Gurken-Joghurt-Dip mit Knoblauch: 400 g, griechische Art!
Wenn es draußen warm ist und niemand Lust auf etwas Schweres hat, stelle ich diese Schale auf den Tisch, und sie ist immer zuerst leer. Dicker Joghurt, fein geraspelte Gurke, zwei Zehen Knoblauch und ein kräftiger Schuss Olivenöl: mehr braucht es nicht. Dazu Fladenbrot, ein paar Oliven, vielleicht gebratenes Fleisch vom Vortag, und schon hat man ein Essen, ohne den Herd anzuwerfen.
Der ganze Trick steckt in der Gurke. Wer sie einfach so unterrührt, bekommt nach einer halben Stunde eine Pfütze in der Schale. Wird sie dagegen gesalzen, kurz stehen gelassen und dann kräftig ausgedrückt, bleibt der Dip dick genug, dass ein Löffel darin stehen kann. Aus 400 g fertigem Dip wird so eine Schale, die auch nach zwei Tagen im Kühlschrank noch genauso aussieht wie am ersten Abend.
Zutaten
- 300 g griechischer Joghurt (10 % Fett, gut abgetropft)
- 1 kleine Salatgurke (ca. 200 g, ergibt ausgedrückt ca. 80 g)
- 2 Knoblauchzehen
- 2 EL Olivenöl, plus etwas zum Beträufeln
- 1 TL Weißweinessig
- 3 EL frisch gehackter Dill (ca. 8 g)
- 1/2 TL Salz für die Gurke
- 1/4 TL Salz für den Dip
- Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Zubereitung
Schritt 1: Gurke raspeln und salzen
Wasche die Gurke und schäle sie streifig, sodass etwas grüne Schale bleibt, das gibt Farbe. Halbiere sie längs und kratze die weichen Kerne mit einem Teelöffel heraus, denn dort sitzt das meiste Wasser. Raspel den Rest auf der groben Seite der Reibe in ein Sieb, streue den halben Teelöffel Salz darüber und mische kurz durch. Lass das Sieb 10 Minuten über einer Schüssel stehen.
Schritt 2: Gurke kräftig ausdrücken
Nimm die geraspelte Gurke handvollweise aus dem Sieb und presse sie fest zwischen den Handflächen zusammen, bis kein Saft mehr läuft. Wer es genauer mag, schlägt sie in ein Küchentuch und dreht es wie ein Bonbonpapier zu. Du hältst danach etwa 80 g trockene, fast flauschige Raspel in der Hand. Wirf den aufgefangenen Saft weg, er würde den Dip nur verdünnen.
Schritt 3: Knoblauch fein reiben
Schäle die beiden Knoblauchzehen und entferne den grünen Keim in der Mitte, falls einer da ist. Reibe die Zehen auf einer feinen Reibe direkt in eine Schüssel, statt sie zu hacken. So löst sich der Knoblauch vollständig im Joghurt auf und du beißt später nicht auf ein scharfes Stück. Gieße das Olivenöl und den Essig darüber und verrühre beides mit dem Knoblauch zu einer truebigen Emulsion.
Schritt 4: Joghurt unterheben
Gib den griechischen Joghurt dazu und rühre ihn mit einem Löffel glatt, ohne zu schlagen. Zu kräftiges Rühren macht Joghurt dünnflüssig, also arbeite mit ruhigen Bewegungen vom Rand zur Mitte. Hebe dann die ausgedrückte Gurke und zwei Drittel des Dills unter. Würze mit dem viertel Teelöffel Salz und reichlich frisch gemahlenem Pfeffer.
Schritt 5: Kalt stellen und anrichten
Fülle den Dip in eine Schale, decke ihn ab und stelle ihn 30 Minuten in den Kühlschrank. In dieser Zeit rundet sich der Knoblauch ab und der Dill gibt sein Aroma an den Joghurt weiter. Vor dem Servieren ziehst du mit dem Löffelrücken eine Mulde in die Oberfläche, träufelst Olivenöl hinein und streust den restlichen Dill darüber. Die Schale enthält jetzt rund 400 g.
Omas Tipps
- Kerne raus, Dip dick. Das Kerngehäuse der Salatgurke besteht fast nur aus Wasser und gibt kaum Geschmack. Kratzt du es heraus, brauchst du weniger Salz zum Entwässern und die Raspel bleiben knackig. Der Dip bleibt dann auch am nächsten Tag streichfähig statt suppig.
- Knoblauch dosieren nach Standzeit. Zwei Zehen sind direkt nach dem Anrühren angenehm, werden aber über Nacht deutlich schärfer. Wenn du den Dip einen Tag im Voraus machst, nimm nur eine Zehe und reibe die zweite kurz vor dem Servieren frisch dazu. So bleibt der Geschmack rund statt beissend.
- Was dazu passt. Warmes Fladenbrot in Streifen, gegrillte Zucchinischeiben, Ofenkartoffeln oder kalter Braten. Auch als Sauce zu Reispfannen macht er sich gut, dann rührst du einen Löffel kaltes Wasser unter, damit er sich besser verteilt.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
In einer abgedeckten Schale oder einem Schraubglas hält der Dip 3 Tage im Kühlschrank. Decke ihn dicht ab, sonst nimmt der Joghurt Geruch von anderen Lebensmitteln an, und Knoblauch wandert umgekehrt in die Butter nebenan. Setzt sich etwas Molke ab, gieße sie ab oder rühre sie unter, je nachdem wie fest du ihn magst. Den Dill oben drauf streust du am besten immer frisch nach.
Zum Einfrieren eignet sich der Dip nicht. Joghurt trennt sich beim Auftauen in Molke und Quarkflocken, und die Gurkenraspel werden glasig und weich. Das Ergebnis lässt sich auch durch kräftiges Rühren nicht mehr retten. Setze lieber eine kleinere Menge an, die Zubereitung dauert ja nur eine Viertelstunde Arbeit.
Häufige Fragen
- Geht auch normaler Naturjoghurt?
- Ja, aber du musst ihn vorher abtropfen lassen, sonst wird der Dip zu dünn. Gib 450 g Naturjoghurt in ein mit einem Tuch ausgelegtes Sieb und lass ihn zwei Stunden im Kühlschrank abtropfen, dann bleiben ungefähr 300 g dicker Joghurt übrig. Die restlichen Mengen aenderst du nicht.
- Kann ich getrockneten Dill nehmen?
- Im Notfall ja, dann nimmst du 1 TL getrockneten Dill statt der 3 EL frischen. Rühre ihn zusammen mit Oel und Essig an und lass ihn dort fünf Minuten quellen, sonst bleibt er strohig. Der Geschmack ist milder, deshalb lohnt sich ein zusätzlicher Spritzer Essig.
- Mein Dip ist trotzdem wassrig geworden, was tun?
- Gieße die abgesetzte Flüssigkeit vorsichtig ab und rühre zwei Esslaeffel zusätzlichen griechischen Joghurt unter. Meist war die Gurke nicht fest genug ausgedrückt oder wurde ungesalzen untergehoben. Beim nächsten Mal die Raspel wirklich so lange pressen, bis kein Tropfen mehr kommt.

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