Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

Rezepte der Oma
Kuchen & Backen

Schmalzkuchen: Das Weihnachtsmarkt-Gebäck zum Nachmachen!

Schmalzkuchen: Das Weihnachtsmarkt-Gebäck zum Nachmachen!
Portionen 4 Personen (etwa 40 Stück)
Vorbereitung 25 Minuten
Garzeit 20 Minuten
Gesamt 1 Stunde 40 Minuten

Wenn es im Dezember früh dunkel wird und der Weihnachtsmarkt aufmacht, gehe ich immer zuerst an dem Stand vorbei, an dem die kleinen Teigkissen im heißen Fett schwimmen. Schmalzkuchen, in der spitzen Papiertüte, dick mit Puderzucker bestäubt, und man verbrennt sich jedes Jahr aufs Neue die Zunge, weil man nicht warten kann. Mein Großvater hat mir früher immer eine Tüte gekauft und dabei gesagt, man dürfe sie nur im Stehen essen, sonst schmecken sie nicht.

Was viele nicht wissen: Schmalzkuchen sind zu Hause erstaunlich einfach. Es ist ein ganz normaler weicher Hefeteig, den du ausrollst, in Quadrate schneidest und schwimmend ausbackst. Kein Ausstecher, kein Spritzbeutel, keine Füllung. Wichtig sind nur zwei Dinge: Der Teig muss richtig gegangen sein, und das Fett muss die richtige Temperatur haben. Dann werden die Kissen innen luftig und außen dünn und knusprig, statt fettig und schwer.

Zutaten

  • 400 g Weizenmehl Type 405
  • 1/2 Würfel frische Hefe (21 g)
  • 200 ml lauwarme Milch
  • 40 g Zucker
  • 50 g weiche Butter
  • 1 Ei (Größe M)
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL abgeriebene Zitronenschale
  • 1 kg Butterschmalz oder Pflanzenfett zum Ausbacken
  • 100 g Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung

Schritt 1: Teig kneten

Löse die Hefe mit einem Teelöffel Zucker in der lauwarmen Milch auf und lass sie fünf Minuten stehen, bis sich an der Oberfläche kleine Bläschen zeigen. Gib Mehl, restlichen Zucker, Vanillezucker, Salz, Zitronenschale, Ei und die weiche Butter in eine Schüssel und gieße die Hefemilch dazu. Knete alles fünf Minuten, bis ein weicher, glatter Teig entsteht, der sich vom Schüsselrand löst. Er darf ruhig etwas weicher sein als ein Brotteig, das macht die Kissen später luftig.

Schritt 2: Gehen lassen

Decke die Schüssel mit einem feuchten Tuch ab und stell sie an einen warmen, zugfreien Ort. Nach etwa 40 Minuten soll der Teig sein Volumen verdoppelt haben. Drückst du mit dem Finger hinein, bleibt eine Mulde stehen und läuft nur langsam zurück; das ist das Zeichen, dass er bereit ist. Zu kurz gegangener Teig saugt sich im Fett voll, statt aufzugehen.

Schritt 3: Ausrollen und schneiden

Rolle den Teig auf einer leicht bemehlten Fläche etwa einen halben Zentimeter dick aus. Schneide ihn mit einem großen Messer oder einem Teigrädchen zuerst in Streifen von vier Zentimetern Breite und dann quer in Quadrate. Leg die Stücke mit etwas Abstand auf ein bemehltes Brett und lass sie noch 15 Minuten ruhen. In dieser Zeit werden sie sichtbar dicker und leicht kissenförmig.

Schritt 4: Fett erhitzen

Lass das Butterschmalz in einem hohen Topf oder in der Fritteuse auf 170 Grad kommen. Ohne Thermometer machst du die Holzlöffelprobe: Halte einen Holzlöffelstiel hinein, es müssen sofort feine Bläschen daran aufsteigen, aber das Fett darf nicht sprudeln. Ist es zu heiß, werden die Schmalzkuchen außen dunkel und innen roh, ist es zu kalt, saugen sie sich voll.

Schritt 5: Ausbacken

Gib immer nur fünf bis sechs Quadrate gleichzeitig ins Fett, sonst fällt die Temperatur zu stark ab. Nach etwa 90 Sekunden sind sie unten goldbraun und steigen auf; wende sie dann mit einer Schaumkelle und back sie weitere 90 Sekunden. Sie sollen rundum eine gleichmäßige hellbraune Farbe haben und sich leicht anfühlen. Heb sie heraus und lass sie auf einem Rost über Küchenpapier abtropfen.

Schritt 6: Zuckern und servieren

Lass die Schmalzkuchen zwei bis drei Minuten abkühlen, bis sie nur noch warm sind, und sieb dann den Puderzucker großzügig darüber. Auf ganz heißem Gebäck schmilzt er sofort und wird zu einer klebrigen Schicht. Am schönsten schichtest du sie in eine Papiertüte, gibst Puderzucker dazu und schüttelst einmal kräftig. Serviere sie sofort, denn ihre knusprige Hülle hält nur etwa eine Stunde.

Omas Tipps

  • Butterschmalz statt neutralem Öl. Schmalzkuchen haben ihren Namen nicht umsonst: Das Butterschmalz gibt den kleinen Kissen den typischen Jahrmarktgeschmack, den man mit Sonnenblumenöl nie ganz trifft. Es ist außerdem hoch erhitzbar und raucht bei 170 Grad noch nicht.
  • Die Quadrate nicht zu dünn ausrollen. Bei weniger als einem halben Zentimeter Dicke fehlt dem Teig die Masse, um sich im Fett aufzublähen, und du bekommst flache, harte Plätzchen statt luftiger Kissen. Lieber etwas dicker und dafür ein paar Sekunden länger backen.
  • Nach jeder Portion kurz warten. Wenn du ohne Pause nachlegst, sinkt die Fettemperatur immer weiter, und die letzten Schmalzkuchen werden fettig. Warte zwischen den Fuhren eine halbe Minute, bis das Fett wieder ruhig steht und leise zischt.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Schmalzkuchen sind ein Gebäck für den gleichen Tag. In einer Dose bei Zimmertemperatur halten sie sich zwei Tage, verlieren aber schon nach wenigen Stunden ihre knusprige Hülle und werden weich. Deck sie nur locker mit einem Tuch ab statt luftdicht zu verschließen, sonst schwitzen sie und der Puderzucker löst sich zu einem nassen Film auf. Am zweiten Tag kannst du sie im Ofen bei 160 Grad für vier Minuten aufbacken und frisch mit Puderzucker bestäuben.

Zum Einfrieren eignen sie sich nicht: Das aufgesogene Fett wird beim Auftauen ranzig-schmeckend und die luftige Krume fällt zusammen. Wenn du vorarbeiten willst, friere lieber den rohen, geschnittenen Teig auf einem Brett ein, tau ihn über Nacht im Kühlschrank auf und lass ihn vor dem Ausbacken eine Stunde bei Zimmertemperatur stehen.

Häufige Fragen

Kann ich Schmalzkuchen in der Heißluftfritteuse machen?
Es geht, aber das Ergebnis ist ein anderes. Bei 180 Grad und acht Minuten werden sie eher wie kleine Brötchen: weich und locker, aber ohne die dünne knusprige Hülle. Pinsel sie dafür vorher mit zerlassener Butter ein, sonst bleiben sie blass.
Warum sind meine Schmalzkuchen innen noch teigig?
Meist war das Fett zu heiß, sodass die Außenseite in einer Minute schon dunkel wurde. Geh auf 165 bis 170 Grad herunter und gib den Kissen pro Seite die vollen 90 Sekunden. Ein zu dick ausgerollter Teig, über einen Zentimeter, hat denselben Effekt.
Wie viel Fett bleibt im Gebäck hängen?
Bei richtiger Temperatur nimmt jedes Stück nur wenig Fett auf, weil der austretende Dampf das Fett nach außen drückt. Wichtig ist, die Schmalzkuchen auf einem Rost abtropfen zu lassen statt direkt auf Küchenpapier zu stapeln, sonst weichen die unteren auf.
Schmalzkuchen: Das Weihnachtsmarkt-Gebäck zum Nachmachen!
Merk dir das Rezept auf Pinterest.
Alle Rezepte: Kuchen & Backen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert