Kinder-Bueno-Eis ohne Eismaschine: In 10 Minuten angerührt!
Bei uns fing das mit dem Nusseis an einem heißen Julinachmittag an, als meine Enkel mit hochroten Köpfen in die Küche stürmten und fragten, ob es nicht irgendetwas Kaltes gebe. Im Gefrierfach lag nur eine halbleere Packung Erbsen. Also habe ich getan, was ich in solchen Momenten immer tue: geschaut, was da ist. Sahne stand im Kühlschrank, eine Dose gezuckerte Kondensmilch im Vorratsschrank, und in der Keksdose lagen zwei Riegel, die eigentlich für die Brotdose gedacht waren. Zehn Minuten später war die Masse angerührt, am Abend gab es Eis.
Das Schöne daran: Du brauchst keine Eismaschine und musst auch nicht alle halbe Stunde aufstehen und rühren. Die geschlagene Sahne bringt so viel Luft in die Masse, dass sie beim Gefrieren cremig bleibt und keine groben Eiskristalle bildet. Die gezuckerte Kondensmilch macht den Rest – sie senkt den Gefrierpunkt und sorgt dafür, dass du das Eis auch nach drei Tagen noch mit einem normalen Löffel portionieren kannst. Die zerkleinerten Riegel gebe ich zum Teil in die Masse, zum Teil obendrauf, damit man die Waffelstückchen noch knacken hört.
Zutaten
- 500 ml kalte Schlagsahne (mindestens 30 % Fett)
- 1 Dose gezuckerte Kondensmilch (397 g)
- 4 Riegel Kinder Bueno (insgesamt etwa 172 g), also 8 einzelne Stangen
- 3 EL Haselnusscreme (Nuss-Nougat-Creme)
- 1 TL Vanilleextrakt
- 1 Prise Salz
- 50 g Vollmilchschokolade zum Schmelzen (optional, für den Abschluss)
Zubereitung
Schritt 1: Form und Riegel vorbereiten
Lege eine Kastenform von etwa 25 Zentimetern Länge mit Backpapier aus und lass an den Längsseiten etwas überstehen – daran hebst du das Eis später heraus. Stelle die Form für den Moment beiseite. Nimm drei der vier Riegel und hacke sie mit einem großen Messer grob, so dass Stücke von etwa einem Zentimeter entstehen. Den vierten Riegel legst du unzerkleinert zur Seite, er kommt zum Schluss obendrauf. Die Waffelsplitter, die beim Hacken abfallen, kommen einfach mit in die Schüssel.
Schritt 2: Sahne steif schlagen
Gib die kalte Sahne in eine große Schüssel und schlage sie mit dem Handrührgerät auf mittlerer Stufe steif. Das dauert etwa zwei bis drei Minuten. Hör auf, sobald die Sahne feste Spitzen hält und der Schneebesen sichtbare Spuren hinterlässt, die nicht mehr zusammenlaufen. Schlägst du länger, wird sie körnig und das Eis verliert seine glatte Textur. Die Schüssel und die Sahne sollten wirklich kalt sein, dann geht es schneller und das Volumen wird größer.
Schritt 3: Kondensmilch und Nusscreme verrühren
In einer zweiten Schüssel verrührst du die gezuckerte Kondensmilch mit der Haselnusscreme, dem Vanilleextrakt und der Prise Salz. Rühre so lange, bis keine dunklen Schlieren mehr zu sehen sind und die Masse gleichmäßig hellbraun glänzt. Falls die Nusscreme sehr fest ist, stelle sie vorher eine Minute ins warme Wasserbad, dann lässt sie sich mühelos einarbeiten. Das Salz schmeckst du später nicht heraus, es hebt nur den Nussgeschmack.
Schritt 4: Alles locker unterheben
Gib etwa ein Drittel der geschlagenen Sahne zur Kondensmilchmasse und rühre es zügig ein – das macht die schwere Masse leichter. Den Rest der Sahne hebst du dann mit einem Teigschaber in großen Bewegungen unter, von unten nach oben, bis keine weißen Streifen mehr zu sehen sind. Zum Schluss hebst du die gehackten Riegelstücke unter. Rühre hier nicht mehr als nötig, sonst fällt die Luft zusammen und das Eis wird hart.
Schritt 5: Einfüllen und einfrieren
Fülle die Masse in die vorbereitete Form und streiche die Oberfläche glatt. Schneide den letzten Riegel in Scheiben und verteile sie obenauf. Wer mag, schmilzt die Vollmilchschokolade und zieht damit dünne Fäden über das Eis. Decke die Form mit Backpapier oder Frischhaltefolie direkt auf der Oberfläche ab und stelle sie für mindestens 6 Stunden ins Gefrierfach, am besten über Nacht.
Schritt 6: Servieren
Nimm das Eis fünf Minuten vor dem Servieren aus dem Gefrierfach. Tauche den Löffel oder Eisportionierer kurz in heißes Wasser, dann gleitet er sauber durch die Masse. Serviere direkt aus der Form oder hebe den ganzen Block am Backpapier heraus und schneide ihn mit einem warmen Messer in Scheiben – so sieht man die Riegelstücke im Querschnitt besonders schön.
Omas Tipps
- Riegel eiskalt hacken. Lege die Riegel zehn Minuten ins Gefrierfach, bevor du sie zerkleinerst. Die Schokolade splittert dann sauber, statt am Messer zu schmieren, und die Waffel bleibt in Stücken. Warme Riegel zerdrücken sich zu Krümeln und verschwinden im Eis.
- Nusscreme nur sparsam. Bleib bei den drei Esslöffeln. Mehr Nuss-Nougat-Creme macht die Masse schwer und das fertige Eis bekommt eine leicht klebrige, zähe Konsistenz, weil das Fett der Creme beim Gefrieren fest wird. Für mehr Nussgeschmack nimm lieber zwei Esslöffel geröstete, gemahlene Haselnüsse dazu.
- Waffel knusprig halten. Die Waffelstücke im Eis weichen nach zwei bis drei Tagen unweigerlich auf. Wenn du das Eis länger aufbewahren willst, hebe nur die Schokoladenstücke unter und streue die Waffel erst beim Servieren über die Portionen.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im Gefrierfach hält sich das Eis bei minus 18 Grad gut zwei Wochen. Wichtig ist, dass die Oberfläche luftdicht abgedeckt ist: Lege Frischhaltefolie oder Backpapier direkt auf das Eis, nicht nur über den Rand der Form. Sonst bilden sich Eiskristalle auf der Oberfläche und das Eis nimmt den Geruch von allem an, was sonst noch im Fach liegt – gefrorene Kräuter und Fisch sind hier die größten Übeltäter. Nach zwei Wochen bleibt es essbar, aber die Waffel ist dann vollständig weich und der Nussgeschmack flacher.
Ein zweites Einfrieren nach dem Antauen solltest du vermeiden. Ist die Masse einmal weich geworden, verliert sie die eingeschlagene Luft, und beim erneuten Gefrieren entsteht ein harter, grober Block mit spürbaren Eiskristallen. Nimm deshalb immer nur so viel aus der Form, wie du gerade brauchst, und stelle den Rest sofort zurück. Einzelne Portionen kannst du auch gleich in kleinen Gläsern einfrieren, dann bleibt der Rest unangetastet.
Häufige Fragen
- Kann ich statt Kinder Bueno andere Riegel nehmen?
- Ja, jeder Waffelriegel mit Nussfüllung passt, zum Beispiel Hanuta oder ein Duplo. Achte nur darauf, dass du bei den 172 Gramm bleibst, sonst verschiebt sich das Verhältnis von Süße zu Sahne. Karamellriegel funktionieren ebenfalls, allerdings wird das Karamell im Gefrierfach steinhart und lässt sich schlecht durchschneiden.
- Warum wird mein Eis hart wie ein Stein?
- Meist wurde die Sahne zu kurz geschlagen oder beim Unterheben zu kräftig gerührt, so dass die Luft entwichen ist. Die Masse sollte nach dem Unterheben locker und mousseartig wirken, nicht flüssig. Ein zweiter häufiger Grund ist ein Gefrierfach, das deutlich kälter als minus 18 Grad läuft – dann hilft es, das Eis zehn statt fünf Minuten vorher herauszunehmen.
- Geht das auch mit ungezuckerter Kondensmilch?
- Leider nein, das Rezept funktioniert damit nicht. Der hohe Zuckeranteil der gezuckerten Kondensmilch senkt den Gefrierpunkt und ist der Grund, warum das Eis ohne Rühren cremig bleibt. Mit ungezuckerter Kondensmilch bekommst du einen harten, kristallinen Block, den du kaum portionieren kannst.

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