Quarkbrot ohne Hefe: In 5 Minuten geknetet, in 45 Minuten fertig!
Es gibt Tage, da merkst du erst am Nachmittag, dass der Brotkasten leer ist. Der Bäcker hat zu, der Supermarkt ist zehn Minuten weg, und um sechs sitzen alle am Tisch und wollen Abendbrot. Genau für solche Tage habe ich dieses Quarkbrot im Kopf behalten. Es braucht keine Hefe, keine Gehzeit und keine Küchenmaschine, sondern nur eine Schüssel, deine Hände und einen Ofen, der schnell warm wird.
Der Quark macht die ganze Arbeit, die sonst die Hefe übernimmt. Er bringt Feuchtigkeit in den Teig, hält die Krume tagelang weich und sorgt zusammen mit dem Backpulver dafür, dass das Brot im Ofen aufgeht, statt flach zu bleiben. Fünf Minuten kneten, vierzig Minuten backen, fertig. Ich habe das Brot so oft gebacken, dass ich die Menge inzwischen im Schlaf abwiege, und jedes Mal riecht die Küche danach wie an einem Sonntagmorgen.
Zutaten
- 500 g Weizenmehl Type 550
- 250 g Magerquark
- 1 Päckchen Backpulver (15 g)
- 2 Eier (Größe M)
- 100 ml Milch
- 50 g weiche Butter
- 1,5 TL Salz
- 1 TL Zucker
- 2 EL Mehl zum Bestäuben
Zubereitung
Schritt 1: Ofen vorheizen
Heize den Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vor, bevor du überhaupt die Schüssel holst. Das Brot muss sofort in die Hitze, sonst verpufft die Triebkraft des Backpulvers in der Schüssel. Lege ein Backblech mit Backpapier aus und stelle es bereit. Wenn dein Ofen langsam ist, schalte ihn schon ein, während du den Quark aus dem Kühlschrank nimmst.
Schritt 2: Trockenes mischen
Gib das Mehl in eine große Schüssel und verrühre es gründlich mit dem Backpulver, dem Salz und dem Zucker. Nimm dafür einen Schneebesen und rühre mindestens dreißig Sekunden, damit sich das Backpulver wirklich überall verteilt. Nester aus Backpulver schmecken bitter und hinterlassen beim Anschneiden gelbliche Flecken. Diese halbe Minute ist die einzige Sorgfalt, die das Rezept verlangt.
Schritt 3: In 5 Minuten kneten
Quark, Eier, Milch und die weiche Butter dazugeben. Zuerst mit einem Holzlöffel grob zusammenrühren, dann mit bemehlten Händen weiterarbeiten. Knete fünf Minuten, bis ein geschmeidiger, leicht klebriger Teig entsteht, der sich vom Schüsselrand löst. Länger musst du nicht, denn ohne Hefe gibt es kein Klebergerüst aufzubauen. Ist der Teig zu weich, arbeite löffelweise Mehl ein.
Schritt 4: Laib formen und einschneiden
Forme den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche zu einem runden Laib und setze ihn auf das Backblech. Drücke ihn leicht flach, etwa auf acht Zentimeter Höhe. Schneide mit einem scharfen Messer ein Kreuz ein, gut einen Zentimeter tief, damit das Brot kontrolliert aufreißt. Bestäube die Oberfläche großzügig mit den zwei Esslöffeln Mehl.
Schritt 5: 40 Minuten backen
Schiebe das Blech auf die mittlere Schiene und backe das Brot 40 Minuten bei 200 Grad. Nach etwa 25 Minuten ist die Kruste goldbraun; wird sie vorher zu dunkel, lege ein Stück Backpapier locker darüber. Die Klopfprobe entscheidet: Klingt der Boden hohl, ist das Brot fertig. Lass es auf einem Gitter mindestens 20 Minuten abkühlen, bevor du schneidest.
Omas Tipps
- Quark nicht abtropfen lassen. Die Molke im Magerquark gehört zur Flüssigkeitsmenge dazu. Wenn du einen sehr trockenen Quark erwischst, gib einen Esslöffel Milch mehr dazu, sonst wird die Krume bröselig statt saftig.
- Kalte Butter ist der Feind. Stückige Butter lässt sich in fünf Minuten nicht einarbeiten und hinterlässt fettige Streifen im Teig. Nimm sie eine halbe Stunde vorher heraus oder reibe sie tiefgekühlt auf der groben Küchenreibe direkt in die Schüssel.
- Das Kreuz muss tief genug sein. Ein zu flacher Schnitt schließt sich beim Backen wieder, und das Brot reißt seitlich unkontrolliert auf. Setze das Messer senkrecht an und ziehe es in einem Zug durch, ohne zu sägen.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Das Quarkbrot hält sich durch den hohen Quarkanteil ungewöhnlich lange frisch: drei bis vier Tage bei Zimmertemperatur. Wickle den vollständig ausgekühlten Laib in ein sauberes Geschirrtuch und lege ihn in den Brotkasten. In Plastik oder einer Dose schwitzt die Kruste innerhalb weniger Stunden weich, und dann schmeckt es nur noch nach feuchtem Handtuch.
Einfrieren funktioniert sehr gut, am besten in Scheiben. Schneide das ausgekühlte Brot auf, lege Backpapier zwischen die Scheiben und friere alles in einem Gefrierbeutel ein. So hält es drei Monate, und du kannst einzelne Scheiben direkt gefroren in den Toaster stecken. Der ganze Laib am Stück braucht dagegen Stunden zum Auftauen und verliert dabei die Kruste.
Häufige Fragen
- Kann ich statt Magerquark Sahnequark nehmen?
- Ja, aber dann brauchst du rund 30 ml Milch weniger, weil Sahnequark weniger Molke enthält und mehr Fett mitbringt. Das Brot wird dadurch etwas kompakter und mürber, fast wie ein Kartoffelbrot. Geschmacklich ist das eine schöne Abwechslung, für den klassischen lockeren Laib bleibe ich beim Magerquark.
- Warum ist mein Brot innen feucht geblieben?
- Meist war der Laib zu hoch geformt. Bei 40 Minuten Backzeit muss die Hitze bis in die Mitte kommen, deshalb drücke ich den Teig auf acht Zentimeter Höhe herunter. Der zweite häufige Grund: zu früh angeschnitten. In den ersten 20 Minuten nach dem Backen zieht die Restfeuchte noch durch die Krume.
- Kann ich Vollkornmehl verwenden?
- Ersetze höchstens die Hälfte des Weizenmehls durch Weizenvollkornmehl, also 250 g. Vollkorn saugt deutlich mehr Flüssigkeit, gib deshalb 30 bis 40 ml Milch zusätzlich dazu. Nimmst du ausschließlich Vollkornmehl, wird der Laib ohne Hefe und ohne Gehzeit sehr fest und trocken.

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