Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

Rezepte der Oma
Pudding, Grieß & Milchreis

Grießbrei mit Kirschen: Omas Rezept, das in 10 Minuten glücklich macht!

Grießbrei mit Kirschen: Omas Rezept, das in 10 Minuten glücklich macht!
Portionen 2
Vorbereitung 2 Minuten
Garzeit 5 Minuten
Gesamt 10 Minuten

An manchen Abenden fehlt einfach die Kraft für ein richtiges Essen, und trotzdem soll noch etwas Warmes auf den Tisch. Bei meiner Oma gab es dann Grießbrei mit Kirschen. Er stand schneller in den Schalen, als wir Kinder den Tisch decken konnten, und er hat jedes verpatzte Diktat und jedes aufgeschlagene Knie ein bisschen kleiner gemacht. Auf dem Herd brauchte es dafür nie mehr als zwei Kochstellen und ein Glas Sauerkirschen aus dem Keller.

Die zehn Minuten sind dabei kein Versprechen ins Blaue, sondern eine simple Rechnung: zwei Minuten, um den Grieß abzuwiegen und die Kirschen abzugießen, fünf Minuten für Milch und Grieß, drei Minuten Quellzeit unter dem Deckel. Die Kirschsauce köchelt in derselben Zeit nebenher im kleinen Topf. Alles, was du wirklich brauchst, ist ein Schneebesen – mit ihm rieselt der Grieß klümpchenfrei ein.

Zutaten

  • 500 ml Vollmilch
  • 60 g Weichweizengrieß
  • 2 EL Zucker (30 g)
  • 1 Päckchen Vanillezucker (8 g)
  • 1 Prise Salz
  • 10 g Butter
  • 1 Glas Sauerkirschen (Abtropfgewicht 350 g)
  • 150 ml Kirschsaft aus dem Glas
  • 1 TL Speisestärke
  • 1 TL Zucker für die Kirschen

Zubereitung

Schritt 1: Alles bereitstellen

Wiege den Grieß ab und stelle ihn griffbereit neben den Herd – wenn die Milch kocht, hast du keine Hand mehr frei. Gieße die Sauerkirschen durch ein Sieb ab und fange den Saft auf. Rühre die Speisestärke in einer Tasse mit zwei Esslöffeln kaltem Kirschsaft glatt, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind.

Schritt 2: Milch aufkochen

Gib die Milch mit Zucker, Vanillezucker, Salz und der Butter in einen Topf und erhitze sie bei mittlerer bis hoher Hitze. Rühre zwischendurch, damit sich der Zucker löst und nichts am Boden ansetzt. Bleib daneben stehen: Sobald die Milch am Rand hochsteigt und sich Bläschen bilden, muss es sofort weitergehen.

Schritt 3: Grieß einrieseln lassen

Stelle die Hitze auf die kleinste Stufe und lass den Grieß mit der einen Hand langsam einrieseln, während du mit der anderen kräftig mit dem Schneebesen rührst. Nicht schütten, sondern rieseln lassen – so entsteht kein einziges Klümpchen. Lass den Brei zwei Minuten leise köcheln und rühre dabei durchgehend weiter, bis er deutlich andickt.

Schritt 4: Kirschsauce im zweiten Topf

Erhitze parallel den restlichen Kirschsaft mit dem Teelöffel Zucker in einem kleinen Topf. Sobald er kocht, rührst du die angerührte Stärke ein und lässt alles unter Rühren eine Minute sprudeln, bis die Sauce glänzt und sämig wird. Zieh den Topf vom Herd und hebe erst dann die abgetropften Kirschen unter.

Schritt 5: Quellen lassen und anrichten

Nimm den Grießtopf vom Herd, lege den Deckel auf und lass den Brei drei Minuten quellen – in dieser Zeit wird er samtig statt mehlig. Rühre ihn danach noch einmal glatt und fülle ihn in zwei flache Schalen. Drücke mit dem Löffelrücken eine Mulde hinein und gieße die warmen Kirschen samt Sauce hinein.

Omas Tipps

  • Schneebesen statt Kochlöffel beim Einrieseln. Ein Kochlöffel schiebt den Grieß vor sich her, der Schneebesen verteilt jedes Korn sofort in der Milch. Rieseln lassen heißt außerdem wirklich rieseln: Kippst du den Grieß auf einmal hinein, bekommst du Klumpen, die außen gar und innen mehlig sind.
  • Kirschen erst nach dem Herd in die Sauce. Sauerkirschen aus dem Glas sind bereits gegart und zerfallen zu Mus, wenn sie noch einmal mitkochen. Die Restwärme des angedickten Saftes reicht völlig aus, um sie warm zu bekommen, und sie bleiben dabei ganz und glänzend.
  • Rechne mit dem Nachdicken. 60 g Grieß auf 500 ml Milch ergeben bewusst einen weichen Brei, denn nach den drei Minuten Quellzeit hat er genau die richtige Konsistenz. Bleibt er noch zehn Minuten stehen, wird er puddingfest – dann rührst du drei bis vier Esslöffel warme Milch unter.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Grießbrei hält sich zugedeckt zwei Tage im Kühlschrank. Lege die Frischhaltefolie direkt auf die Oberfläche, sonst zieht der Brei eine feste Haut, die sich beim Aufwärmen nicht mehr auflöst. Bewahre die Kirschen getrennt in einem Schraubglas auf – dort halten sie vier Tage und färben den Brei nicht rosa. Zum Aufwärmen gibst du pro Portion vier Esslöffel Milch dazu und rührst alles bei kleiner Hitze glatt.

Den fertigen Grießbrei solltest du nicht einfrieren. Der Grieß gibt beim Auftauen das gebundene Wasser wieder ab, die Masse wird körnig und schwimmt in einer milchigen Flüssigkeit, die sich auch durch Rühren nicht mehr binden lässt. Das Kirschkompott dagegen kannst du problemlos einfrieren: In einer Dose hält es drei Monate und lässt sich direkt gefroren im Topf langsam erwärmen.

Häufige Fragen

Kann ich frische Kirschen nehmen?
Ja, rechne mit 300 g entsteinten Kirschen. Koche sie mit 150 ml Wasser und zwei Esslöffeln Zucker fünf Minuten weich, bevor du mit der Stärke bindest – frische Sauerkirschen sind sonst zu fest und zu sauer. Damit dauert das Rezept allerdings rund fünf Minuten länger als mit den Kirschen aus dem Glas.
Geht auch Hartweizengrieß statt Weichweizengrieß?
Er geht, ergibt aber einen anderen Brei: Hartweizengrieß bleibt spürbar körniger und gelblicher und braucht ein bis zwei Minuten länger auf dem Herd, bevor er bindet. Wenn du ihn nimmst, verlängere die Quellzeit auf fünf Minuten, sonst knirschen die Körner zwischen den Zähnen.
Ich habe trotzdem Klümpchen – was tun?
Kein Drama: Nimm den Topf vom Herd und gib dem Brei zehn Sekunden mit dem Pürierstab, dann ist er glatt. Alternativ streichst du ihn durch ein grobes Sieb. Die Ursache ist fast immer, dass der Grieß in sprudelnd kochende Milch gekippt wurde statt bei kleiner Hitze einzurieseln.
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