Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

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Vegane Käsesoße aus Kartoffeln und Karotten: Vier Zutaten, ohne Hefeflocken-Berg!

Vegane Käsesoße aus Kartoffeln und Karotten: Vier Zutaten, ohne Hefeflocken-Berg!
Portionen 4 (ca. 600 ml Soße)
Vorbereitung 10 Minuten
Garzeit 20 Minuten
Gesamt 30 Minuten

Irgendwann wollte ich eine Soße, die über Nudeln läuft wie geschmolzener Käse, ohne dass ich dafür zehn Zutaten und einen halben Becher Hefeflocken brauche. Die Antwort lag im Vorratskorb: Kartoffeln und Karotten. Zusammen gekocht und im Mixer glatt gezogen, ergeben sie eine leuchtend orange, samtige Soße, die tatsächlich zieht und den Löffel überzieht.

Vier Zutaten reichen: Kartoffeln, Karotten, Rapsöl und Senf. Salz und Pfeffer zähle ich nicht mit, die stehen ohnehin auf jedem Tisch. Der Trick ist das Kochwasser, das du auffängst und zum Mixen benutzt, denn die gelöste Stärke macht die Bindung. Mehligkochende Kartoffeln geben dabei mehr her als festkochende, und der Senf sorgt für die leicht säuerliche Kante, die man sonst von gereiftem Käse kennt.

Zutaten

  • 300 g mehligkochende Kartoffeln
  • 200 g Karotten
  • 60 ml Rapsöl
  • 2 TL mittelscharfer Senf
  • Salz und schwarzer Pfeffer

Zubereitung

Schritt 1: Gemüse vorbereiten

Schäle die Kartoffeln und die Karotten und schneide beides in gleich große Würfel von etwa zwei Zentimetern. Gleichmäßige Stücke sind hier wichtiger als sonst, weil Karotten härter sind als Kartoffeln und sonst noch Biss haben, wenn die Kartoffeln längst zerfallen. Spüle die Kartoffelwürfel nicht ab, die anhaftende Stärke brauchst du später für die Bindung.

Schritt 2: Weich kochen

Gib das Gemüse in einen Topf und bedecke es knapp mit Wasser, etwa 500 ml. Salze mit einem gestrichenen Teelöffel Salz. Bring alles zum Kochen und lass es dann bei mittlerer Hitze 20 Minuten leise sieden, bis Kartoffeln und Karotten wirklich weich sind. Prüfe mit der Gabelspitze: Sie muss ohne Widerstand durch beides gleiten, sonst wird die Soße später körnig.

Schritt 3: Kochwasser auffangen

Halte einen Messbecher unter das Sieb und gieße das Gemüse ab, sodass du das Kochwasser behältst. Es sieht trüb aus, und genau das ist gut, denn darin steckt die gelöste Stärke. Miss 250 ml ab und stelle den Rest zur Seite, falls du die Soße später noch verdünnen willst. Lass das Gemüse zwei Minuten ausdampfen.

Schritt 4: Glatt mixen

Gib Kartoffeln, Karotten, 250 ml Kochwasser, das Rapsöl und den Senf in einen hohen Mixbecher. Mixe alles auf höchster Stufe 40 bis 60 Sekunden, bis die Soße vollkommen glatt und glänzend ist. Halte zwischendurch an und streiche die Ränder herunter. Mixe die Kartoffeln nicht länger als nötig, sonst wird die Masse gummiartig und zieht Fäden.

Schritt 5: Abschmecken und servieren

Schmecke die Soße kräftig mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer ab, sie verträgt mehr, als du denkst. Ist sie dir zu dick, rührst du löffelweise vom übrigen Kochwasser ein, bis sie fließt wie eine dicke Sahnesoße. Erwärme sie bei Bedarf kurz im Topf bei kleiner Hitze und rühre dabei, dann gieße sie direkt über heiße Nudeln.

Omas Tipps

  • Mehligkochend ist Pflicht. Festkochende Kartoffeln haben zu wenig freie Stärke, die Soße bleibt dann wässrig und trennt sich beim Stehen. Sorten wie Adretta oder Bintje binden zuverlässig. Erkennst du die Sorte nicht, nimm im Zweifel die mit der rauen, trockenen Schale.
  • Nur kurz mixen. Kartoffelstärke wird beim langen Schlagen zäh und die Soße bekommt eine leimige Textur, die sich nicht mehr retten lässt. Eine knappe Minute auf hoher Stufe genügt. Lieber einmal kurz mixen, prüfen und bei Bedarf zehn Sekunden nachlegen.
  • Die Karotte macht die Farbe, der Senf den Geschmack. Ohne die 200 g Karotten wäre die Soße blass und flach. Wenn deine Karotten sehr süß sind, gib einen halben Teelöffel Senf mehr dazu, damit die Süße nicht dominiert. Ein paar Tropfen Zitronensaft wirken ähnlich.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Im Kühlschrank hält die Soße vier Tage. Fülle sie in ein sauberes Schraubglas und lass sie offen abkühlen, bevor du den Deckel schließt, sonst bildet sich Kondenswasser. Sie wird kalt deutlich fester, fast wie eine Creme. Zum Aufwärmen gibst du pro Portion zwei Esslöffel Wasser oder Pflanzendrink dazu und erhitzt sie bei kleiner Hitze unter ständigem Rühren, bis sie wieder fließt.

Zum Einfrieren rate ich ab. Die Kartoffelstärke trennt sich beim Auftauen, die Soße wird körnig und mehlig und lässt sich auch durch Rühren nicht mehr glatt bekommen. Das Rezept ist ohnehin in 30 Minuten fertig, und übrig gebliebene Soße macht sich am nächsten Tag besser als Bindung in einer Gemüsesuppe oder als Aufstrich auf Brot.

Häufige Fragen

Schmeckt man die Kartoffel heraus?
Nur schwach, weil der Senf und das kräftige Salzen die Kartoffel in den Hintergrund drängen. Wichtig ist, dass du wirklich beherzt salzt, sonst wirkt die Soße wie verdünntes Kartoffelpüree. Wer mag, rührt am Ende einen Teelöffel milden Weißweinessig ein, das verstärkt den käsigen Eindruck.
Wird die Soße auch ohne Mixer glatt?
Mit einem Pürierstab in einem hohen Gefäß geht es, du brauchst etwa zwei Minuten und musst den Stab immer wieder anheben. Ganz so seidig wie im Standmixer wird sie nicht. Ein Kartoffelstampfer allein reicht nicht, die Karottenfasern bleiben dann als kleine Stücke zurück.
Wofür kann ich die Soße außer für Nudeln nehmen?
Sie eignet sich gut als Guss für einen Auflauf, dann gießt du sie über Blumenkohl oder Brokkoli und backst 20 Minuten bei 200 °C, bis die Oberfläche Farbe bekommt. Warm passt sie auch über Ofenkartoffeln oder als Dip zu Nachos. Kalt und etwas fester ist sie ein Brotaufstrich.
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