Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

Rezepte der Oma
Blechkuchen

Eierlikör-Blechkuchen mit 200 ml Eierlikör: Saftig wie bei Oma!

Eierlikör-Blechkuchen mit 200 ml Eierlikör: Saftig wie bei Oma!
Portionen 20 Stücke (Blech 30 x 40 cm)
Vorbereitung 15 Minuten
Garzeit 30 Minuten
Gesamt 45 Minuten

Es gibt Kuchen, die man für besondere Anlässe backt, und es gibt diesen hier. Bei mir stand der Eierlikör-Blechkuchen immer dann auf dem Tisch, wenn kurzfristig Besuch angekündigt war und ich mit dem, was in der Speisekammer stand, ein volles Blech füllen musste. Eine Flasche Eierlikör hat fast jeder irgendwo stehen, oft seit Ostern, halb vergessen. Genau die kommt hier zu Ehren.

Das Besondere: Die 200 ml Eierlikör ersetzen einen Teil der Flüssigkeit im Teig und bringen gleichzeitig Zucker, Ei und Aroma mit. Der Kuchen wird dadurch schwer und feucht, ohne matschig zu sein, und trocknet auch am dritten Tag nicht aus. Du brauchst keine Küchenmaschine, keine Springform und keine Geduld — nur eine Schüssel, ein Handrührgerät und ein Backblech.

Zutaten

  • 200 ml Eierlikör
  • 250 g weiche Butter
  • 200 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker (8 g)
  • 4 Eier (Größe M, zimmerwarm)
  • 350 g Weizenmehl Type 405
  • 1 Päckchen Backpulver (15 g)
  • 100 ml neutrales Öl (z. B. Rapsöl)
  • 1 Prise Salz
  • 150 g Puderzucker für die Glasur
  • 2 bis 3 EL Eierlikör für die Glasur (zusätzlich)
  • 30 g Pistazien, grob gehackt

Zubereitung

Schritt 1: Blech und Ofen vorbereiten

Heize den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor. Lege ein Backblech von etwa 30 x 40 cm mit Backpapier aus und drücke das Papier an den Rändern gut fest, damit es sich beim Einfüllen nicht aufstellt. Stelle die Butter und die Eier rechtzeitig aus dem Kühlschrank — beides muss zimmerwarm sein, sonst gerinnt die Masse später und der Kuchen wird grobporig.

Schritt 2: Butter und Zucker schaumig rühren

Gib die weiche Butter mit dem Zucker, dem Vanillezucker und der Prise Salz in eine große Schüssel. Rühre die Masse mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe mindestens vier Minuten lang, bis sie deutlich heller geworden ist und fast wie Creme aussieht. Das ist der Punkt, an dem der Kuchen seine Lockerheit bekommt — kürze hier nicht ab, auch wenn es lange dauert.

Schritt 3: Eier und Eierlikör einarbeiten

Schlage die Eier einzeln unter und rühre jedes Ei etwa eine halbe Minute ein, bevor das nächste folgt. Gieße dann das Öl in dünnem Strahl dazu, anschließend die 200 ml Eierlikör. Die Masse sieht jetzt sehr flüssig aus und wirkt vielleicht leicht gerinnend — das ist normal und verschwindet, sobald das Mehl dazukommt.

Schritt 4: Mehl unterheben und aufs Blech streichen

Mische Mehl und Backpulver in einer separaten Schüssel und siebe beides über den Teig. Rühre nur so lange auf niedrigster Stufe, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist, etwa zwanzig Sekunden. Verteile den Teig auf dem Blech und streiche ihn mit einer Winkelpalette bis in die Ecken glatt. Der Teig ist recht dünnflüssig und läuft von selbst ein wenig auseinander.

Schritt 5: Backen und Stäbchenprobe

Schiebe das Blech auf die mittlere Schiene und backe den Kuchen 30 Minuten. Die Oberfläche soll goldgelb sein und beim leichten Antippen zurückfedern. Steche in der Mitte mit einem Holzstäbchen ein: Bleibt feuchter Teig daran hängen, gib fünf Minuten zu. Lass den Kuchen danach auf dem Blech vollständig auskühlen, sonst zieht die Glasur ein statt oben zu bleiben.

Schritt 6: Glasieren und bestreuen

Verrühre den Puderzucker mit 2 bis 3 EL Eierlikör zu einer zähflüssigen Glasur, die langsam vom Löffel reißt. Gib den Likör löffelweise dazu, zu dünn lässt sich nicht mehr retten. Streiche die Glasur dünn über den kalten Kuchen und streue sofort die gehackten Pistazien darüber, solange sie noch haften. Nach etwa einer Stunde ist die Glasur fest und der Kuchen schnittfest.

Omas Tipps

  • Nimm einen kräftigen Eierlikör. Billige Sorten mit wenig Eianteil schmecken nach dem Backen kaum noch durch, weil der Alkohol verfliegt und nur das Aroma bleibt. Ein sahniger Likör mit hohem Eigelbanteil ist die ganze Miete dieses Kuchens.
  • Das Öl ist kein Fehler im Rezept. Viele lassen es weg und wundern sich, dass der Kuchen am zweiten Tag trocken ist. Butter allein erstarrt beim Abkühlen, Öl bleibt flüssig und hält die Krume auch im Kühlen weich.
  • Für Kinder ersetzt du den Likör nicht durch Milch. Nimm stattdessen 200 ml Sahne mit 2 Päckchen Vanillezucker und einem Teelöffel Zitronenabrieb, sonst fehlen dem Teig Zucker und Aroma auf einmal und er schmeckt flach.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Der Kuchen hält sich zugedeckt bei Zimmertemperatur 4 Tage und wird dabei eher besser als schlechter. Lege einfach das Backpapier oder ein sauberes Geschirrtuch locker über das Blech — Frischhaltefolie direkt auf der Glasur würde sie aufweichen und Abdrücke hinterlassen. Im Kühlschrank wird er hart, dort gehört er nicht hin.

Einfrieren geht gut, allerdings ohne Glasur. Schneide den ausgekühlten Kuchen in Stücke, friere sie einzeln auf einem Brett vor und packe sie dann in einen Gefrierbeutel. So halten sie 3 Monate. Aufgetaut wird bei Zimmertemperatur in etwa zwei Stunden, danach frisch glasieren.

Häufige Fragen

Bleibt der Alkohol im Kuchen?
Der größte Teil verdampft beim Backen, im fertigen Kuchen ist nur noch ein Rest davon enthalten. In der Glasur dagegen bleibt der Eierlikör roh und damit auch der Alkohol. Wer ganz sichergehen will, glasiert nur mit Puderzucker und einem Löffel Zitronensaft.
Kann ich ein kleineres Blech nehmen?
Ja, auf einem Blech von 25 x 35 cm wird der Kuchen höher und braucht etwa 40 Minuten. Achte dann darauf, ihn nach 30 Minuten locker mit Alufolie abzudecken, damit die Oberfläche nicht zu dunkel wird, bevor die Mitte durch ist.
Warum ist meine Glasur milchig statt weiß geworden?
Das passiert, wenn der Kuchen beim Glasieren noch lauwarm war — die Restwärme löst den Puderzucker an und die Glasur zieht in den Teig ein. Lass ihn wirklich vollständig auskühlen, mindestens eine Stunde, und rühre die Glasur erst dann an.
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