Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

Rezepte der Oma
Low Carb Rezepte

Low Carb Brot mit 200 g Quark und Leinsamen: Bleibt vier Tage saftig!

Low Carb Brot mit 200 g Quark und Leinsamen: Bleibt vier Tage saftig!
Portionen 1 Kastenbrot, etwa 16 Scheiben
Vorbereitung 15 Minuten
Garzeit 60 Minuten
Gesamt 1 Stunde 15 Minuten

Es gibt Tage, an denen ich einfach eine Scheibe Brot möchte – zum Kaffee, zur Suppe, mit etwas Butter und Salz. Weil ich die Kohlenhydrate im Alltag gern niedrig halte, habe ich lange herumprobiert, bis dieser Laib stand: ohne Mehl, ohne Hefe, dafür mit 200 g Magerquark und geschroteten Leinsamen. Der Quark macht die Krume feucht und weich, die Leinsamen geben ihr Halt und diesen nussigen, leicht erdigen Geschmack, den ich an dunklem Brot so mag.

Das Schönste daran: Du brauchst keine Gehzeit und keine Küchenmaschine. Alles wandert in eine Schüssel, wird verrührt, kommt in die Kastenform und muss dann nur noch backen. Und weil Quark und Leinsamen die Feuchtigkeit richtig festhalten, ist der Laib auch am vierten Tag noch saftig – kein trockenes Krümelbrot, das man nach einem Tag wegwirft.

Zutaten

  • 200 g Magerquark
  • 150 g geschrotete Leinsamen
  • 150 g gemahlene Mandeln
  • 4 Eier (Größe M)
  • 50 g ganze Leinsamen für Teig und Kruste
  • 1 Päckchen Backpulver (15 g)
  • 1 gestrichener Teelöffel Salz
  • 2 Esslöffel Sonnenblumenkerne
  • 2 Esslöffel lauwarmes Wasser
  • Etwas Butter für die Form

Zubereitung

Schritt 1: Ofen und Form vorbereiten

Heize den Backofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vor. Fette eine Kastenform von 25 cm Länge gründlich mit Butter aus, vor allem in den Ecken, und lege den Boden mit einem Streifen Backpapier aus, der an den Längsseiten übersteht. An diesen Zipfeln hebst du den Laib später heraus, ohne dass die weiche Kruste einreißt. Stelle die Form griffbereit zur Seite, denn der Teig soll nach dem Anrühren zügig in den Ofen.

Schritt 2: Trockene Zutaten mischen

Gib die 150 g geschroteten Leinsamen, die gemahlenen Mandeln, 30 g der ganzen Leinsamen, das Backpulver und das Salz in eine große Schüssel. Verrühre alles mit einem Schneebesen, bis keine hellen Mandelnester mehr zu sehen sind. Das Backpulver muss wirklich gleichmäßig verteilt sein – sonst geht das Brot an einer Stelle hoch und bleibt an der anderen flach. Die restlichen 20 g ganze Leinsamen und die Sonnenblumenkerne stellst du für die Kruste beiseite.

Schritt 3: Quark und Eier unterrühren

Schlage die vier Eier in eine zweite Schüssel und verquirle sie kurz mit dem Magerquark und den zwei Esslöffeln lauwarmem Wasser, bis eine glatte, hellgelbe Masse entsteht. Gieße diese Mischung über die trockenen Zutaten und rühre mit einem kräftigen Löffel, bis sich alles verbunden hat. Der Teig ist dick und klebrig, fast wie ein schwerer Rührteig – das ist richtig, er lässt sich nicht kneten und soll auch gar nicht.

Schritt 4: Quellen lassen und einfüllen

Lass den Teig zehn Minuten in der Schüssel stehen. In dieser Zeit ziehen die geschroteten Leinsamen die Flüssigkeit an und der Teig wird deutlich fester und formbarer. Fülle ihn dann mit einem Teigschaber in die Form, drücke ihn in die Ecken und streiche die Oberfläche mit einem nassen Löffelrücken glatt. Streue die beiseitegestellten ganzen Leinsamen und die Sonnenblumenkerne darüber und drücke sie leicht an.

Schritt 5: 60 Minuten backen

Schiebe die Form auf die mittlere Schiene und backe das Brot 60 Minuten. Nach etwa 40 Minuten ist die Oberfläche dunkel genug – lege dann ein Stück Backpapier locker auf, damit die Kerne nicht bitter werden. Mache am Ende die Stäbchenprobe tief in der Mitte: Es darf nur noch leicht feucht, aber kein klebriger Teig daran haften. Klingt der Laib beim Klopfen auf die Unterseite hohl, ist er fertig.

Schritt 6: Auskühlen lassen

Hebe das Brot nach zehn Minuten am Backpapier aus der Form und lege es auf ein Kuchengitter. Lass es mindestens zwei Stunden vollständig auskühlen, bevor du anschneidest. Das ist der Schritt, an dem die meisten scheitern – warm ist die Krume noch feucht und schmiert am Messer. Ausgekühlt schneidest du mit einem Brotmesser in Sägebewegungen saubere, dünne Scheiben.

Omas Tipps

  • Nimm geschrotete, nicht ganze Leinsamen für die Basis. Nur geschrotete Leinsamen quellen so stark, dass sie den Teig binden und das Wasser über Tage halten. Mit ausschließlich ganzen Körnern bleibt die Krume locker und zerfällt beim Schneiden. Die ganzen Körner gehören obenauf und in kleiner Menge in den Teig, dort sorgen sie für den Biss.
  • Magerquark ausdrücken, wenn er sehr nass ist. Manche Packungen haben viel Molke obenauf. Gieße sie ab, bevor du die 200 g abwiegst, sonst wird der Teig zu weich und das Brot sackt in der Mitte zusammen. Ist dein Quark dagegen sehr fest, gib einen zusätzlichen Esslöffel Wasser dazu.
  • Die Form macht die Saftigkeit. In einer schmalen 25-cm-Kastenform bleibt der Laib hoch, die Mitte trocknet nicht aus und du bekommst Scheiben in klassischer Brotgröße. Backst du den Teig flach auf einem Blech, ist er nach 35 Minuten durch, wird aber deutlich trockener und hält sich keine vier Tage.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Vollständig ausgekühlt hält sich das Brot vier Tage. Wickle den Laib in ein sauberes Geschirrtuch und lege ihn in eine Brotdose oder einen Topf mit Deckel – so bleibt die Krume feucht, ohne dass sich Wasser an der Kruste sammelt. In einer Plastiktüte wird die Oberfläche schon am zweiten Tag klebrig, in einem Beutel aus Stoff dagegen trocknet sie langsam nach. Angeschnitten legst du die Schnittfläche nach unten auf ein Brett. Bewahre das Brot nicht im Kühlschrank auf, dort wird es hart und schmeckt fad.

Einfrieren funktioniert sehr gut, und ich mache das bei jedem zweiten Laib. Schneide das ausgekühlte Brot vorher in Scheiben, lege Backpapier zwischen die einzelnen Stücke und friere alles in einem Gefrierbeutel ein. So nimmst du dir morgens zwei Scheiben heraus, ohne den ganzen Laib auftauen zu müssen. Im Toaster oder für fünf Minuten bei 160 °C im Ofen werden sie wieder wie frisch, in bis zu drei Monaten. Am Stück eingefroren braucht der Laib dagegen Stunden zum Auftauen und verliert dabei mehr Feuchtigkeit.

Häufige Fragen

Warum ist mein Laib in der Mitte feucht geblieben?
Meist wurde er zu früh aus dem Ofen geholt oder zu warm angeschnitten. Die 60 Minuten sind bei diesem Teig wirklich nötig, weil Quark und gequollene Leinsamen viel Wasser mitbringen. Prüfe mit einem langen Holzstäbchen ganz in der Mitte und gib bei klebrigen Resten noch zehn Minuten bei 160 °C dazu, notfalls mit Papier abgedeckt.
Kann ich die gemahlenen Mandeln ersetzen?
Ja, gemahlene Haselnüsse gehen eins zu eins und geben dem Brot einen kräftigeren, rösteren Geschmack. Sonnenblumenkerne, in einem Mixer fein gemahlen, funktionieren ebenfalls, machen die Krume aber etwas feuchter – nimm dann einen Esslöffel Wasser weniger. Von entöltem Mandelmehl rate ich hier ab, es saugt zu viel auf und der Laib wird trocken.
Schmeckt man die Leinsamen stark heraus?
Der Geschmack ist nussig und leicht erdig, aber nicht aufdringlich, weil Quark und Mandeln ihn abrunden. Wichtig ist frisch geschroteter oder frisch gekaufter Leinsamenschrot: lange offen gelagert wird er bitter und das überträgt sich auf das ganze Brot. Riech kurz an der Packung, er soll nussig duften, nicht scharf oder ranzig.
Low Carb Brot mit 200 g Quark und Leinsamen: Bleibt vier Tage saftig!
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