällt. Richtig gegart – bissfest, nicht weich – erinnert die Textur verblüffend an eine festkochende Kartoffel. Das Dressing ist dann das alte, das ich immer schon gemacht habe: Zwiebel, Gewürzgurken, Senf, ein Schuss vom Gurkensud. Keine Stärke, kein Mehl, kein exotisches Pulver aus dem Reformhaus.
Zutaten
- 800 g Kohlrabi (2 große Knollen, geschält gewogen)
- 1 kleine Zwiebel (ca. 60 g)
- 3 Gewürzgurken (ca. 90 g)
- 4 EL Gurkensud aus dem Glas
- 150 g Naturjoghurt (3,5 %)
- 3 EL Mayonnaise
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 1 TL Salz für das Kochwasser
- ½ TL Salz für das Dressing
- ½ TL schwarzer Pfeffer
- 1 Bund Schnittlauch (ca. 15 g)
Zubereitung
Schritt 1: Kohlrabi schälen und würfeln
Schneide von den Knollen oben und unten eine Scheibe ab und schäle sie großzügig – die äußere Schicht ist faserig und bleibt auch nach dem Kochen zäh. Schneide den Kohlrabi dann in etwa anderthalb Zentimeter große Würfel. Gleichmäßig ist hier wichtiger als klein: Ungleiche Stücke werden teils matschig, teils roh, und genau das verrät den Salat sofort.
Schritt 2: Bissfest garen
Bring reichlich Wasser mit einem Teelöffel Salz zum Kochen und gib die Würfel hinein. Ab dem erneuten Aufkochen brauchen sie acht Minuten – nicht mehr. Probiere ein Stück: Es soll sich mit dem Zahn teilen lassen, aber in der Mitte noch leichten Widerstand haben. Gieße sofort ab und breite die Würfel auf einem Küchentuch aus, damit sie ausdampfen und nicht nachgaren.
Schritt 3: Dressing anrühren
Würfle die Zwiebel sehr fein und die Gewürzgurken etwas gröber. Verrühre in einer großen Schüssel den Joghurt mit der Mayonnaise, dem Senf, dem Gurkensud, dem halben Teelöffel Salz und dem Pfeffer zu einer glatten Creme. Gib Zwiebel und Gurkenwürfel dazu. Das Dressing darf jetzt deutlich zu kräftig schmecken, fast eine Spur zu sauer – der Kohlrabi nimmt viel davon auf.
Schritt 4: Mischen und ziehen lassen
Hebe die noch handwarmen Kohlrabiwürfel unter das Dressing. Warm saugen sie die Aromen besser auf als eiskalt aus dem Kühlschrank. Rühre mit einem Teigschaber vorsichtig von unten nach oben, damit die Würfel ganz bleiben. Decke die Schüssel ab und stelle sie mindestens eine Stunde kalt, besser zwei.
Schritt 5: Abschmecken und servieren
Nimm den Salat eine Viertelstunde vor dem Essen aus dem Kühlschrank und rühre ihn noch einmal durch. Jetzt schmeckst du nach: Oft fehlt ein Löffel Gurkensud oder eine Prise Salz, weil der Kohlrabi Flüssigkeit gezogen hat. Den Schnittlauch schneidest du erst zum Schluss in feine Röllchen und streust ihn über die Schüssel.
Omas Tipps
- Kleine Knollen kaufen, keine Riesen. Kohlrabi über etwa zwölf Zentimeter Durchmesser wird innen holzig und schmeckt streng. Zwei mittlere Knollen bringen zusammen die 800 g, die du brauchst, und bleiben zart. Drücke beim Kauf auf die Knolle: Sie muss fest sein, nicht nachgeben.
- Acht Minuten sind die Schmerzgrenze. Anders als Kartoffeln verzeiht Kohlrabi kein Überkochen – aus bissfest wird innerhalb von zwei Minuten glasig-weich. Stell dir wirklich einen Wecker und gieße sofort ab, statt den Topf noch kurz stehen zu lassen.
- Der Gurkensud ersetzt hier die Brühe. Im klassischen Kartoffelsalat zieht heiße Brühe in die Stärke. Die fehlt uns, also arbeitet der saure Gurkensud: Er gibt dem Kohlrabi Tiefe und lässt ihn weniger nach Kohl schmecken. Nimm den Sud aus einem Glas ohne Süßstoff.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
In einer gut verschlossenen Dose hält sich der Salat im Kühlschrank drei Tage. Drücke die Oberfläche vor dem Deckel leicht glatt, damit möglichst wenig Luft an das Dressing kommt. Ab dem zweiten Tag zieht der Kohlrabi Wasser: Einfach abgießen, was sich unten gesammelt hat, und mit einem Löffel Joghurt und etwas Salz neu abschmecken.
Einfrieren funktioniert nicht. Der gegarte Kohlrabi wird beim Auftauen wässrig und weich, und das Joghurt-Mayonnaise-Dressing flockt aus – aus dem Salat wird ein graues Mus. Mache lieber die halbe Menge, wenn ihr zu zweit esst.
Häufige Fragen
- Schmeckt man den Kohlrabi durch?
- Ganz leicht, ja – er bringt eine feine Süße mit, die Kartoffeln nicht haben. Wer das gar nicht möchte, gibt einen zusätzlichen Esslöffel Gurkensud und eine Prise Senf mehr ins Dressing. Nach der Ruhezeit im Kühlschrank tritt der Kohlgeschmack deutlich zurück.
- Wie viele Kohlenhydrate stecken in einer Portion?
- Kohlrabi enthält roh etwa 3,7 g Kohlenhydrate pro 100 g. Mit Joghurt, Mayonnaise und Gurken kommst du bei vier Portionen auf ungefähr 9 bis 10 g pro Portion. Zum Vergleich: Dieselbe Menge klassischer Kartoffelsalat liegt etwa beim Dreifachen.
- Kann ich den Salat am Vortag machen?
- Sehr gerne, er wird dadurch sogar runder. Gib dann den Schnittlauch erst kurz vor dem Servieren dazu, sonst wird er im Dressing dunkel und schlaff. Rühre den Salat am nächsten Tag durch und schmecke ihn noch einmal mit Salz und Pfeffer ab.

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