Low Carb Auflauf mit Spinat und Ricotta: Zwei Zutaten, ein Ofengang, cremig!
Es gibt Abende, an denen du die Kuechentuer aufmachst und einfach nichts mehr planen willst. Der Kühlschrank ist halb leer, der Kopf ist voll, und trotzdem soll etwas Warmes auf den Tisch. Genau für solche Abende habe ich diesen Auflauf. Zwei Zutaten, eine Form, ein Ofengang — mehr braucht es nicht. Bei mir steht fast immer ein Beutel Tiefkühlspinat im Fach und ein Becher Ricotta in der Tür, und daraus wird in wenigen Minuten Handarbeit etwas, das cremig, herzhaft und sattmachend aus dem Ofen kommt.
Das Besondere ist, dass hier nichts gebunden werden muss. Kein Mehl, keine Stärke, keine Bechamel, die du am Herd rührst. Der Ricotta selbst zieht beim Backen an, der Spinat gibt Struktur, und die Oberfläche wird von ganz allein goldbraun und leicht kross, während es darunter weich bleibt. Pro Portion landest du bei ungefähr sechs Gramm Kohlenhydraten. Du brauchst nur Salz, Pfeffer und etwas Muskat aus dem Gewuerzregal — das zähle ich nicht als Zutat, das steht bei dir ohnehin im Schrank.
Zutaten
- 900 g Tiefkühlspinat (Blattspinat, aufgetaut und gut ausgedrückt)
- 500 g Ricotta
- Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und geriebene Muskatnuss aus dem Gewuerzregal
- Etwas Butter oder Oel für die Form
Zubereitung
Schritt 1: Spinat auftauen und ausdrücken
Lass den Tiefkühlspinat in einem Sieb über einer Schüssel auftauen, am besten über Nacht im Kühlschrank oder eine Viertelstunde in der Mikrowelle bei niedriger Stufe. Dann kommt der wichtigste Handgriff: Nimm den Spinat portionsweise in die Faust und drücke ihn kräftig aus, bis kaum noch Flüssigkeit läuft. Aus 900 Gramm bleiben so etwa 600 Gramm feuchter, dunkelgruener Spinat übrig. Wer hier schludert, bekommt später eine Pfütze in der Form.
Schritt 2: Ofen vorheizen und Form fetten
Heize den Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vor, bei Umluft reichen 180 Grad. Fette eine Auflaufform von etwa 20 mal 28 Zentimetern gründlich mit Butter aus, auch an den Rändern hoch. Der Ricotta neigt dazu, an trockenen Stellen festzubacken, und du willst die Portionen später sauber herausheben können. Stelle die Form schon einmal bereit, dann geht der nächste Schritt zügig von der Hand.
Schritt 3: Spinat und Ricotta verrühren
Gib den ausgedrückten Spinat in eine große Schüssel und zupfe die zusammengepressten Klumpen mit den Fingern auseinander, sonst bleiben feste Nester im Auflauf. Dann den Ricotta dazu und alles mit einer Gabel gründlich verrühren, bis die Masse gleichmäßig hellgrün marmoriert ist. Kräftig würzen: etwa ein gestrichener Teelöffel Salz, reichlich Pfeffer und eine ordentliche Prise Muskat. Probiere die rohe Masse, sie darf ruhig etwas zu würzig schmecken.
Schritt 4: In die Form streichen
Fülle die Masse in die gefettete Form und streiche sie mit dem Löffelrücken glatt. Die Schicht sollte etwa drei Zentimeter hoch sein, nicht höher, sonst bleibt die Mitte blass und wird nicht richtig fest. Zieh mit der Gabel ein paar flache Rillen in die Oberfläche — an diesen Kanten bräunt es später besonders schön. Deckel oder Folie brauchst du nicht, der Auflauf geht offen in den Ofen.
Schritt 5: Backen und ruhen lassen
Schiebe die Form auf die mittlere Schiene und backe den Auflauf 30 Minuten. Nach etwa 20 Minuten fängt die Oberfläche an, gold- bis hellbraune Flecken zu bekommen, und die Ränder ziehen sich leicht von der Form zurück. Fertig ist er, wenn die Mitte beim Antippen federt und nicht mehr nachwackelt. Nimm ihn heraus und lass ihn fünf Minuten stehen, dann lässt er sich in saubere Stücke schneiden.
Omas Tipps
- Ricotta abtropfen lassen. Manche Becher stehen mit einer dünnen Molkeschicht obenauf im Regal. Gieße die einfach ab, bevor du den Ricotta in die Schüssel gibst. Sonst bringst du genau die Flüssigkeit zurück, die du dem Spinat vorher mühsam ausgedrückt hast.
- Blattspinat statt Rahmspinat. Greif im Tiefkuehlregal zum reinen Blatt- oder Hackspinat ohne Sahne und ohne Zwiebel. Rahmspinat bringt Milchzucker und oft Stärke mit, dann wird der Auflauf süßlich und die Konsistenz matschig. Der pure Spinat schmeckt neben dem Ricotta deutlich klarer.
- Muskat erst frisch reiben. Der fertig gemahlene Muskat aus dem Tütchen verliert schnell sein Aroma, und gerade hier, wo nur zwei Zutaten den Ton angeben, fällt das auf. Reib eine halbe Nuss direkt über die Schüssel. Das ist der Duft, der diesen schlichten Auflauf nach mehr schmecken lässt, als er ist.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im Kühlschrank hält sich der Auflauf drei Tage. Lass ihn erst vollständig abkühlen, decke die Form dann mit einem Teller oder gut sitzender Folie ab, oder hebe die Stücke in eine flache Dose um. Warm abgedeckt bildet sich Kondenswasser, das auf die gebraeunte Oberfläche tropft und sie aufweicht. Zum Aufwärmen kommen die Stücke für zehn Minuten bei 180 Grad zurück in den Ofen, dann wird die Kruste wieder knusprig.
Einfrieren geht, ich mache es aber ungern. Der Ricotta trennt sich beim Auftauen leicht, die Masse wirkt dann körnig und gibt Wasser ab. Wenn du trotzdem einfrieren willst, portioniere die abgekühlten Stücke einzeln, friere sie höchstens zwei Monate ein und taue sie über Nacht im Kühlschrank auf. Im Ofen aufgebacken fällt die veränderte Textur am wenigsten auf.
Häufige Fragen
- Kann ich frischen Spinat statt Tiefkühlspinat nehmen?
- Ja, du brauchst dann aber rund 1,8 Kilo frischen Blattspinat, weil er beim Garen enorm zusammenfällt. Blanchiere ihn kurz in kochendem Salzwasser, schrecke ihn kalt ab und drücke ihn genauso kräftig aus wie den aufgetauten. Frischer Spinat bringt etwas mehr Biss in den Auflauf.
- Warum ist mein Auflauf wässrig geworden?
- Fast immer liegt es am Spinat, der nicht fest genug ausgedrückt wurde. Tiefkühlspinat besteht zum großen Teil aus Wasser, und das kommt im heißen Ofen alles heraus. Drücke ihn so aus, dass du ihn zu einem festen Ballen formen kannst, und gieße auch die Molke vom Ricotta ab.
- Kann ich Käse darüberstreuen?
- Kannst du, dann sind es allerdings drei Zutaten statt zwei, und darum geht es hier ja gerade. Wenn du magst, streue in den letzten zehn Minuten etwas geriebenen Hartkäse darauf. Ohne Käse bräunt der Ricotta von selbst und bildet eine feine, leicht nussige Haut.

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