Vegane Frikadellen aus Kidneybohnen: Acht Stück, außen fest, innen saftig!
Frikadellen gehören für mich zu den Gerichten, die man im Schlaf können sollte. Früher stand ich neben meiner Mutter am Herd und durfte die Kugeln flach drücken, immer acht Stück, für jeden am Tisch zwei. Diese Zahl ist mir geblieben, und darum mache ich die vegane Variante bis heute genau so: eine Dose Kidneybohnen, ein paar Haferflocken, und am Ende liegen acht braune, feste Frikadellen auf dem Teller.
Ohne Ei zu binden klingt schwieriger, als es ist. Die Bohnen bringen genug Stärke mit, und die Haferflocken ziehen die restliche Feuchtigkeit in der Ruhezeit. Wichtig ist nur, dass du die Bohnen wirklich gut abtropfen lässt und den Teig einmal zwanzig Minuten stehen lässt, bevor du formst. Dann halten die Frikadellen in der Pfanne zusammen, bekommen außen eine feste, dunkle Kruste und bleiben innen saftig.
Zutaten
- 1 Dose Kidneybohnen (400 g, Abtropfgewicht 240 g)
- 60 g zarte Haferflocken
- 2 EL Semmelbrösel
- 1 große Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 1 EL mittelscharfer Senf
- 1 EL Tomatenmark
- 1 TL edelsüßes Paprikapulver
- 1 TL getrockneter Majoran
- 1/2 TL gemahlener Kümmel
- 1 TL Salz
- 1/2 TL schwarzer Pfeffer
- 3 EL Rapsöl zum Braten
- 2 EL Schnittlauch, fein geschnitten
Zubereitung
Schritt 1: Bohnen abtropfen und zerdrücken
Gieße die Kidneybohnen in ein Sieb, spüle sie unter kaltem Wasser ab, bis kein Schaum mehr kommt, und lass sie fünf Minuten gut abtropfen. Tupfe sie danach mit Küchenpapier trocken. Gib sie in eine Schüssel und zerdrücke sie mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer. Lass ruhig ein Viertel der Bohnen grob, das gibt später Biss im Inneren.
Schritt 2: Zwiebel andünsten
Schäle die Zwiebel und den Knoblauch und hacke beides sehr fein. Erhitze einen Esslöffel Öl in einer Pfanne und dünste die Zwiebel bei mittlerer Hitze fünf Minuten glasig, den Knoblauch die letzte Minute dazu. Roh würde die Zwiebel den Teig wässrig machen und scharf schmecken. Lass die Mischung kurz abkühlen, bevor sie zu den Bohnen kommt.
Schritt 3: Teig anrühren und ruhen lassen
Gib Haferflocken, Semmelbrösel, Senf, Tomatenmark, Paprikapulver, Majoran, Kümmel, Salz und Pfeffer zu den Bohnen. Rühre die abgekühlte Zwiebelmischung unter und knete alles mit den Händen zu einer gleichmäßigen Masse. Sie soll feucht, aber formbar sein. Decke die Schüssel ab und lass den Teig 20 Minuten stehen, damit die Haferflocken quellen und binden.
Schritt 4: Acht Frikadellen formen
Teile den Teig mit einem Löffel in acht gleich große Portionen, etwa 60 g pro Stück. Forme mit feuchten Händen Kugeln und drücke sie zu Talern von rund zwei Zentimetern Dicke. Streiche die Ränder glatt, damit sie beim Braten nicht aufbrechen. Ist der Teig noch zu weich, knete einen weiteren Esslöffel Semmelbrösel unter.
Schritt 5: Goldbraun braten
Erhitze das restliche Öl in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze. Lege die Frikadellen hinein, ohne sie zu drängen, und brate sie vier bis fünf Minuten, bis sich eine feste, dunkelbraune Kruste gebildet hat. Erst dann wenden, sonst reißen sie. Die zweite Seite braucht ebenfalls vier bis fünf Minuten. Lass sie kurz auf Küchenpapier abtropfen und streue den Schnittlauch darüber.
Omas Tipps
- Bohnen wirklich trocken tupfen. Die Flüssigkeit aus der Dose ist der häufigste Grund, warum solche Frikadellen in der Pfanne zerfallen. Nach dem Abspülen zehn Minuten im Sieb stehen lassen und dann mit Papier abtupfen. Der Teig wird dadurch spürbar fester und braucht weniger Semmelbrösel.
- Nicht zu früh wenden. Wenn sich die Frikadelle noch am Pfannenboden festhält, ist die Kruste nicht fertig. Warte, bis sie sich beim leichten Schieben mit dem Wender von selbst löst. Das dauert bei mittlerer Hitze etwa vier Minuten und entscheidet darüber, ob sie ganz bleibt.
- Senf statt Ei als Geschmacksbrücke. Der Esslöffel mittelscharfer Senf bindet nicht nur leicht, er nimmt den Bohnen auch den erdigen Beigeschmack. Wenn dir die Masse beim Probieren flach vorkommt, hilft ein halber Teelöffel Senf mehr zuverlässiger als noch mehr Salz.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Gebratene Frikadellen halten sich im Kühlschrank drei Tage. Lass sie erst vollständig auskühlen und lege sie dann in eine flache Dose, am besten nebeneinander statt gestapelt, mit einem Blatt Küchenpapier darunter. So bleibt die Kruste trocken. Zum Aufwärmen legst du sie ohne Öl in eine Pfanne bei mittlerer Hitze, zwei Minuten pro Seite, dann werden sie außen wieder fest.
Einfrieren klappt sehr gut, bis zu drei Monate. Friere sie fertig gebraten und ausgekühlt ein, einzeln auf einem Brett vorgefrieren und danach in einen Beutel umfüllen, dann kleben sie nicht zusammen. Zum Auftauen über Nacht in den Kühlschrank legen und in der Pfanne aufbacken. Der rohe Teig lässt sich ebenfalls einfrieren, wird beim Auftauen aber weicher und braucht dann extra Semmelbrösel.
Häufige Fragen
- Kann ich getrocknete Bohnen statt der Dose nehmen?
- Ja, du brauchst etwa 120 g getrocknete Kidneybohnen, über Nacht eingeweicht und rund 50 Minuten weich gekocht. Sie ergeben nach dem Abtropfen ungefähr die 240 g aus dem Rezept. Lass sie danach besonders gut abkühlen und abtrocknen, weil frisch gekochte Bohnen mehr Feuchtigkeit halten als die aus der Dose.
- Gehen die Frikadellen auch im Backofen?
- Sie gelingen im Ofen, werden aber weniger knusprig als in der Pfanne. Lege sie auf ein mit Backpapier belegtes Blech, bestreiche sie dünn mit Öl und backe sie bei 200 °C Ober- und Unterhitze 25 Minuten, nach 15 Minuten einmal wenden. Die Kruste bleibt heller, das Innere wird dafür etwas trockener.
- Wie mache ich sie glutenfrei?
- Nimm glutenfreie Haferflocken und ersetze die zwei Esslöffel Semmelbrösel durch zwei Esslöffel gemahlene Sonnenblumenkerne oder Buchweizenmehl. Die Masse bindet damit genauso, wirkt beim Formen aber etwas klebriger. Feuchte deine Hände dann häufiger an, dann lassen sich die acht Taler trotzdem sauber formen.

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