Kaiserschmarrn wie in Österreich: Fluffig und in 15 Minuten auf dem Tisch!
Als wir damals im Herbst in Österreich wandern waren, gab es auf der Hütte Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster. Die Wirtin stellte die Pfanne mitten auf den Tisch, jeder bekam eine Gabel, und niemand sprach mehr ein Wort. Seitdem koche ich ihn zu Hause, wenn draußen der Regen gegen die Fenster schlägt und die Küche warm sein soll.
Das Beste daran ist, wie schnell es geht. Von der ersten Schüssel bis zum Teller vergehen 15 Minuten, und das Einzige, was du dabei wirklich richtig machen musst, ist das Eiweiß steif zu schlagen. Genau das macht aus flachen Pfannkuchenfetzen den lockeren Schmarrn, der auf der Gabel fast federt.
Zutaten
- 3 Eier (Größe M), getrennt
- 125 g Mehl (Type 405)
- 180 ml Milch
- 30 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 30 g Butter zum Ausbacken
- 2 EL Rosinen (nach Belieben)
- 2 EL Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung
Schritt 1: Eier trennen und Eiweiß schlagen
Trenne die drei Eier. Schlage das Eiweiß mit der Prise Salz steif, bis sich beim Herausziehen der Rührbesen eine Spitze bildet, die stehen bleibt. Die Schüssel muss dafür völlig fettfrei sein. Das dauert mit dem Handrührgerät knapp zwei Minuten. Stelle den Eischnee zur Seite und wasche die Rührbesen nicht extra aus, das geht auch so.
Schritt 2: Den Grundteig anrühren
Verrühre die Eigelbe mit Zucker und Vanillezucker, bis die Masse heller wird. Gib das Mehl und die Milch abwechselnd dazu und rühre zu einem glatten, dickflüssigen Teig. Er soll vom Löffel in einem breiten Band abreißen. Klumpen drückst du am Schüsselrand aus, bevor du weitermachst, später bekommst du sie nicht mehr weg.
Schritt 3: Eischnee unterheben
Setze den Eischnee auf den Teig und hebe ihn mit einem Teigschaber in großen Bewegungen von unten nach oben unter. Höre auf, sobald keine weißen Streifen mehr zu sehen sind. Je weniger du rührst, desto luftiger wird der Schmarrn. Die Masse soll schaumig wirken und ihr Volumen behalten, nicht wieder zusammenfallen.
Schritt 4: In der Pfanne ausbacken
Lasse die Butter in einer beschichteten Pfanne von 28 cm bei mittlerer Hitze aufschäumen. Gieße den Teig hinein, streue die Rosinen darüber und backe ihn 3 bis 4 Minuten, bis die Unterseite goldbraun ist und die Oberfläche matt wird. Wende den Fladen mit zwei Pfannenwendern in zwei Hälften, das ist einfacher als ein ganzer Wurf.
Schritt 5: Zerreißen und karamellisieren
Zerteile den Teig mit zwei Gabeln oder dem Pfannenwender in unregelmäßige, mundgroße Stücke. Wende sie noch 3 bis 4 Minuten in der Pfanne, bis die Ränder überall goldbraun und leicht knusprig sind. Streue dabei einen Teelöffel Zucker darüber, er karamellisiert am Pfannenboden und gibt die typischen dunklen Kanten.
Schritt 6: Anrichten
Häufe den Schmarrn locker auf zwei vorgewärmte Teller, damit er nicht zusammensackt. Bestäube ihn großzügig mit Puderzucker durch ein kleines Sieb. Dazu passt Zwetschgenröster oder Apfelmus. Serviere sofort, denn kalt verliert er seine luftige Struktur und wird schnell zäh.
Omas Tipps
- Zerreißen statt schneiden. Verwende zwei Gabeln und ziehe den Fladen auseinander, statt ihn mit dem Messer zu zerteilen. Die rauen Bruchkanten nehmen mehr Butter auf und werden knusprig, glatte Schnittflächen bleiben blass.
- Rosinen vorher einweichen. Lege die 2 EL Rosinen zu Beginn in heißes Wasser oder etwas Rum, während du den Teig rührst. Sie werden dann saftig statt hart und verbrennen in der Pfanne nicht so schnell.
- Nicht zu heiß backen. Bei starker Hitze ist die Unterseite dunkel, bevor die dicke Masse durchgegart ist. Mittlere Stufe und die vollen 8 Minuten Gesamtzeit sind genau richtig für einen Fladen von etwa 2 cm Höhe.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Kaiserschmarrn ist ein Gericht für den Moment und schmeckt frisch aus der Pfanne am besten. Reste kannst du abgedeckt mit einem Teller im Kühlschrank 1 Tag aufheben. Wärme sie in der Pfanne mit einem kleinen Stück Butter bei mittlerer Hitze wieder auf, in der Mikrowelle werden die Stücke gummiartig.
Einfrieren empfehle ich nicht. Die Luft aus dem Eischnee entweicht beim Auftauen, der Schmarrn fällt zusammen und wird beim Erwärmen feucht und schwer. Rühre lieber die halbe Menge an, wenn du allein isst, der Teig gelingt auch mit zwei Eiern und 80 g Mehl.
Häufige Fragen
- Warum wird mein Kaiserschmarrn nicht fluffig?
- Fast immer liegt es am Eischnee. Er muss wirklich steif sein und darf nur untergehoben, nicht untergerührt werden. Auch eine zu kleine Pfanne schadet: Bei weniger als 28 cm wird der Fladen zu dick und bleibt innen feucht statt locker.
- Kann ich den Teig vorbereiten?
- Nur den Grundteig aus Eigelb, Mehl, Milch und Zucker, der hält zugedeckt eine Stunde. Den Eischnee schlägst du erst kurz vor dem Backen, sonst setzt er sich ab und wird wieder flüssig. Dann wäre die ganze Luft verloren.
- Was passt dazu, wenn ich keinen Zwetschgenröster habe?
- Apfelmus ist der Klassiker und braucht nur einen Löffel. Auch warme Kirschen aus dem Glas oder ein Löffel Preiselbeeren passen gut, weil die Säure den süßen Puderzucker ausgleicht. Zur Not tut es Vanillesoße.

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