Paprika-Mandel-Dip: 350 g, spanisch inspiriert, kräftig rot!
Es gibt Dips, die schmeckt man einmal und merkt sich sofort, woher sie kommen. Dieser hier gehört dazu: gemahlene Mandeln, geröstete Paprika, ein Hauch Knoblauch und ein Schuss Sherryessig – das ist die Handschrift der spanischen Küche, und sie ist erstaunlich leicht nachzumachen. Mich hat er das erste Mal an einem langen Tisch überrascht, auf dem nichts weiter stand als Brot, Oliven und eine Schale von diesem satten Rot.
Das Geheimnis liegt nicht in einer langen Zutatenliste, sondern im Rösten. Paprikaschoten, die im Ofen Blasen werfen und dunkle Flecken bekommen, schmecken süß und rauchig statt grün und wässrig. Die Mandeln geben dem Dip Körper, sodass er dick auf dem Löffel liegt und nicht am Brot herunterläuft. Aus zwei Schoten werden gut 350 g – genug für eine große Schale auf dem Tisch oder für fünf Tage im Kühlschrank, wenn du ihn für dich allein machst.
Zutaten
- 2 große rote Paprikaschoten (etwa 400 g)
- 80 g gemahlene Mandeln
- 30 g geschälte, ganze Mandeln (zum Rösten und Dekorieren)
- 1 Knoblauchzehe
- 1 Scheibe Weißbrot vom Vortag (etwa 30 g, ohne Rinde)
- 4 EL Olivenöl (etwa 50 ml)
- 1 EL Sherryessig (ersatzweise Rotweinessig)
- 1 TL edelsüßes Paprikapulver
- 1 gestrichener TL Salz
- 1 Prise Cayennepfeffer
- 1 EL glatte Petersilie, gehackt
Zubereitung
Schritt 1: Paprika rösten
Heize den Ofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vor. Halbiere die Paprikaschoten, entferne Kerne und weiße Trennwände und lege die Hälften mit der Hautseite nach oben auf ein Blech mit Backpapier. Nach 20 bis 25 Minuten ist die Haut stellenweise schwarz und wirft Blasen – genau das willst du. Solange sie noch glatt und glänzend ist, fehlt dem Dip später die rauchige Tiefe.
Schritt 2: Haut abziehen
Nimm das Blech heraus und lege die heißen Hälften sofort in eine Schüssel, die du mit einem Teller abdeckst. Nach zehn Minuten hat der eigene Dampf die Haut gelöst, und du ziehst sie mit den Fingern in großen Stücken ab. Den ausgetretenen Saft in der Schüssel hebst du auf, er kommt mit in den Mixer. Nur die schwarzen Hautfetzen wanderst du weg.
Schritt 3: Mandeln und Brot rösten
Erhitze eine Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze und röste die ganzen Mandeln zwei bis drei Minuten, bis sie duften und hellbraune Flecken zeigen. Nimm sie heraus. Gib dann 1 EL Olivenöl in die Pfanne und röste die Weißbrotscheibe von beiden Seiten goldbraun, etwa eine Minute pro Seite. Das Brot ist der Trick, der den Dip später sämig statt körnig macht.
Schritt 4: Alles pürieren
Gib Paprikafleisch samt Saft, das geröstete Brot in Stücken, die gemahlenen Mandeln, zwei Drittel der ganzen Mandeln, die geschälte Knoblauchzehe, Paprikapulver, Salz und Cayennepfeffer in den Mixbecher. Püriere alles eine Minute, gieße dabei das restliche Olivenöl in dünnem Strahl dazu. Der Dip soll dick und leicht grob bleiben, keine glatte Sauce werden.
Schritt 5: Abschmecken und anrichten
Rühre den Sherryessig erst am Schluss unter und schmecke ab – er hebt das satte Rot geschmacklich an und nimmt den Mandeln die Schwere. Fülle die 350 g in eine rustikale Schale, ziehe mit dem Löffelrücken eine Mulde in die Oberfläche und gib einen Schuss Olivenöl hinein. Hacke die restlichen Mandeln grob, streue sie mit der Petersilie darüber.
Omas Tipps
- Das alte Weißbrot ist Pflicht. Frisches Brot saugt sich voll und macht den Dip klebrig; eine Scheibe vom Vortag bleibt beim Rösten stabil und bindet nur die Flüssigkeit der Paprika. Hast du keins, röste eine frische Scheibe zehn Minuten bei 150 °C im Ofen trocken, bevor sie in die Pfanne kommt.
- Knoblauch roh, aber nur einer. Eine einzige rohe Zehe reicht für die ganzen 350 g. Wer zwei nimmt, schmeckt am nächsten Tag nur noch Knoblauch, weil sich das Aroma im Kühlschrank verstärkt. Wird er dir trotzdem zu kräftig, halbiere die Zehe und entferne den grünen Keim in der Mitte.
- Nicht zu fein pürieren. Wenn der Mixer zu lange läuft, wird das Öl aufgeschlagen und der Dip verliert sein tiefes Rot – er wird hell und orange. Kurze Intervalle von 15 Sekunden mit Pausen dazwischen halten die Farbe kräftig und lassen etwas Mandelstruktur übrig.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
In einem verschlossenen Glas oder einer abgedeckten Schale hält der Dip 5 Tage im Kühlschrank. Gieße vor dem Verschließen einen dünnen Film Olivenöl über die Oberfläche: Er schließt die Masse ab, verhindert, dass der Rand dunkel wird, und lässt sich später einfach unterrühren. Nimm den Dip zwanzig Minuten vor dem Servieren heraus, kalt wirkt er fest und das Mandelaroma bleibt verschlossen.
Einfrieren funktioniert hier gut, anders als bei Dips auf Frischkäsebasis. Fülle Portionen von etwa 100 g in kleine Dosen und friere sie bis zu 3 Monate ein. Taue sie über Nacht im Kühlschrank auf und rühre kräftig durch – das Öl trennt sich beim Auftauen leicht, findet aber nach einer Minute Rühren wieder zusammen.
Häufige Fragen
- Kann ich Paprika aus dem Glas nehmen?
- Ja, dann brauchst du etwa 250 g abgetropfte geröstete Paprika und sparst die 25 Minuten Ofenzeit. Tupfe sie vorher gut trocken, da die Lake sonst den Dip verwässert und ihn sauer macht. Weil eingelegte Paprika bereits Essig enthält, gib den Sherryessig zunächst nur zur Hälfte dazu und schmecke ab.
- Wie mache ich den Dip kräftiger im Geschmack?
- Tausche einen halben Teelöffel des edelsüßen Paprikapulvers gegen geräuchertes Paprikapulver aus, mehr nicht – es dominiert sonst die Mandeln. Alternativ röstest du die Paprikahälften fünf Minuten länger, bis die Haut großflächig schwarz ist. Beides vertieft das Aroma, ohne den Dip scharf zu machen.
- Wozu passt der Dip außer zu Brot?
- Er ist hervorragend zu gegrilltem Gemüse wie Zucchinischeiben, Lauchzwiebeln oder Spargel, weil die Röstaromen zusammenpassen. Zu gebratenem weißem Fisch gibst du einen Löffel direkt auf das heiße Filet, dann wird er cremig. Mit zwei Esslöffeln Wasser verdünnt ergibt er außerdem eine dicke Sauce für Nudeln.

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