Omas Küche – einfache Rezepte, Schritt für Schritt erklärt

Rezepte der Oma
Kuchen & Backen

Brot im Glas backen: Haltbar über Monate, mit 5 Zutaten!

Brot im Glas backen: Haltbar über Monate, mit 5 Zutaten!
Portionen 4 Gläser à 500 ml
Vorbereitung 15 Minuten
Garzeit 45 Minuten
Gesamt 1 Stunde 45 Minuten

In der Speisekammer meiner Mutter standen immer ein paar Gläser in der hintersten Reihe, in denen kein Kompott war, sondern Brot. Für Tage, an denen der Bäcker zu hatte, für lange Fahrten, für den Fall, dass unerwartet Besuch kam. Ein Glas aufgemacht, der Duft stieg heraus, und schon lag warmes Brot auf dem Tisch, obwohl es seit Wochen im Regal stand.

Das Ganze funktioniert, weil das Brot direkt im Glas gebacken und noch heiß verschlossen wird. Beim Abkühlen zieht sich die Luft zusammen, der Deckel saugt sich fest, und es entsteht ein Vakuum. Du brauchst dafür nur fünf Zutaten und saubere Sturzgläser mit gerader Wand. Schwerer als ein normaler Rührteig ist das nicht.

Zutaten

  • 500 g Weizenmehl Type 1050
  • 1 Würfel frische Hefe (42 g)
  • 350 ml lauwarmes Wasser
  • 2 TL Salz
  • 2 EL Sonnenblumenöl

Zubereitung

Schritt 1: Gläser vorbereiten

Nimm vier gerade Sturzgläser mit 500 ml Inhalt, dazu Deckel und Gummiringe. Spüle sie heiß aus und koche Deckel und Ringe fünf Minuten in Wasser aus. Die Gläser innen dünn, aber lückenlos mit Öl ausstreichen, besonders am oberen Rand. Stelle sie auf ein Blech, sie dürfen sich beim Backen nicht berühren. Achte darauf, dass kein Glas einen Sprung oder eine Kerbe hat.

Schritt 2: Teig anrühren

Mehl und Salz in einer Schüssel mischen. Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen, bis keine Krümel mehr zu sehen sind, dann zusammen mit dem Öl zum Mehl geben. Alles mit dem Knethaken drei Minuten zu einem weichen, leicht klebrigen Teig verarbeiten. Er soll deutlich feuchter sein als ein Brotteig zum Formen, sonst geht er im Glas nicht schön auf.

Schritt 3: Gläser füllen und gehen lassen

Verteile den Teig mit angefeuchteten Händen oder zwei Löffeln auf die vier Gläser, jedes darf nur bis zur Hälfte gefüllt sein. Streiche die Oberfläche glatt und wische Teigspritzer am Glasrand sauber weg. Decke die Gläser mit einem Tuch ab und lass sie 45 Minuten an einem warmen Ort gehen, bis der Teig knapp zwei Finger unter dem Rand steht.

Schritt 4: Im kalten Ofen backen

Stell das Blech mit den Gläsern in den kalten Backofen, auf die unterste Schiene. Erst jetzt auf 180 Grad Ober- und Unterhitze schalten. Der langsame Temperaturanstieg ist wichtig, damit das Glas nicht springt. Backe 45 Minuten, bis die Brotkuppel deutlich über den Rand gewachsen und goldbraun ist. Ein Holzspieß in der Mitte muss trocken herauskommen.

Schritt 5: Heiß verschließen

Nimm die Gläser einzeln mit Topflappen heraus und setze sofort Gummiring und Deckel auf, dann die Klammern schließen. Arbeite zügig, das Brot muss noch dampfen. Stelle die Gläser aufrecht auf ein Holzbrett und lass sie ungestört abkühlen. Beim Erkalten zieht sich die Luft zusammen und der Deckel saugt sich fest hörbar an.

Schritt 6: Vakuum prüfen

Am nächsten Morgen die Klammern öffnen und jedes Glas vorsichtig am Deckel anheben. Bleibt der Deckel fest sitzen und trägt das Glas, ist das Vakuum da. Löst sich einer, ist dieses Glas nicht lagerfähig, das Brot davon isst du in den nächsten zwei Tagen. Beschrifte die dichten Gläser mit dem Backdatum und stelle sie dunkel weg.

Omas Tipps

  • Nur gerade Gläser verwenden. Gläser mit Schulter oder Bauch geben das fertige Brot nicht mehr her, du müsstest es herausschneiden. Sturzgläser mit senkrechter Wand lassen den Laib beim Stürzen einfach herausrutschen. Twist-off-Deckel funktionieren übrigens auch, nur brauchen sie unbedingt eine unbeschädigte Dichtmasse.
  • Höchstens bis zur Hälfte füllen. Der Teig verdoppelt sich beim Gehen und legt im Ofen noch einmal zu. Wer die Gläser zu drei Vierteln füllt, findet nachher Teig auf dem Blech und einen verschmierten Rand, auf dem der Deckel nicht mehr dichtet. Lieber ein Glas mehr nehmen.
  • Der Rand muss blitzsauber sein. Ein einziger Teigkrümel oder ein Fettfilm zwischen Glasrand und Gummiring verhindert das Vakuum zuverlässig. Wische den Rand vor dem Verschließen mit einem sauberen, leicht feuchten Tuch ab, auch wenn er sauber aussieht.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Richtig verschlossene Gläser mit intaktem Vakuum halten sich dunkel, trocken und kühl gelagert bis zu 6 Monate, im kühlen Keller auch länger. Stell sie aufrecht ins Regal, nicht auf die Seite, damit der Deckel nicht belastet wird. Prüfe vor dem Öffnen jedes Mal: Der Deckel muss fest sitzen, das Brot innen hell und ohne dunkle Punkte sein. Riecht es beim Öffnen säuerlich oder muffig, gehört das Glas in den Abfall, ohne Kosten und Mühen nachzutrauern.

Einfrieren ist bei dieser Methode weder nötig noch sinnvoll, denn genau das Lagern ohne Kälte ist ihr Zweck. Glas im Gefrierschrank kann außerdem springen. Ein einmal geöffnetes Glas verhält sich wie normales Brot: in ein Tuch gewickelt hält der Laib 2 bis 3 Tage, danach wird er trocken und taugt noch für Semmelbrösel oder eine Brotsuppe.

Häufige Fragen

Warum kommen die Gläser in den kalten Ofen?
Glas verträgt keine plötzlichen Temperatursprünge. Stellst du ein kühles Glas in einen bereits 180 Grad heißen Ofen, kann es durch die Spannung springen. Im kalten Ofen erwärmen sich Glas und Teig gemeinsam und gleichmäßig, das ist der ganze Kniff an dieser Methode.
Kann ich die frische Hefe durch Trockenhefe ersetzen?
Ja, ein Würfel frische Hefe entspricht zwei Päckchen Trockenhefe zu je 7 Gramm. Mische die Trockenhefe direkt unter das Mehl und gieße das lauwarme Wasser dann dazu. Die Gehzeit von 45 Minuten bleibt gleich, nur an sehr kühlen Tagen darfst du zehn Minuten zugeben.
Wie bekomme ich das Brot aus dem Glas?
Fahre mit einem schmalen, stumpfen Messer einmal am Glasrand entlang, dann stürze das Glas und klopfe fest auf den Boden. Bei gut geöltem Glas rutscht der Laib von selbst heraus. Geht er schwer, stell das Glas zwei Minuten in heißes Wasser, das löst das Fett am Rand.
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