Spitzkohl-Kartoffel-Pfanne mit Hackfleisch: Deftig, günstig, in 30 Minuten!
Spitzkohl ist der freundliche kleine Bruder vom Weißkohl: zarter, schneller gar und viel milder im Geschmack. Wenn ich im Frühjahr den ersten im Laden sehe, weiß ich schon, was es abends gibt. Zusammen mit Kartoffeln und einem halben Pfund Hackfleisch wird daraus ein Pfannengericht, das vier Leute satt macht und kaum mehr als ein paar Euro kostet.
Das Beste daran ist die Zeit. Weil die Kartoffeln klein gewürfelt werden und der Spitzkohl in Streifen schnell zusammenfällt, ist nach einer halben Stunde alles fertig – inklusive Schnippeln. Und es bleibt genau eine Pfanne stehen, die abgewaschen werden muss. Genau die Art Essen, die ich nach einem langen Tag koche.
Zutaten
- 700 g festkochende Kartoffeln
- 1 kleiner Spitzkohl (ca. 700 g)
- 500 g gemischtes Hackfleisch
- 1 große Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 2 EL Rapsöl
- 200 ml Gemüsebrühe
- 1 gehäufter TL edelsüßes Paprikapulver
- 1 TL getrockneter Majoran
- 1 TL Salz
- 1/2 TL schwarzer Pfeffer
- 2 EL saure Sahne
- 1 Handvoll glatte Petersilie
Zubereitung
Schritt 1: Alles klein schneiden
Schäle die Kartoffeln und schneide sie in Würfel von etwa 1,5 cm – kleiner als für Bratkartoffeln, sonst werden sie in der halben Stunde nicht weich. Halbiere den Spitzkohl, schneide den harten Strunk keilförmig heraus und hobele den Rest in etwa 1 cm breite Streifen. Zwiebel würfeln, Knoblauch fein hacken. Stell alles griffbereit neben den Herd, danach geht es zügig weiter.
Schritt 2: Hackfleisch scharf anbraten
Erhitze einen Esslöffel Öl in einer großen, hohen Pfanne bei starker Hitze. Gib das Hackfleisch hinein und drücke es flach, dann lass es zwei Minuten liegen, ohne zu rühren. Erst wenn sich unten eine braune Kruste gebildet hat, zerteilst du es mit dem Pfannenwender und brätst es krümelig, bis keine rosa Stellen mehr zu sehen sind. Nimm das Hack aus der Pfanne und stell es beiseite.
Schritt 3: Kartoffeln anbraten
Gib das zweite Öl in die Pfanne, dann die Kartoffelwürfel und die Zwiebel. Brate sie bei mittlerer bis starker Hitze etwa sechs Minuten, dabei nur zwei- bis dreimal wenden, damit die Würfel Farbe bekommen und nicht zerfallen. Streue den Knoblauch und das Paprikapulver darüber und rühre kurz um – das Paprikapulver darf nur wenige Sekunden mitrösten, sonst wird es bitter.
Schritt 4: Spitzkohl zugeben und dämpfen
Gib den Spitzkohl in die Pfanne, er türmt sich anfangs hoch. Gieße die Gemüsebrühe an, streue Majoran, Salz und Pfeffer darüber und lege einen Deckel auf. Lass alles acht bis zehn Minuten bei mittlerer Hitze schmoren, dabei einmal umrühren. Der Kohl fällt dabei auf etwa ein Drittel zusammen und die Kartoffeln werden weich, wenn du mit der Gabelspitze hineinstichst.
Schritt 5: Zusammenführen und abschmecken
Nimm den Deckel ab, hebe das Hackfleisch samt ausgetretenem Saft wieder unter und lass alles noch zwei bis drei Minuten offen weiterkochen, bis die Flüssigkeit fast verdampft ist. Rühre zum Schluss die saure Sahne ein – sie bindet den Rest der Brühe zu einer kurzen Sauce. Schmecke mit Salz und Pfeffer ab und streue die grob gehackte Petersilie darüber. Sofort servieren.
Omas Tipps
- Den Strunk nicht mitkochen. Beim Spitzkohl läuft der Strunk spitz nach oben und ist zäher als beim Weißkohl. Schneide ihn keilförmig heraus, sonst hast du harte Stücke zwischen den weichen Streifen. Die inneren zarten Blätter direkt an der Spitze kannst du dagegen komplett verwenden.
- Hack getrennt braten und wieder zugeben. Wenn du das Hackfleisch von Anfang an mitschmoren lässt, verliert es im Kohlsud seine Röstaromen und wird grau. Die zwei Minuten Extrawaschen der Pfanne sparst du dir ohnehin – sie kommt wieder auf denselben Boden, in dem der Bratensatz steckt.
- Majoran statt Kümmel. Zu Weißkohl passt Kümmel, zum milden Spitzkohl finde ich ihn zu dominant. Majoran nimmt die Süße des Kohls auf und passt gleichzeitig zum Hack – so schmeckt die Pfanne nach deftigem Sonntagsessen, obwohl sie in 30 Minuten fertig ist.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
In einer verschlossenen Dose hält sich die Pfanne 2 bis 3 Tage im Kühlschrank. Lass sie vorher offen abkühlen, denn der warme Kohldampf schlägt sich sonst am Deckel nieder und die Kartoffelwürfel werden matschig. Zum Aufwärmen kommt alles zurück in die Pfanne mit zwei Esslöffeln Wasser, Deckel drauf, fünf Minuten bei mittlerer Hitze – am zweiten Tag schmeckt der Majoran sogar noch runder.
Einfrieren funktioniert, ist aber ein Kompromiss. Das Hackfleisch übersteht es gut, der Spitzkohl verliert jedoch seinen Biss und die Kartoffelwürfel werden beim Auftauen leicht krümelig. Wenn du trotzdem einfrierst, lass die saure Sahne weg und rühre sie erst nach dem Aufwärmen frisch unter, sonst flockt sie aus.
Häufige Fragen
- Geht das Rezept auch mit Weißkohl?
- Ja, aber rechne mit etwa fünf Minuten mehr Schmorzeit, weil die Blätter fester sind – dann sind es 35 statt 30 Minuten. Schneide den Weißkohl außerdem etwas schmaler, höchstens einen halben Zentimeter. Geschmacklich wird das Gericht kräftiger, dann passt auch ein halber Teelöffel Kümmel dazu.
- Kann ich das Hackfleisch weglassen?
- Die Pfanne funktioniert auch vegetarisch, dann brauchst du aber Ersatz für die Würze aus dem Bratensatz. Brate 250 g gewürfelten Räuchertofu oder 300 g Champignons ebenso scharf an wie das Hack und erhöhe die Gemüsebrühe nicht – sonst wird es zu suppig.
- Warum bleiben meine Kartoffelwürfel hart?
- Meistens sind sie zu groß geschnitten oder der Deckel lag nicht richtig auf. Bei 1,5 cm Kantenlänge und geschlossenem Deckel gart der Dampf sie in zehn Minuten durch. Falls sie nach dieser Zeit noch Widerstand haben, gib 50 ml Brühe nach und schmore weitere drei Minuten zugedeckt.

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