Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

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Lebkuchen-Likör mit 500 ml Sahne: Cremiger als jeder gekaufte!

Lebkuchen-Likör mit 500 ml Sahne: Cremiger als jeder gekaufte!
Portionen etwa 1 Liter (14 kleine Gläser)
Vorbereitung 10 Minuten
Garzeit 15 Minuten
Gesamt 25 Minuten

In der Adventszeit stand bei uns immer eine Dose mit Lebkuchen auf der Anrichte, und gegen Mitte Januar waren die letzten davon hart wie Bauklötze. Wegwerfen kam nicht in Frage, dafür bin ich zu sehr Kind meiner Zeit. Also habe ich angefangen, sie in Milch einzuweichen und daraus etwas zu machen. Dieser Likör ist das Ergebnis von ein paar Wintern Herumprobieren, und inzwischen kaufe ich die Lebkuchen extra dafür.

Der Unterschied zu jeder gekauften Flasche liegt in der Sahne. Mit 500 ml wird der Likör so dick, dass er am Glasrand haften bleibt, und die Gewürze bekommen etwas, worin sie sich halten können. Industrieware muss sparen und streckt mit Wasser und Aroma, hier steckt echter Lebkuchen drin, mit Nüssen, Honig und allem. Du schmeckst das sofort beim ersten Schluck.

Zutaten

  • 500 ml Sahne
  • 200 g Elisenlebkuchen ohne Schokoladenüberzug
  • 200 ml Vollmilch
  • 150 g brauner Zucker
  • 2 TL Lebkuchengewürz
  • 1 TL Zimt
  • 1 Msp. gemahlene Nelke
  • 1 Vanilleschote, ausgekratzt
  • 250 ml brauner Rum (40 %)
  • 1 Prise Salz

Zubereitung

Schritt 1: Lebkuchen einweichen

Brich die Lebkuchen in grobe Stücke und gib sie mit der Vollmilch in eine Schüssel. Lass sie zehn Minuten stehen und drücke sie zwischendurch einmal mit der Gabel zusammen. Harte Lebkuchen brauchen eher fünfzehn Minuten, weiche reichen fünf. Am Ende soll ein dicker, grobkörniger Brei entstanden sein, in dem keine trockenen Stellen mehr sitzen.

Schritt 2: Sahne mit Zucker erwärmen

Gieße die 500 ml Sahne in einen großen Topf und gib den braunen Zucker, das Salz sowie das Mark der Vanilleschote dazu. Die leere Schote legst du einfach mit hinein, sie gibt noch einiges ab. Erwärme alles bei mittlerer Hitze und rühre, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Die Sahne darf dampfen, aber nicht kochen, sonst zieht sie an und wird flockig.

Schritt 3: Lebkuchenbrei und Gewürze zugeben

Fisch die Vanilleschote heraus und rühre den eingeweichten Lebkuchen in die warme Sahne. Streue Lebkuchengewürz, Zimt und die Messerspitze Nelke darüber. Lass alles bei kleiner Hitze zehn Minuten ganz sanft ziehen und rühre dabei regelmäßig den Topfboden durch, denn der Zucker im Lebkuchen setzt sich gerne an. Die Masse wird dunkler und beginnt kräftig zu duften.

Schritt 4: Fein pürieren und passieren

Nimm den Topf vom Herd und püriere die Masse mindestens drei Minuten lang. Der Lebkuchen enthält Nüsse und Mandeln, die brauchen Zeit, bis sie wirklich fein sind. Gieße den Likör anschließend durch ein feines Sieb in eine zweite Schüssel und streiche mit dem Löffelrücken nach, damit nichts Gutes im Sieb bleibt. Ohne diesen Schritt sitzt später ein Bodensatz in der Flasche.

Schritt 5: Rum einrühren und abfüllen

Lass den Likör auf Handwärme abkühlen, das dauert etwa zwanzig Minuten. Rühre dann den braunen Rum ein, er passt zum Honig im Lebkuchen besser als jeder klare Schnaps. Fülle alles in heiß ausgespülte Flaschen, verschließe sie und stelle sie über Nacht in den Kühlschrank. Erst nach diesen zwölf Stunden sind die Gewürze wirklich durchgezogen.

Omas Tipps

  • Nimm Elisenlebkuchen ohne Schokolade. Der Überzug setzt sich beim Erwärmen als Fettfilm oben ab und macht den Likör am Gaumen wachsig. Elisenlebkuchen haben außerdem einen hohen Nussanteil, der dem Likör Körper gibt, den einfache Honigkuchen nicht liefern.
  • Gewürze erst zur warmen Sahne geben. Kippst du sie in kalte Flüssigkeit, klumpen sie und schwimmen als Nester obenauf. In der warmen Sahne lösen sich die ätherischen Öle und verteilen sich gleichmäßig, das macht beim Geschmack einen deutlichen Unterschied.
  • Nach zwei Tagen noch einmal abschmecken. Nelke und Zimt werden im Kühlschrank stärker, während die Süße zurücktritt. Ist dir der Likör dann zu würzig, rühre 50 ml Sahne unter; ist er zu mild, hilft eine weitere halbe Messerspitze Zimt.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Der Likör muss in den Kühlschrank und hält sich dort in sauber ausgespülten, gut verschlossenen Flaschen etwa vier Wochen. Der hohe Sahneanteil macht ihn wunderbar cremig, begrenzt aber eben auch die Haltbarkeit, daran ändert auch der Rum nichts. Lagere die Flasche liegend oder stehend ganz hinten im kältesten Bereich und schüttle sie vor jedem Einschenken, denn feine Lebkuchenpartikel sinken mit der Zeit nach unten. Sobald der Likör säuerlich riecht, gehört er in den Ausguss.

Zum Einfrieren eignet er sich nicht. Die Sahne flockt beim Auftauen aus und die Lebkuchenpartikel setzen sich als Schlamm am Boden ab, ein erneutes Pürieren bringt die Bindung nicht zurück. Wenn du im Advent größere Mengen verschenken willst, verteile die Arbeit lieber auf mehrere Ansätze über den Dezember. Frisch angesetzt schmeckt er in jedem Fall am besten.

Häufige Fragen

Kann ich die Sahne durch Milch ersetzen?
Du kannst bis zu 200 ml der Sahne durch Milch tauschen, dann wird der Likör aber deutlich dünner. Genau die 500 ml Sahne sorgen für die samtige Konsistenz, die ihn von gekauften Flaschen unterscheidet. Wer es leichter mag, nimmt besser weniger Rum und behält die Sahnemenge bei.
Mein Likör ist zu dick zum Einschenken, was tun?
Das passiert, wenn die Lebkuchen besonders viel Mehl enthielten. Rühre pro 500 ml zwischen 50 und 80 ml kalte Milch unter, bis er wieder fließt. Gib die Milch schrittweise dazu und rühre jedes Mal gut durch, sonst wird er auf einmal zu dünn.
Welcher Rum eignet sich am besten?
Ein einfacher brauner Rum mit 40 Prozent reicht völlig, seine Karamell- und Vanillenoten passen zum Honig im Lebkuchen. Weißer Rum wirkt hier zu scharf und schmal. Von sehr teuren Rumsorten würde ich abraten, ihre feinen Aromen verschwinden gegen die Gewürze ohnehin.
Lebkuchen-Likör mit 500 ml Sahne: Cremiger als jeder gekaufte!
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