Kräuter-Olivenöl-Dip zum Tunken: 200 ml, für frisches Weißbrot!
Manchmal ist das Einfachste das, was am Tisch am schnellsten leer ist. Eine flache Schale mit 200 ml gutem Olivenöl, darin fein gehackte Kräuter, Knoblauch und ein wenig Säure, dazu ein frisches Weißbrot, von dem jeder sich ein Stück abreißt. Mehr braucht es nicht, damit die Leute am Tisch sitzen bleiben und weiterreden, obwohl das Essen eigentlich noch gar nicht angefangen hat.
Der Trick liegt nicht in einer langen Zutatenliste, sondern darin, die Kräuter wirklich fein zu hacken und dem Oel zwanzig Minuten Zeit zu geben. Erst dann geben Thymian und Knoblauch ihr Aroma ab und das Oel schmeckt nicht mehr nach Oel mit Gruenzeug, sondern nach einer eigenen Sache. Gekocht wird nichts, das Ganze steht in zehn Minuten Arbeit auf dem Tisch.
Zutaten
- 180 ml gutes Olivenöl, nativ extra
- 20 ml Rotweinessig (etwa 1 1/2 EL)
- 2 EL glatte Petersilie, sehr fein gehackt
- 1 TL frische Thymianblättchen, gehackt
- 1 TL frischer Oregano, gehackt (oder 1/2 TL getrockneter)
- 1 mittelgroße Knoblauchzehe, fein gerieben
- 1/2 TL abgeriebene Zitronenschale, unbehandelt
- 1/2 TL grobes Meersalz
- 1/2 TL schwarzer Pfeffer, grob gemörsert
- 1 Prise Chiliflocken
Zubereitung
Schritt 1: Kräuter vorbereiten
Wasche Petersilie, Thymian und Oregano und schleudere sie gründlich trocken, denn Wassertropfen sammeln sich sonst am Boden der Schale und truebnen das Oel. Zupfe die Thymianblättchen von den holzigen Stielen, das geht am schnellsten, wenn du den Stiel gegen die Wuchsrichtung durch die Finger ziehst. Hacke alle Kräuter zusammen sehr fein, bis die Schnittfläche deutlich duftet.
Schritt 2: Knoblauch und Zitrone
Reibe die Knoblauchzehe auf der feinen Reibe direkt in eine kleine Schüssel, so verteilt sie sich später gleichmäßig im Oel statt in Stücken auf den Boden zu sinken. Reibe die Zitronenschale nur dünn ab, das weiße Innere darunter würde bitter schmecken. Gib Salz, Pfeffer und Chiliflocken dazu und verrühre alles zu einer feuchten Paste.
Schritt 3: Mit Essig ansetzen
Gieße zuerst den Rotweinessig über die Paste und rühre kräftig um. Das Salz löst sich in der Säure viel besser als im Oel, und der Knoblauch verliert etwas von seiner Schärfe. Lass die Mischung zwei Minuten stehen, bis kein Salzkorn mehr am Löffel knirscht.
Schritt 4: Olivenöl unterziehen
Gieße die 180 ml Olivenöl langsam dazu und rühre nur mit der Gabel, nicht mit dem Schneebesen. Es soll sich keine Emulsion bilden, sondern das Oel soll klar bleiben, mit den Kräutern darin schwebend. Hebe zum Schluss die gehackten Kräuter unter und fülle alles in eine flache Schale, damit man mit dem Brot gut hineinkommt.
Schritt 5: Ziehen lassen und servieren
Lass den Dip 20 Minuten bei Zimmertemperatur stehen, abgedeckt mit einem Teller. Rühre kurz vor dem Servieren noch einmal um, weil sich die Kräuter am Boden absetzen. Reiche frisches Weißbrot dazu, am besten ein Baguette oder Ciabatta mit fester Krume, die das Oel aufsaugt, ohne sofort zu zerfallen.
Omas Tipps
- Das Oel entscheidet alles. Weil hier nichts erhitzt wird, schmeckst du jede Note des Olivenöls direkt heraus. Nimm ein fruchtiges, leicht pfeffriges natives Oel und kein neutrales Bratöl, sonst bleibt der Dip flach, egal wie viele Kräuter du hineingibst.
- Brot nicht schneiden, sondern reißen. Eine gerissene Kante hat mehr raue Fläche als eine glatte Schnittfläche und nimmt deutlich mehr Oel auf. Wärme das Weißbrot vorher fünf Minuten bei 160 Grad an, dann duftet es und die Krume saugt besser.
- Was vom Dip übrig bleibt. Der Rest am Schalenboden ist zu schade zum Wegwerfen. Gieße ihn über warme Pellkartoffeln oder über in Scheiben geschnittene Tomaten, dann hast du am nächsten Tag daraus eine Beilage gemacht.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Fülle den Dip in ein sauberes Schraubglas, verschließe es gut und stelle es in den Kühlschrank. Dort hält er sich 5 Tage. Das Oel wird kalt trübe und teilweise fest, das ist normal und kein Zeichen von Verderb. Nimm das Glas etwa 30 Minuten vor dem Essen heraus, dann ist es wieder klar und flüssig. Weil frischer Knoblauch darin ist, solltest du den Dip nicht länger als diese 5 Tage aufbewahren und ihn immer kalt lagern.
Einfrieren lohnt sich nicht. Die Kräuter verlieren beim Auftauen ihre Farbe und werden matschig, und das Oel trennt sich vom Essig, sodass du alles neu aufrühren müsstest. Wenn du auf Vorrat arbeiten willst, friere lieber die gehackten Kräuter pur in einem Eiswürfelbehälter ein und setze den Dip jeweils frisch an.
Häufige Fragen
- Kann ich getrocknete Kräuter nehmen?
- Ja, aber nimm nur ein Drittel der Menge, also je einen knappen halben Teelöffel Thymian und Oregano. Getrocknete Kräuter brauchen länger, um sich zu öffnen, deshalb solltest du den Dip dann mindestens eine Stunde ziehen lassen. Für die Petersilie bleibe ich bei frischer Ware, getrocknet schmeckt sie nach Heu.
- Mein Dip schmeckt zu sauer, was tun?
- Dann war der Essig zu kräftig oder die Menge etwas zu großzügig bemessen. Rühre einfach 2 bis 3 EL zusätzliches Olivenöl unter, damit verschiebst du das Verhältnis wieder zugunsten des Oels. Eine winzige Prise Zucker gleicht ebenfalls aus, ohne dass man sie herausschmeckt.
- Wofür kann ich den Dip noch verwenden?
- Er eignet sich gut als Marinade für Hähnchenbrust oder Zucchinischeiben vor dem Grillen, weil die Kräuter am Fleisch haften bleiben. Über einen Mozzarella oder einen Ziegenkäse getraeufelt wird er zur schnellen Vorspeise. Auch über warmen Nudeln macht er sich gut, zusammen mit etwas geriebenem Parmesan.

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