Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

Rezepte der Oma
Hefegebäck & Blätterteig

Quarkbällchen wie vom Bäcker: In 20 Minuten fertig, ohne Hefe!

Quarkbällchen wie vom Bäcker: In 20 Minuten fertig, ohne Hefe!
Portionen 4 Personen (etwa 25 Bällchen)
Vorbereitung 10 Minuten
Garzeit 10 Minuten
Gesamt 20 Minuten

Es gibt diesen einen Duft, der dich sofort zurück in die Kindheit trägt: warmes Fettgebäck, Puderzucker, und dieser leicht süße Hauch von Zitrone. Bei uns roch es immer dann so, wenn Besuch angekündigt war und die Zeit schon knapp wurde. Dann stand meine Mutter in der Küche, rührte in einer Schüssel und hatte keine zwanzig Minuten später einen Berg goldbrauner Quarkbällchen auf dem Tisch, den niemand lange bewundern durfte.

Das Schöne daran: Hier wartet kein Hefeteig darauf, aufzugehen. Backpulver übernimmt die Arbeit, und zwar sofort im heißen Fett. Du rührst den Teig mit einem Löffel zusammen, formst kleine Kugeln und lässt sie schwimmen. Keine Gehzeit, keine Knetmaschine, kein warmer Ort. Genau deshalb sind diese Bällchen das Rezept, das ich immer aus dem Ärmel ziehe, wenn es schnell gehen muss.

Zutaten

  • 250 g Magerquark
  • 2 Eier (Größe M)
  • 60 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker (8 g)
  • 250 g Weizenmehl Type 405
  • 1 Päckchen Backpulver (15 g)
  • 1 Prise Salz
  • Abrieb von 1/2 unbehandelten Zitrone
  • 1 l neutrales Öl zum Frittieren (Raps- oder Sonnenblumenöl)
  • 3 EL Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung

Schritt 1: Das Öl vorheizen

Gib das Öl in einen hohen, schweren Topf, er sollte etwa fingerbreit über dem Boden gefüllt sein, gut 5 cm hoch. Erhitze es bei mittlerer Stufe auf 170 Grad. Wenn du kein Thermometer hast, halte den Stiel eines Holzlöffels hinein: Steigen rundherum feine, gleichmäßige Bläschen auf, ist die Temperatur richtig. Währenddessen rührst du in Ruhe den Teig an, so verlierst du keine Minute.

Schritt 2: Die feuchten Zutaten verrühren

Verrühre den Quark mit den beiden Eiern, dem Zucker, dem Vanillezucker, der Prise Salz und dem Zitronenabrieb in einer Schüssel. Ein Schneebesen reicht völlig. Rühre nur so lange, bis die Masse glatt und hellgelb ist und der Quark keine Klümpchen mehr zeigt. Der Zitronenabrieb ist keine Nebensache: Er nimmt dem Fettgebäck die Schwere und macht den Geschmack hell.

Schritt 3: Mehl und Backpulver unterheben

Mische das Mehl gründlich mit dem Backpulver und siebe beides über die Quarkmasse. Rühre jetzt nur noch kurz mit einem Löffel unter, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist. Der Teig bleibt weich und klebrig, das muss so sein. Wenn du lange rührst, werden die Bällchen zäh statt fluffig. Lass den Teig auch nicht stehen, das Backpulver arbeitet ab sofort.

Schritt 4: Bällchen formen und ausbacken

Nimm zwei Teelöffel, tauche sie kurz ins heiße Öl und steche damit walnussgroße Portionen ab. Lass sie vorsichtig ins Fett gleiten, immer nur sechs bis acht Stück gleichzeitig, sonst kühlt das Öl ab. Nach etwa zwei Minuten drehen sich viele Bällchen von selbst; hilf den anderen mit einer Gabel nach. Insgesamt brauchen sie vier bis fünf Minuten, bis sie rundum tief goldbraun sind.

Schritt 5: Abtropfen und zuckern

Hebe die Bällchen mit einer Schaumkelle heraus und lege sie auf ein Blech mit Küchenpapier. Prüfe beim ersten Bällchen, ob die Mitte durch ist: Brich es auf, der Teig muss hell und locker sein, nicht glasig. Ist er noch feucht, drehe die Hitze etwas herunter und gib den nächsten eine halbe Minute mehr. Puderzucker erst kurz vor dem Servieren darübersieben.

Omas Tipps

  • Öl nicht zu heiß werden lassen. Über 180 Grad bräunt die Hülle, bevor das Backpulver den Kern durchgetrieben hat, und du beißt in rohen Teig. Bleibt lieber bei 170 Grad und gib den Bällchen die vollen vier Minuten.
  • Den Quark gut abtropfen lassen. Ist der Magerquark sehr nass, saugt der Teig beim Braten mehr Fett. Drücke ihn bei Bedarf kurz in einem Sieb aus, bevor du ihn abwiegst.
  • Zimtzucker statt Puderzucker. Mische 3 EL Zucker mit 1 TL Zimt und wälze die noch warmen Bällchen darin. Der Zucker haftet auf dem heißen Gebäck sofort, während Puderzucker nach ein paar Minuten gern verschwindet.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Quarkbällchen schmecken lauwarm am besten, halten sich aber in einer Dose bei Zimmertemperatur zwei Tage. Lege ein Stück Küchenpapier mit hinein und schließe die Dose erst, wenn sie vollständig abgekühlt sind, sonst schwitzen sie und die Kruste wird weich. Im Kühlschrank werden sie trocken, dort haben sie nichts verloren. Am zweiten Tag legst du sie für fünf Minuten bei 150 Grad in den Ofen, dann sind sie fast wie frisch.

Einfrieren funktioniert, ist aber nicht ideal: Das Fettgebäck verliert seine knusprige Hülle und wird nach dem Auftauen etwas dumpf. Wenn du es doch tun willst, friere sie ohne Zucker ein und backe sie gefroren zehn Minuten bei 160 Grad auf. Besser ist, den Teig gleich zu halbieren und nur so viel auszubacken, wie auch gegessen wird.

Häufige Fragen

Warum saugen meine Bällchen so viel Fett?
Das liegt fast immer an zu kaltem Öl. Unter 160 Grad bildet sich keine schnelle Kruste, und der Teig zieht das Fett auf wie ein Schwamm. Warte zwischen den Durchgängen eine Minute, damit die Temperatur wieder steigt.
Kann ich statt Magerquark Sahnequark nehmen?
Ja, mit 20 Prozent Fett werden die Bällchen sogar noch zarter. Reduziere dann die Ölmenge im Teig nicht, denn es ist ohnehin keine drin, aber rechne mit einer etwas weicheren Masse und nimm einen knappen Esslöffel Mehl mehr.
Warum sind meine Bällchen flach statt rund?
Dann war der Teig zu dünn oder hat zu lange gestanden. Forme die Kugeln zügig nach dem Unterrühren des Mehls, und stich sie mit zwei Löffeln kompakt ab, statt sie zu gießen. Eine hohe Ölschicht hilft ebenfalls, weil die Bällchen schwimmen und nicht auf dem Topfboden aufliegen.
Quarkbällchen wie vom Bäcker: In 20 Minuten fertig, ohne Hefe!
Merk dir das Rezept auf Pinterest.
Alle Rezepte: Hefegebäck & Blätterteig

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert