Raffaello-Likör: Flüssige Kokos-Praline mit nur 5 Zutaten!
Meine Enkelin hat mir vor ein paar Jahren eine Schachtel Raffaello mitgebracht, und wir haben sie an einem einzigen Nachmittag am Küchentisch geleert. Beim letzten Stück sagte sie: Oma, das müsste man trinken können. Sie hatte recht. Diese Verbindung aus Kokos, weißer Schokolade und der ganzen Mandel in der Mitte ist etwas, das man gut in eine Flasche bekommt, wenn man weiß, wie.
Und es geht tatsächlich mit nur fünf Zutaten. Keine exotische Einkaufsliste, keine Gewürzmischung, nichts, was du erst bestellen musst. Die Pralinen bringen Kokos, Fett und Süße schon mit, der Rest ist Sahne, Kokosmilch, weiße Schokolade und Wodka. Was am Ende in der Flasche steht, ist milchig weiß, dick und schmeckt genau wie das Original, nur dass du es löffeln möchtest.
Zutaten
- 200 g Raffaello (etwa 20 Stück)
- 250 ml Sahne
- 200 ml Kokosmilch, ungesüßt, gut aufgerührt
- 100 g weiße Schokolade
- 200 ml Wodka (37,5 %)
Zubereitung
Schritt 1: Pralinen und Schokolade zerkleinern
Halbiere die Raffaello mit einem Messer, damit die Mandel in der Mitte freiliegt. Ganze Kugeln schwimmen sonst minutenlang oben und lösen sich nur außen auf. Hacke die weiße Schokolade grob in Stücke von etwa einem Zentimeter. Gib beides in einen Topf und stelle den Wodka schon einmal griffbereit daneben, damit du ihn später nicht suchen musst.
Schritt 2: In Sahne und Kokosmilch schmelzen
Gieße Sahne und Kokosmilch dazu und erhitze alles bei kleiner Hitze. Weiße Schokolade ist heikel, sie verträgt keine hohen Temperaturen und wird sonst sofort grieselig. Rühre durchgehend mit dem Schneebesen, bis nach etwa acht Minuten keine Schokoladenstücke mehr zu sehen sind. Die Kokosraspel der Pralinen bleiben als feine weiße Punkte in der Flüssigkeit, das gehört so.
Schritt 3: Pürieren
Nimm den Topf vom Herd und gehe mit dem Pürierstab hinein. Zwei Minuten reichen, damit die Mandeln und die Kokosraspel fein zermahlen werden. Genau das gibt dem Likör seinen vollen Körper. Halte den Stab tief im Topf und kippe ihn erst am Ende leicht, sonst spritzt dir die heiße weiße Masse über die Arbeitsplatte.
Schritt 4: Abkühlen und Wodka einrühren
Lass die Masse etwa zehn Minuten stehen, bis du den Topfboden mit der Hand gut anfassen kannst. Erst dann kommt der Wodka dazu, langsam und unter Rühren. Bei zu großer Hitze verdampft ein Teil des Alkohols und der Kokosgeschmack wirkt plötzlich flach und fettig. Rühre noch eine halbe Minute weiter, bis der Likör wieder gleichmäßig glänzt.
Schritt 5: Abfüllen und kühlen
Fülle den Likör mit einem Trichter in heiß ausgespülte Flaschen. Wenn du ihn ganz glatt magst, gieße ihn durch ein feines Sieb, dann bleiben die letzten Kokosfasern zurück. Verschließe die Flaschen sofort und stelle sie für mindestens vier Stunden in den Kühlschrank. Über Nacht wird er noch dicker und der Kokosgeschmack rundet sich merklich ab.
Omas Tipps
- Kokosmilch vorher aufrühren. In der Dose setzt sich das feste Kokosfett oben ab. Wenn du nur die klare Flüssigkeit unten erwischst, fehlt dem Likör Geschmack und Bindung. Schüttle die Dose kräftig oder rühre den Inhalt in einer Schüssel glatt, bevor du abmisst.
- Weiße Schokolade niemals über 50 Grad. Sie enthält viel Milchpulver und wird bei Hitze augenblicklich sandig. Zieh den Topf im Zweifel kurz von der Platte und rühre weiter, die Restwärme reicht zum Schmelzen völlig aus.
- Ein paar Raffaello zurückhalten. Wenn du den Likör verschenkst, leg eine Praline als Deko mit ans Band. Das erklärt dem Beschenkten sofort, was in der Flasche ist, ganz ohne Etikett und langes Erklären.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Bewahre den Likör ausschließlich im Kühlschrank auf, in gut verschlossenen Flaschen, die du vorher mit kochendem Wasser ausgespült hast. So hält er sich etwa drei bis vier Wochen. Kokosfett hat die Eigenschaft, sich in der Kälte oben abzusetzen und eine weiße Schicht zu bilden. Das ist kein Fehler, ein kräftiges Schütteln vor dem Einschenken bringt alles wieder zusammen. Stell die Flasche nach hinten ins kälteste Fach und nicht in die Kühlschranktür.
Einfrieren ist keine gute Idee. Kokosfett und Sahne trennen sich beim Auftauen unwiderruflich und der Likör bekommt eine flockige, fast körnige Textur, die auch der Pürierstab nicht mehr repariert. Wenn du eine größere Menge brauchst, etwa für ein Fest, setze den Likör lieber zwei bis drei Tage vorher frisch an. Er schmeckt dann ohnehin am besten.
Häufige Fragen
- Kann ich Kokosmilch durch Kokosnusswasser ersetzen?
- Nein, das funktioniert nicht. Kokoswasser ist dünn und enthält kein Fett, der Likör bliebe wässrig und würde sich sofort entmischen. Wenn du keine Kokosmilch hast, nimm stattdessen 200 ml Sahne mehr und rühre zwei Esslöffel Kokosraspel mit ein.
- Warum schmeckt mein Likör weniger nach Kokos als erwartet?
- Meist liegt es an gesüßter Kokosmilch oder Kokosmilchgetränk aus dem Kühlregal, beide sind stark verdünnt. Nimm Kokosmilch aus der Dose mit mindestens 60 Prozent Kokosanteil. Ein zusätzlicher Esslöffel geröstete Kokosraspel beim Pürieren hebt das Aroma ebenfalls deutlich.
- Wie serviere ich ihn am besten?
- Eiskalt in kleinen Gläsern, direkt aus dem Kühlschrank, sonst wirkt das Kokosfett am Gaumen schwer. Im Sommer gieße ich ihn gerne über zwei Eiswürfel und streue geröstete Kokosraspel darüber. Auch über einer Kugel Vanilleeis macht er sich hervorragend.

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