Staudenselleriesalat mit Walnüssen: Knackig, mit 5 Zutaten!
Wenn im Spätherbst die schweren Gerichte anfangen, sich auf dem Tisch zu stapeln, fehlt mir etwas Frisches daneben. Etwas, das knackt. Staudensellerie war früher bei uns im Keller immer da, in ein feuchtes Tuch gewickelt, und meine Mutter hat ihn in Scheiben geschnitten, wenn unerwartet Besuch kam. Dazu ein Apfel aus der Kiste und eine Handvoll Walnüsse, die wir im Oktober unter dem Baum am Feldweg aufgesammelt hatten. Mehr brauchte es nicht.
Genau das ist der Reiz dieses Salats: fünf Zutaten, kein Kochen, kein langes Ziehen. Der Sellerie bleibt bissfest, der Apfel bringt Süße und Säure, die Walnüsse geben das Röstaroma, und der Joghurt hält alles zusammen, ohne es schwer zu machen. Du brauchst ein scharfes Messer und eine Viertelstunde – das war es schon.
Zutaten
- 500 g Staudensellerie (etwa 6 mittlere Stangen)
- 1 säuerlicher Apfel, z. B. Boskoop oder Elstar (ca. 180 g)
- 80 g Walnusskerne
- 200 g Naturjoghurt (3,5 % Fett)
- 1 EL Zitronensaft
- Salz und Pfeffer zum Abschmecken
Zubereitung
Schritt 1: Sellerie putzen
Löse die Stangen vom Strunk und wasche sie unter kaltem Wasser ab, auch in der Rinne, wo sich gern Erde sammelt. Schneide die Ansätze und die Blattspitzen ab, ein paar zarte Blätter legst du beiseite. Ziehe mit dem Sparschäler die groben Fäden von der Außenseite der dicken Stangen – das ist der Schritt, den die meisten überspringen, und genau der entscheidet, ob der Salat angenehm oder faserig wird.
Schritt 2: In feine Scheiben schneiden
Lege die Stangen flach auf das Brett und schneide sie schräg in etwa drei Millimeter dünne Halbmonde. Schräg geschnitten ist die Fläche größer, der Sellerie nimmt das Dressing besser auf und wirkt auf dem Teller hübscher. Gib alles in eine große Schüssel. Die beiseitegelegten Blätter hackst du grob und hebst sie später unter.
Schritt 3: Walnüsse rösten
Erhitze eine trockene Pfanne bei mittlerer Hitze und gib die Walnusskerne hinein. Schwenke sie zwei bis drei Minuten, bis sie duften und an den Bruchstellen leicht dunkler werden. Nimm sie sofort aus der heißen Pfanne auf einen Teller, sonst rösten sie nach und werden bitter. Wenn sie abgekühlt sind, brichst du sie mit den Fingern in grobe Stücke – nicht hacken, die Stücke dürfen spürbar bleiben.
Schritt 4: Apfel vorbereiten
Viertle den Apfel, entferne das Kerngehäuse und schneide ihn mit Schale in schmale Stifte. Die Schale gibt Farbe und Halt. Vermenge die Stifte sofort mit dem Zitronensaft, damit sie hell bleiben, und gib sie zum Sellerie.
Schritt 5: Anmachen und abschmecken
Rühre den Joghurt glatt, salze ihn und gib reichlich frisch gemahlenen Pfeffer dazu. Hebe ihn mit zwei großen Löffeln unter Sellerie und Apfel, bis alles dünn überzogen ist. Schmecke ab: Der Sellerie bringt selbst Salz mit, taste dich also langsam heran. Zum Schluss die Walnüsse und die gehackten Blätter unterheben und sofort servieren.
Omas Tipps
- Die inneren Stangen sind die besten. Das helle Herz der Staude ist zarter und fast fadenlos. Nimm es für den Salat und hebe die kräftigen Außenstangen für eine Suppe oder Brühe auf, dort stört die Faser nicht.
- Walnüsse erst zum Schluss. Liegen sie im Joghurt, weichen sie innerhalb einer halben Stunde durch und verlieren genau das, wofür du sie geröstet hast. Röste sie ruhig vor, aber streue sie erst kurz vor dem Servieren über den Salat.
- Zu bitterer Sellerie. Manche Stauden schmecken im Winter streng. Dann lass die geschnittenen Scheiben zehn Minuten in kaltem Wasser liegen und tupfe sie gut trocken – das nimmt die Schärfe, ohne dass der Biss verloren geht.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im Kühlschrank hält sich der angemachte Salat gut abgedeckt einen Tag. Nimm eine Schüssel mit Deckel oder lege einen Teller darauf, denn Sellerie nimmt Fremdgerüche schnell an. Der Sellerie zieht dabei Wasser, das Dressing wird dünner – gieße die Flüssigkeit vor dem Servieren ab und rühre einen Löffel frischen Joghurt unter.
Einfrieren solltest du diesen Salat nicht. Der hohe Wassergehalt der Selleriezellen sprengt beim Gefrieren die Struktur, nach dem Auftauen hast du weiche, glasige Streifen in einer wässrigen Joghurtlache. Wenn du vorarbeiten willst, schneide den Sellerie am Vortag und bewahre ihn trocken und verschlossen auf – angemacht wird erst kurz vor dem Essen.
Häufige Fragen
- Kann ich statt Joghurt saure Sahne oder Mayonnaise nehmen?
- Saure Sahne passt sehr gut und macht den Salat etwas runder, nimm dieselbe Menge. Mayonnaise ist mir hier zu schwer, sie überdeckt den feinen Selleriegeschmack. Wenn du es cremiger magst, mische 150 g Joghurt mit 50 g saurer Sahne.
- Bleiben es wirklich fünf Zutaten?
- Ja: Staudensellerie, Apfel, Walnüsse, Joghurt und Zitronensaft. Salz und Pfeffer zähle ich nicht mit, die stehen in jeder Küche ohnehin auf dem Tisch. Mehr braucht dieser Salat auch nicht, jede weitere Zutat nimmt ihm die Klarheit.
- Wozu passt der Salat am besten?
- Zu Gebratenem und Geräuchertem, also zu Schweinebraten, Kasseler oder kalter Ente. Er schneidet durch das Fett und macht den Teller leichter. Mit einer Scheibe kräftigem Roggenbrot wird er auch allein ein gutes Abendessen.

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