Spaghettisalat mit Paprika: Der Partyklassiker für 8 Personen!
Wenn bei uns im Ort ein Sommerfest ansteht, klingelt spätestens am Donnerstag das Telefon. Immer dieselbe Frage: „Marlene, bringst du wieder deinen Spaghettisalat mit?“ Ich habe schon oft versucht, etwas anderes beizusteuern – einen Kartoffelsalat, einen Krautsalat, irgendwas Neues. Es hilft nichts. Die Schüssel mit den Spaghetti ist jedes Mal als Erste leer, und irgendwer steht am Ende mit einem Löffel davor und kratzt den Rest heraus.
Das Schöne daran: Dieser Salat verlangt dir nichts ab. Du kochst Spaghetti, schneidest drei Paprika klein, rührst eine Sauce an und lässt das Ganze über Nacht im Kühlschrank stehen. Genau diese Ruhezeit macht den Unterschied – die Nudeln saugen die Sauce auf und der Salat wird erst am nächsten Tag richtig rund. Die Menge hier ist auf 8 Personen gerechnet, so wie ich ihn immer mitnehme.
Zutaten
- 500 g Spaghetti
- 1 rote Paprika (ca. 200 g)
- 1 gelbe Paprika (ca. 200 g)
- 1 grüne Paprika (ca. 200 g)
- 200 g gekochter Schinken am Stück
- 1 mittelgroße Zwiebel (ca. 80 g)
- 250 g Mayonnaise
- 200 g Naturjoghurt (3,5 %)
- 150 ml Milch
- 3 EL Ketchup
- 2 TL mittelscharfer Senf
- 1 TL Paprikapulver edelsüß
- 2 EL Weißweinessig
- 1 TL Zucker
- 1 Bund Schnittlauch
- Salz und schwarzer Pfeffer
Zubereitung
Schritt 1: Spaghetti kochen und brechen
Setze einen großen Topf mit reichlich Salzwasser auf. Brich die Spaghetti vor dem Kochen einmal in der Mitte durch – das klingt nach Frevel, aber im Salat lassen sich halbe Nudeln viel besser mischen und portionieren. Koche sie 10 Minuten, also wirklich al dente, keine Minute länger. Gieße sie ab und spüle sie kurz mit kaltem Wasser, damit sie nicht nachgaren und nicht zusammenkleben. Gut abtropfen lassen.
Schritt 2: Paprika und Schinken vorbereiten
Wasche die drei Paprika, halbiere sie und entferne Kerne und weiße Trennwände sorgfältig – die schmecken bitter. Schneide das Fruchtfleisch zuerst in schmale Streifen, dann quer in Würfel von etwa einem halben Zentimeter. Den Schinken schneidest du in ähnlich große Würfel, die Zwiebel möglichst fein. Wenn dir rohe Zwiebel zu kräftig ist, übergieße die Würfel kurz mit heißem Wasser und lass sie abtropfen.
Schritt 3: Die Sauce anrühren
Gib Mayonnaise, Joghurt und Milch in eine große Schüssel und rühre alles mit dem Schneebesen glatt. Die Sauce soll deutlich dünnflüssiger wirken, als du es für richtig hältst – die Nudeln nehmen später viel davon auf. Rühre Ketchup, Senf, Paprikapulver, Essig und Zucker unter und würze kräftig mit Salz und Pfeffer. Probiere: Sie darf ruhig etwas zu würzig schmecken, die Spaghetti nehmen die Schärfe heraus.
Schritt 4: Alles vermengen
Gib die abgetropften Spaghetti, die Paprikawürfel, den Schinken und die Zwiebel zur Sauce. Hebe alles mit zwei großen Löffeln vorsichtig von unten nach oben um, bis jede Nudel einen Film abbekommen hat. Nimm dir dafür ruhig zwei Minuten Zeit und arbeite lieber in zwei Etappen, wenn deine Schüssel knapp bemessen ist. Am Rand der Schüssel sollte noch etwas Sauce stehen.
Schritt 5: Ziehen lassen und abschmecken
Decke die Schüssel ab und stelle sie für mindestens 4 Stunden, am besten über Nacht, in den Kühlschrank. Vor dem Servieren rührst du den Salat noch einmal durch. Jetzt merkst du, ob er nachgezogen hat: Wirkt er trocken, gibst du löffelweise Milch dazu, bis er wieder cremig fällt. Schmecke erneut mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Essig ab, streue den geschnittenen Schnittlauch darüber und bring ihn an den Tisch.
Omas Tipps
- Nudeln bewusst zu fest kochen. Spaghetti ziehen im Salat über Nacht weiter Flüssigkeit und werden dadurch weicher. Wenn sie schon beim Abgießen perfekt sind, hast du am nächsten Tag Brei. 10 Minuten sind hier das Maximum.
- Milch ist dein Rettungsanker. Ein Spaghettisalat für 8 Personen steht auf dem Buffet oft zwei Stunden herum und wird dabei fester. Halte einen kleinen Becher Milch bereit und rühre zwischendurch zwei Löffel unter – der Salat sieht sofort wieder frisch aus.
- Drei Farben sind kein Zufall. Grüne Paprika bringt die herbe Note, rote die Süße, gelbe liegt dazwischen. Nimmst du nur rote, schmeckt der Salat flach und süßlich. Die Mischung macht den Geschmack, nicht nur die Optik.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Im Kühlschrank hält sich der Spaghettisalat in einer gut verschlossenen Schüssel 2 Tage. Lege Frischhaltefolie direkt auf die Oberfläche oder nutze einen Deckel, sonst trocknet die oberste Schicht an und nimmt Kühlschrankgerüche an. Was einmal auf dem Buffet stand und länger als zwei Stunden in der Sommerwärme war, stellst du bitte nicht zurück in den Kühlschrank – bei Mayonnaise und Schinken bin ich da streng.
Einfrieren solltest du diesen Salat nicht. Die Sauce aus Mayonnaise und Joghurt trennt sich beim Auftauen in Fett und Wasser, und die Paprikawürfel werden glasig und weich. Koche im Zweifel lieber die halbe Menge – ein frisch angerührter Salat ist jedem aufgetauten überlegen.
Häufige Fragen
- Kann ich den Schinken weglassen?
- Ja, der Salat funktioniert auch vegetarisch. Ersetze den Schinken durch 200 g gewürfelten Gouda oder durch eine zusätzliche Paprika und eine kleine Dose Mais. Würze dann etwas kräftiger, denn der Schinken bringt sonst das Salz mit.
- Warum Spaghetti und nicht Spirelli?
- Die langen, halbierten Spaghetti verhaken sich ineinander und halten die Sauce anders als kurze Nudeln, die eher auseinanderfallen. Genau das macht die typische Konsistenz dieses Partyklassikers aus. Willst du Spirelli nehmen, reduziere die Milch auf 100 ml, sonst wird es zu flüssig.
- Wie lange vorher kann ich ihn machen?
- Bis zu einen Tag vorher, das ist sogar ideal. Rühre den Schnittlauch aber erst kurz vor dem Servieren unter, sonst verliert er Farbe und wird schlapp. Länger als 24 Stunden im Voraus würde ich nicht gehen, weil die Paprika dann Wasser zieht.

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