Gewürzkuchen wie bei Oma: Der Winterklassiker mit Kakao und Zimt!
Wenn es draußen früh dunkel wird und der Wind an den Fensterläden rüttelt, steht bei mir der Gewürzkuchen auf dem Plan. Er ist kein feiner Sonntagskuchen mit Sahnehaube, sondern ein Blechkuchen für den ganz normalen Nachmittag: einmal gebacken, steht er in der Küche und wird über die Woche langsam kleiner. Meine Mutter hat ihn immer Ende November angesetzt, weil dann die Gewürze im Schrank sowieso schon vorne standen.
Das Schöne daran ist, dass du nichts Kompliziertes brauchst. Ein Rührteig, Kakao, Zimt, ein paar Nelken und etwas Piment — mehr steckt nicht dahinter. Der Kuchen bleibt durch Buttermilch und Öl mehrere Tage saftig, er lässt sich in Würfel schneiden und wandert genauso gut in die Brotdose wie auf den Kaffeetisch. Und er schmeckt am zweiten Tag ehrlich gesagt besser als am ersten.
Zutaten
- 375 g Weizenmehl Type 405
- 40 g Backkakao, ungesüßt
- 250 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker (8 g)
- 1 Päckchen Backpulver (15 g)
- 1 TL Natron
- 2 gestrichene TL gemahlener Zimt
- 1/2 TL gemahlene Nelken
- 1/2 TL gemahlener Piment
- 1 Prise Muskatnuss, frisch gerieben
- 4 Eier (Größe M), zimmerwarm
- 200 ml neutrales Öl (Raps oder Sonnenblume)
- 300 ml Buttermilch
- 1 Prise Salz
- 2 EL Puderzucker zum Bestäuben
- 1 TL Zimt-Zucker zum Bestreuen
Zubereitung
Schritt 1: Blech und Ofen vorbereiten
Heize den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vor. Lege ein tiefes Backblech von etwa 30 x 40 cm mit Backpapier aus und drücke das Papier an den Rändern gut in die Ecken, damit der Teig später nicht darunter läuft. Nimm Eier und Buttermilch rechtzeitig aus dem Kühlschrank — kalte Zutaten lassen den Teig gerinnen und der Kuchen wird dann streifig statt gleichmäßig.
Schritt 2: Trockene Zutaten mischen
Siebe Mehl, Kakao, Backpulver und Natron in eine große Schüssel. Der Kakao klumpt gern, deshalb lohnt sich das Sieb wirklich. Gib Zimt, Nelken, Piment, Muskat und das Salz dazu und verrühre alles mit einem Schneebesen, bis die Mischung gleichmäßig hellbraun aussieht. So verteilen sich die Gewürze im ganzen Teig und du beißt später nicht plötzlich auf ein Nelkennest.
Schritt 3: Feuchte Zutaten aufschlagen
Schlage die Eier mit Zucker und Vanillezucker in einer zweiten Schüssel etwa drei Minuten hell und schaumig. Die Masse soll sichtbar heller werden und beim Anheben der Rührstäbe kurz als Band stehen bleiben. Gieße dann das Öl in dünnem Strahl ein und rühre weiter, bis alles glatt ist. Zum Schluss kommt die Buttermilch dazu, die Masse wird dabei dünnflüssig — das ist richtig so.
Schritt 4: Teig zusammenführen
Gib die Mehlmischung in zwei Portionen zur flüssigen Masse und rühre auf niedriger Stufe nur so lange, bis keine trockenen Stellen mehr zu sehen sind. Hör danach auf. Wer jetzt weiterrührt, bekommt einen zähen Kuchen mit großen Löchern. Der fertige Teig ist glänzend dunkelbraun und fließt schwer vom Löffel.
Schritt 5: Backen
Streiche den Teig auf dem Blech glatt, bis er überall gleich hoch liegt, und schiebe das Blech auf die mittlere Schiene. Backe den Gewürzkuchen 35 Minuten. Mach nach 30 Minuten die Stäbchenprobe in der Mitte: Bleiben nur ein paar feuchte Krümel hängen, ist er fertig. Nasser Teig am Stäbchen bedeutet fünf Minuten Nachbacken, mehr braucht es fast nie.
Schritt 6: Auskühlen und bestäuben
Lass den Kuchen auf dem Blech etwa eine Stunde vollständig auskühlen. Ziehe ihn dann am Backpapier auf ein Brett, bestäube ihn dünn mit Puderzucker und streue den Zimt-Zucker darüber. Schneide erst danach in Quadrate — warm geschnitten drückt die Krume zusammen und die Ränder werden speckig.
Omas Tipps
- Die Gewürze kurz anwärmen. Gib Zimt, Nelken und Piment für eine Minute in eine trockene Pfanne auf kleiner Flamme, bevor du sie unter das Mehl mischst. Der Duft wird deutlich runder und weniger staubig. Achte darauf, dass nichts dunkel wird, sonst schmeckt es bitter.
- Buttermilch nicht durch Milch ersetzen. Das Natron im Teig braucht die Säure der Buttermilch, um zu arbeiten — mit süßer Milch bleibt der Kuchen flacher und schmeckt seifig. Hast du keine Buttermilch, nimm 300 ml Milch und rühre einen Esslöffel Zitronensaft ein, lass das Ganze zehn Minuten stehen.
- Ein Löffel Rübenkraut macht ihn dunkler. Rührst du einen gehäuften Esslöffel Zuckerrübensirup zur Buttermilch, bekommt der Gewürzkuchen die tiefbraune Farbe von früher und einen leicht malzigen Ton. Nimm dafür einen Esslöffel Zucker weniger, sonst wird er zu süß.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Der Gewürzkuchen hält sich bei Zimmertemperatur vier bis fünf Tage und wird dabei eher besser. Lass ihn ganz und schneide nur ab, was du brauchst. Decke die Schnittfläche mit Backpapier ab und stülpe eine Kuchenhaube darüber oder wickle das Blechstück locker in Alufolie. In eine luftdichte Dose gehört er erst, wenn er wirklich kalt ist, sonst schwitzt die Oberfläche und der Puderzucker löst sich zu grauen Flecken auf. In den Kühlschrank muss er nicht — dort trocknet die Krume schneller aus, als dir lieb ist.
Einfrieren funktioniert hier ausgesprochen gut, weil der hohe Ölanteil den Kuchen auch nach dem Auftauen saftig hält. Schneide ihn in Stücke, lege sie mit etwas Abstand auf ein Brett, friere sie eine Stunde vor und packe sie danach in einen Gefrierbeutel. So kleben sie nicht zusammen. Drei Monate sind problemlos drin. Zum Auftauen lässt du die Stücke zugedeckt eine Stunde bei Zimmertemperatur stehen und bestäubst sie erst kurz vor dem Servieren frisch mit Puderzucker.
Häufige Fragen
- Kann ich den Teig auch in einer Kastenform backen?
- Ja, die Menge reicht für zwei große Kastenformen von je 30 Zentimetern. Die Backzeit steigt dann auf etwa 50 bis 55 Minuten bei 175 °C, weil der Teig viel höher steht. Stäbchenprobe ab Minute 45, und decke die Oberfläche mit Alufolie ab, falls sie zu schnell dunkel wird.
- Warum schmeckt mein Gewürzkuchen leicht bitter?
- Das liegt fast immer an zu viel Nelken oder an zu altem Backkakao. Nelken sind extrem kräftig, ein halber Teelöffel ist die Obergrenze für dieses Blech. Nimm außerdem Kakao, der nicht länger als ein Jahr offen im Schrank steht, sonst bringt er einen dumpfen, herben Ton mit.
- Passt eine Glasur besser als Puderzucker?
- Ein Zuckerguss aus 150 g Puderzucker und drei Esslöffeln Orangensaft passt hervorragend zu Zimt und Nelken und hält den Kuchen zusätzlich feucht. Streiche ihn aber erst auf den völlig ausgekühlten Kuchen, sonst zieht er ein und wird fleckig. Zum Mitnehmen in der Dose ist die Puderzucker-Variante praktischer, weil nichts klebt.

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